ARCHIV: Abbildung zeigt US-Dollar-Banknoten

Amerikaner werden wieder spendabler – US-Konsum zieht an

Washington (Reuters) – Trotz der hohen Inflation in den USA geben die Verbraucher wieder mehr Geld aus.

Sie steigerten ihre Ausgaben im August um 0,4 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 0,2 Prozent gerecht, nach einem Rückgang im Juli von revidiert 0,2 Prozent. Die Verbraucher bilden mit ihren Ausgaben das Rückgrat der US-Wirtschaft, da diese zu mehr als zwei Dritteln zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.

Die Finanzmärkte treibt die Sorge um, dass die US-Notenbank Federal Reserve im Kampf gegen die ausufernde Inflation einen zu aggressiven Kurs einschlagen und letztlich eine kräftige Rezession auslösen könnte – also eine Konjunkturschwäche auf breiter Front. Die Fed steht mit ihrer Zinspolitik unter Zugzwang, da die stark steigenden Preise an der Kaufkraft der Amerikaner nagen.

Die Inflation lag in den USA zuletzt bei 8,3 Prozent. Ein Inflationsmaß, das die US-Notenbank Fed ebenfalls bei ihrer Geldpolitik berücksichtigt, sind die persönlichen Ausgaben der Konsumenten. Dabei bleiben Nahrungsmittel- und Energiekosten ausgeklammert, die stark schwanken. Dieser sogenannte PCE-Kernindex zeigt für August eine Jahresteuerungsrate von 4,9 Prozent an. Im Juli waren es revidiert 4,7 Prozent. Experten hatten für August ebenfalls mit 4,7 Prozent gerechnet.

Die Fed treibt wegen der hohen Preissteigerungsrate den Leitzins in großen Schritten nach oben. Unlängst hob sie ihn zum dritten Mal in Folge ungewöhnlich kräftig um einen Dreiviertel-Prozentpunkt an auf die aktuelle Spanne von 3,00 bis 3,25 Prozent.

(Bericht von Lucia Mutikani, geschrieben von Klaus Lauer; redigiert von Hans Seidenstücker – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)