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Bayer und Inflationssorgen bremsen Dax

Der deutsche Leitindex fiel am Nachmittag um 0,1 Prozent auf 15.449 Punkte, während der EuroStoxx50 um 0,4 Prozent auf 4047 Zähler anzog. An der Wall Street lagen die Futures vor Börseneröffnung knapp im Plus.

Die regelmäßig aufkommenden Inflationssorgen könnten der Grund sein, warum der Aktienmarkt derzeit nicht vorankomme, sagte IG-Stratege Christian Henke. Die Angst der Anleger vor einem baldigen Ende der ultralockeren Geldpolitik sei groß, obschon die US-Notenbank gebetsmühlenartig versuche dagegen anzureden. “Wer hat recht? Die Fed oder der Markt”, fasste Henke zusammen.

Vor diesem Hintergrund schauten die Investoren besonders kritisch darauf, wie die Wirtschaftserholung in den Vereinigten Staaten voranschreitet. Im April gingen die Auftragseingänge für langlebige Güter mit minus 1,3 Prozent überraschend zurück, während die zweite Schätzung für das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal mit 6,4 Prozent etwa im Rahmen der Erwartungen lag. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel mit 406.000 indes geringer aus als erwartet und lag so niedrig wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr.

Im Blick behielten die Anleger auch den Impf-Gipfel von Bund und Ländern. Bundeskanzlerin Angela Merkel will mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie-Bekämpfung beraten.

GLYPHOSAT BLEIBT DAMOKLESSCHWERT FÜR BAYER

Größter Dax-Verlierer waren die Papiere von Bayer, die bis zu 5,3 Prozent auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief von 52,07 Euro abrutschten. Im Rechtsstreit um eine angeblich krebserregende Wirkung von Glyphosat lehnte der zuständige US-Bezirksrichter einen Lösungsvorschlag des Konzerns ab. “Eine unendliche Geschichte”, kommentierten die Analysten vom Brokerhaus Bryan Garnier. “Durch die Ablehnung bleibt das Damoklesschwert über Bayer hängen.” Das nun gescheiterte zwei Milliarden Dollar teure Paket für den Umgang mit möglichen künftigen Klagen ist Teil des umfangreicheren, rund 11,6 Milliarden schweren Glyphosat-Vergleichs, den Bayer im vergangenen Sommer angekündigt hatte.

PUMA NACH TEIL-AUSSTIEG VON KERING UNTER DRUCK

Auf der Gewinnerseite stiegen Airbus um 9,7 Prozent auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr. Der europäische Konzern stimmte seine Zulieferer auf eine deutlich höhere Flugzeugproduktion ein. Die Titel von MTU Aero, Rolls-Royce und Meggitt stiegen um jeweils knapp drei Prozent.

Bergab ging es dagegen für den Puma. Der französische Luxuskonzern Kering hat sich vom Großteil seiner verbliebenen Beteiligung an dem Sportartikelhersteller getrennt. Der Eigentümer von Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent verkaufte über Nacht 8,9 Millionen Puma-Aktien für insgesamt 805 Millionen Euro an institutionelle Investoren. Puma verloren im MDax 2,2 Prozent.

BITCOIN-ANLEGER RINGEN UM STABILISIERUNG

An den Rohstoffmärkten deckten sich Anleger erneut mit Kupfer ein. Das Industriemetall verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 10031 Dollar je Tonne. Anleger fürchteten Angebotsengpässe durch drohende Bergarbeiterstreiks im wichtigen Exportland Chile.

Nach den jüngsten Kursabstürzen rangen die Bitcoin-Anleger weiter um Stabilisierung. Die Cyberdevise notierte 1,9 Prozent höher bei 39.571 Dollar. “Die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem Reich der Mitte haben kräftig an dem Nervenkostüm der Investoren gezehrt”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. China hatte die Anleger mit der Aussicht auf eine schärfere Regulierung im Kryptowährungssektor verschreckt.