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Deutsche Fintechs Raisin und Deposit Solutions fusionieren

Der Berliner Einlagenbroker Raisin, der die Zinsplattform “Weltsparen” betreibt, fusioniert mit dem Hamburger Rivalen Deposit Solutions, der über “Zinspilot” Gelder von Sparern einsammelt. Gemeinsam wollen die jungen Finanzdienstleister (Fintechs) unter dem Namen Raisin DS vor allem im Ausland wachsen, wie sie am Freitag mitteilten. Auch ein Börsengang sei nicht auszuschließen, sagte Raisin-Gründer Tamaz Georgadze zu der Nachrichtenagentur Reuters. “Der Zusammenschluss bringt uns der Kapitalmarktfähigkeit deutlich näher. Wir halten uns alle Optionen offen.”

“Wir werden unsere Marktabdeckung in Europa erhöhen und eine bedeutende Präsenz in den USA aufbauen”, sagte Tim Sievers, Gründer und Chef von Deposit Solutions. Zusammen kooperieren die beiden Unternehmen auf ihren Plattformen mit rund 400 Banken und kommen auf ein Einlagenvolumen von rund 20 Milliarden Euro. Ihr Fokus lag bislang auf dem deutschen und europäischen Geschäft, und beide haben sich zuletzt auch in die USA vorgetastet.

Um das weitere Wachstum zu finanzieren, wollen die Firmen demnächst wieder Geld von Investoren einsammeln. “Die Marktlage ist derzeit sehr gut. Es wäre nicht abwegig, bald eine neue Finanzierungsrunde einzuläuten”, sagte Georgadze. “Erstmal wollen wir unsere Teams zusammenbringen. Dann gehen wir gemeinsam in die nächste Phase.” Der Raisin-Gründer wird das fusionierte Fintech bis Ende des Jahres gemeinsam mit Sievers leiten, ab dann aber alleiniger Vorstandschef sein. Sievers wechselt dann in den Beirat der GmbH.

PAYPAL-MITGRÜNDER AN BORD

Zu den finanziellen Details des Zusammenschlusses wollten sich die beiden nicht äußern. Auch zum Wert der einzelnen Firmen und zur Bewertung von Raisin DS machten sie keine Angaben. Raisin wurde bei seiner letzten großen Finanzierungsrunde vor zwei Jahren mit rund einer halben Milliarde Euro bewertet. Deposit Solutions kam nach Angaben seines Großaktionärs Finlab zuletzt auf eine Bewertung von rund einer Milliarde Euro.

Zum Investorenkreis gehören die Deutsche Bank, der Wagniskapitalgeber und Paypal-Mitgründer Peter Thiel sowie die US-Bank Goldman Sachs. Alle Investoren blieben nach der Fusion an Bord, sagte Sievers. Der Zusammenschluss werde in den kommenden Tagen ins Handelsregister eingetragen. Kartellrechtliche Bedenken gebe es keine.