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Deutsche Telekom will Mehrheit an T-Mobile US und mehr Gewinn

Ziel sei es, mehr als 50 Prozent an der US-Tochter zu halten, teilte der Bonner Dax-Konzern am Donnerstag in der Präsentation zu Beginn der Kapitalmarkttage mit. “Dem haben wir uns verpflichtet”, sagte Firmenchef Tim Höttges. Für die kommenden Jahre strebt die Telekom nun ein Plus beim bereinigten Betriebsergebnis (EbitdaAL) zwischen drei und fünf Prozent an. Bisher stellte die Telekom bei vergleichbarer Konzernstruktur ein jährliches Plus von zwei bis vier Prozent in Aussicht. Am Aktienmarkt kamen die Pläne gut an. Das Papier lag am Nachmittag 1,9 Prozent im Plus.

“Wir schalten einen Gang hoch”, sagte Höttges. “Wir wollen die starke Entwicklung der vergangenen Jahre noch übertreffen.” Zuletzt hatte vor allem das nach dem Zusammenschluss mit dem kleineren Konkurrenten Sprint florierende US-Geschäft den Konzern angeschoben. Das bereinigte Betriebsergebnis war im vergangenen Jahr um fast 42 Prozent auf 35 Milliarden Euro gesprungen und soll dieses Jahr um fast sechs Prozent klettern. Den Umsatz wollen die Bonner jährlich weiter zwischen ein und zwei Prozent steigern. Angeschoben durch T-Mobile US kletterten die Erlöse 2020 um ein Viertel auf 101 Milliarden Euro und waren damit erstmals dreistellig.

MEHRHEIT AN T-MOBILE US ANGESTREBT

Aktuell hält die Telekom rund 44 Prozent an der US-Tochter, die sich im vergangenen Jahr mit dem kleineren Konkurrenten Sprint zusammengeschlossen hat, und kann sie aufgrund einer Stimmrechtsvereinbarung in der Bilanz konsolidieren. Mit dem japanischen T-Mobile-US-Aktionär Softbank, dem Sprint früher gehörte, wurde eine Kaufoption über 101 Millionen T-Mobile-Aktien geschlossen, die bis Juli 2024 ausgeübt werden kann. Bis dahin unterliegt Softbank einer Verkaufssperre bei ihrer Beteiligung an dem US-Mobilfunker von noch rund acht Prozent. Höttges machte klar, dass er zu “attraktiven Konditionen” zuschlagen will.

DIVIDENDE BLEIBT AN ERGEBNIS JE AKTIE GEKNÜPFT

Die Dividende von Europas größtem Telekomkonzern richtet sich auch weiterhin nach der Entwicklung des bereinigten Ergebnisses je Aktie. Dieser Wert solle bis 2024 auf mehr als 1,75 Euro je Aktie steigen von 1,20 Euro im vergangenen Jahr, kündigte das Unternehmen an. Davon sollen dann 40 bis 60 Prozent ausgeschüttet werden. Von einem Dividendenwachstum profitiert vor allem der Bund, der weiterhin größter Einzelaktionär ist und knapp 32 Prozent hält. Die Ausschüttung soll weiterhin mindestens 60 Cent je Aktie betragen, die auch für das abgelaufene Jahr gezahlt werden.

Offen lässt die Telekom weiterhin, wie sie genau mit ihrem Funkturmgeschäft und mit T-Mobile Netherlands verfährt. Immer wieder gibt es Spekulationen über Verkäufe, die offenbar auch nicht vom Tisch sind. “Ich bin offen für jede Option”, sagte Höttges, der damit rechnet, bald mehr sagen zu können. “Wir sind ein Königsmacher. Mit uns kann jemand wirklich einen Gewinner kreieren.”