ARCHIV: Der deutsche Wirtschafts- und Klimaminister und Vizekanzler Robert Habeck im Kanzleramt in Berlin, Deutschland, 13. Dezember 2021. Michael Sohn/Pool via REUTERS

Bundesregierung stimmt Wirtschaft auf harten Winter ein

Berlin (Reuters) – Die deutsche Wirtschaft muss sich der Bundesregierung zufolge auf einen harten Corona-Winter einstellen.

“Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens haben die konjunkturellen Risiken zuletzt wieder zugenommen”, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Im laufenden vierten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung daher “eher schwach ausfallen”. Grund dafür sei das Infektionsgeschehen, das die über den Sommer erfolgte Erholung der Dienstleister abermals bremsen dürfte. Von Beschränkungen wie 2G-Regeln – Zutritt nur für Geimpfte und Genesene – sei vor allem das Gastgewerbe betroffen, in geringerem Maße auch der Einzelhandel.

In der Industrie machten sich zudem anhaltende Lieferengpässe und hohe Beschaffungskosten negativ bemerkbar. Dadurch sei die Produktion trotz guter Auftragslage gebremst worden. “Wenn sich die Lieferengpässe über das nächste Jahr auflösen, wird es zu einer deutlichen Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung kommen”, so das seit voriger Woche vom Grünen Robert Habeck geleitete Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Entspannung wird bei der Inflation erwartet, die im November mit 5,2 Prozent so hoch ausfiel wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. “Zu Beginn nächsten Jahres nach Auslaufen der Sondereffekte dürfte sich der Auftrieb der Verbraucherpreise wieder merklich abschwächen”, erklärte das Ministerium. Dazu zählt unter anderem die Mehrwertsteuer, die im zweiten Halbjahr 2020 im Kampf gegen die Corona-Rezession gesenkt wurde und inzwischen wieder auf dem alten Niveau liegt. Das hat den Preisauftrieb in den vergangenen Monaten mit befeuert.

Der Aufschwung in Deutschland dürfte im zu Ende gehenden Jahr nach Prognose der Bundesregierung eine Nummer kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht. Sie senkte ihre Wachstumsprognose vor einigen Wochen auf 2,6 Prozent von zuvor 3,5 Prozent. 2022 soll es zu einem Plus von 4,1 Prozent reichen, 2023 dann zu 1,6 Prozent.