Gesamtansicht des eines Stahlwerks in Duisburg, Deutschland, 7. Januar

Erzeugerpreise bleiben auf Rekordjagd – Höchster Anstieg seit 1974

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im September um 14,2 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit fast 47 Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ein größeres Plus gab es zuletzt im Oktober 1974, als die Preise wegen der ersten Ölkrise sogar um 14,5 Prozent zulegten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 12,7 Prozent gerechnet, nachdem die Steigerungsrate im August noch 12,0 Prozent betragen hatte. Neben Energie verteuerten sich vor allem Vorprodukte wie Holz und Stahl.

Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Die Inflationsrate liegt mit 4,1 Prozent aktuell bereits so hoch wie seit 1993 nicht mehr und könnte sich Ökonomen zufolge in den kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent bewegen.

“Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber September 2020 war die Preisentwicklung bei Energie”, erklärten die Statistiker. Sie verteuerte sich um durchschnittlich 32,6 Prozent, allein zum Vormonat um acht Prozent. Klammert man Energie aus, lagen die Erzeugerpreise insgesamt nur 8,6 Prozent über dem Vorjahr.

Vorleistungsgüter wurden binnen Jahresfrist 17,4 Prozent teurer. Nadelschnittholz kostete 118 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sekundärrohstoffe (+87 Prozent), Verpackungsmittel aus Holz (+92,5 Prozent) und Betonstahl in Stäben (+82 Prozent) kosteten ebenfalls erheblich mehr.