ARCHIV: Gesamtansicht des Plenarsaals des Deutschen Bundestages in Berlin, Deutschland, 28. April 2022. REUTERS/Michele Tantussi

Bundestag beschließt Corona-Steuerhilfen

Berlin (Reuters) – Der Bundestag hat weitere Steuerhilfen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie beschlossen.

Das vierte Corona-Steuerhilfegesetz wurde am Donnerstag mit den Stimmen der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP sowie der oppositionellen Union verabschiedet. Unternehmen können bestimmte Investitionen für 2022 schneller bei der Steuer absetzen, wovon sich die Regierung Impulse für die wirtschaftliche Erholung verspricht. Sie können zudem stärker als bisher Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen und damit ihre Steuern für die vergangenen Jahre verringern. Für Arbeitnehmer wird die Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag bis Ende 2022 verlängert. Steuerzahler erhalten zudem mehr Zeit für die Abgabe ihrer Steuererklärung.

Unternehmen sollen in Milliardenhöhe von einer auf das laufende Jahr begrenzten degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter profitieren. Im steuerlichen Sinne umfasst das nicht nur tragbare oder fahrbare Dinge, sondern einen Großteil aller Investitionen – etwa Maschinen, den Fuhrpark oder auch die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die degressive Abschreibung ist mit knapp zehn Milliarden Euro an erwarteten Steuermindereinnahmen für die Jahre 2022 bis 2025 der bei weitem teuerste Posten des Steuerhilfegesetzes. Das Gesamtpaket wird mit Kosten von rund zwölf Milliarden Euro beziffert.

Angehoben wird für Beschäftigte in Pflege, Krankenhäusern und Arzt-Praxen die Steuerbefreiung der Corona-Boni. Bis zu 4500 Euro bleiben steuerfrei. Dies soll auch für freiwillige oder tarifliche Zahlungen der Arbeitgeber gelten. Die Bundesregierung stellt rund eine Milliarde Euro für Corona-Boni für Beschäftigte in Krankenhäusern und in der Pflege bereit. Dies sollte am Abend in einem eigenen Gesetz vom Bundestag beschlossen werden.