ARCHIV: Flugzeuge von Easyjet auf dem Flughafen Gatwick in Crawley, Großbritannien, 25. August 2021. REUTERS/Peter Nicholls

Easyjet hofft auf guten Sommer – Buchungen über Vorkrisen-Niveau

London (Reuters) – Der britische Billigflieger Easyjet setzt dank anziehender Buchungen auf ein gutes Geschäft in den kommenden Ferienmonaten.

“Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Plänen für den Sommer fast das Flugniveau von 2019 erreichen werden”, sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren am Donnerstag. In den vergangenen zehn Wochen hätten die Buchungen rund sechs Prozent über dem Niveau vor der Corona-Krise 2019 gelegen. Dies sei sehr vielversprechend. Urlauber würden zwar immer noch vergleichsweise spät buchen, aber der Nachholbedarf nach der Virus-Pandemie zeige sich deutlich.

Im ersten Geschäftshalbjahr (per Ende März 2022) erzielte Easyjet einen Verlust von 545 (Vorjahr: 701) Millionen Pfund und lag damit im Rahmen seiner Erwartungen. “Die aufgestaute Nachfrage und die Aufhebung der Reisebeschränkungen sorgten für eine starke und anhaltende Erholung des Geschäfts, die durch unsere Maßnahmen noch verstärkt wurde”, erklärte Lundgren. Eine genauere Prognose für das zweite Geschäftshalbjahr wollte er nicht machen. Allerdings dürften höhere Treibstoffpreise und ein festerer Dollar für zusätzliche Kosten sorgen. “Wir gehen davon aus, dass wir im dritten Quartal 90 Prozent der Kapazitäten des Geschäftsjahres 2019 erreichen werden”, betonte der Airline-Chef. Im vierten Quartal dürften es dann sogar rund 97 Prozent sein, wobei die Erträge aus verkauften Tickets derzeit 15 Prozent über denen von 2019 liegen.

An der Börse lagen die Easyjet-Aktien nach Gewinnen zum Handelsstart am Vormittag knapp ein Prozent im Minus.

Der irische Konkurrent Ryanair will nach den Verlusten in der Corona-Krise der vergangenen zwei Jahre in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Man wolle dieses Jahr eine “angemessene Profitabilität” erreichen, hatte Europas größter Billigflieger zu Wochenanfang erklärt. In dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 verringerte Ryanair den Fehlbetrag auf 355 Millionen Euro, nach einer Milliarde Euro Verlust im Vorjahreszeitraum. “Die Erholung bleibt fragil”, sagte Konzernchef Michael O’Leary, der auch noch keine Prognose wagte.