Ein Polizeibeamter bei einem gesicherten Bereich nach einer Schießerei in einer Schule, Izhevsk, Russland

Behörden – Mindestens 15 Menschen in russischer Schule erschossen

Moskau (Reuters) – In Russland hat ein Mann an einer Schule Behördenangaben zufolge 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Unter den Todesopfern seien elf Schulkinder sowie Lehrer und Sicherheitspersonal, teilte die russische Ermittlungsbehörde am Montag mit. Mindestens weitere 24 Personen seien verwundet worden, darunter 22 Kinder.

Der Schütze im Alter von Mitte Dreißig sei in seine ehemalige Schule in der Stadt Ischewsk eingedrungen, hieß es weiter. Dort tötete er zwei Wachleute, bevor er das Feuer auf Schüler und Lehrer eröffnete. Er habe während der Tat eine Sturmhaube und ein schwarzes T-Shirt mit Hakenkreuz getragen. Die Sicherheitsbehörden veröffentlichten ein entsprechendes Video. Der Täter habe sich selbst am Tatort getötet, hieß es. Er sei mit zwei Pistolen und einer großen Menge Munition ausgerüstet gewesen.

Die Behörden untersuchten derzeit das Motiv sowie mögliche Verknüpfungen des Täters zu rechtsextremen Kreisen. “Derzeit führen die Ermittler eine Durchsuchung seines Wohnsitzes durch und untersuchen die Persönlichkeit des Angreifers, seine Ansichten und das ihn umgebende Milieu”, heißt es in einer Erklärung. “Geprüft wird, ob er neofaschistischen Ansichten und der Nazi-Ideologie anhängt.” Der Gouverneur der Region, Alexander Brechalow, sagte, der Mann sei vor einiger Zeit in einer “psycho-neurologischen” Einrichtung aufgenommen worden.

Präsident Wladimir Putin trauere nach Angaben des Kremls “zutiefst” um die Todesopfer. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Vorfall als “terroristischen Akt einer Person, die offenbar zu einer neofaschistischen Organisation oder Gruppe gehört”. Ärzte, Psychologen und Neurochirurgen seien auf Putins Anweisung an den Ort der Schießerei geschickt worden.

In den letzten Jahren hat es in Russland mehrere Schießereien an Schulen gegeben. Ischewsk ist die Hauptstadt der Republik Udmurtien im Westen Russlands und liegt knapp 1000 Kilometer von Moskau entfernt.

(Bericht von Reuters, geschrieben von Nette Nöstlinger, redigiert von Ralf Bode und Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)