Das Logo der Europäischen Zentralbank (EZB) vor ihrem Hauptsitz

EZB berät über geldpolitischen Ausblick und Anleihenkäufe

Volkswirte erwarten, dass die Währungshüter Hinweise darauf geben werden, dass ihre Geldschleusen noch für längere Zeit weitoffen bleiben werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte sich nach einer langen Strategieprüfung ein neues Inflationsziel von zwei Prozent gesetzt und sich etwas mehr Handlungsspielraum in der Erreichung eingeräumt. Jetzt geht es auf der Sitzung darum, den Ausblick zur Entwicklung ihrer Schlüsselzinsen und Anleihekäufe an die neuen Vorgaben anzupassen.

Ihren Zinsbeschluss will die EZB um 13.45 Uhr veröffentlichen. Erwartet wird, dass die Notenbank am Leitzins, der bei 0,0 Prozent liegt, nicht rütteln wird. Auch ihren Einlagesatz dürfte sie aus Sicht von Experten bei minus 0,5 Prozent belassen.

Die neue Strategie sieht vor, dass besonders starke oder lang anhaltende geldpolitische Maßnahmen nötig sind, wenn die Zinsen, wie es momentan der Fall ist, bereits ultratief liegen. Angesichts unterschiedlicher Positionen im EZB-Rat wird Notenbankchefin Christine Lagarde alle Anstrengungen unternehmen müssen, um einen Kompromiss zu erzielen. Der geldpolitische Ausblick dürfte auch ein wichtiges Signal setzen, wie es mit den billionenschweren Notfall-Anleihekäufen weitergehen soll, die noch bis mindestes Ende März 2022 fortgesetzt werden sollen. Spätestens im Herbst erwarten Experten hierzu eine Entscheidung der Notenbank.