Wall street in New York

Wirtschaftskrise in den USA – Wie realistisch ist es?

Suggeriert wird einem stattdessen, dass jede Art des wirtschaftlichen Austauschs angehalten wird. Dies ist aus der Natur der Dinge schon nicht möglich, da wir Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf brauchen. Alleine ist die Beschaffung dieser Dinge sehr schwer. Wirtschaft hilft uns durch die Nutzung eines Tauschmediums effizient zu kooperieren.

Wenn wir aber etwas moderater an die Sache herangehen und eine Wirtschaftskrise als einen markanteren, konjunkturellen Rückgang bezeichnen, so haben wir ein Thema für eine valide Diskussion. Was müsste aber in den USA passieren, dass dies geschieht?

Geographisch sind die USA zu vorteilhaft positioniert, als dass externe, physische Faktoren hier eine Krise auslösen könnten. Deshalb lassen wir mal diesen Aspekt außen vor. Beginnend mit der Arbeitslosenzahl ist hier zu erwähnen, dass die USA der Vollbeschäftigung so nah sind, wie zuletzt in 1969.

Wer sich mit Finanzgeschichte auskennt weiß, dass dies eine Zeit war, in der die USA die Fundamente für das Wachstum in den 90er-Jahren gelegt hat und begann sich im Rennen gegen die Soviet Union abzusetzen. Allerdings war das monetäre Umfeld ein deutlich anderes.

Damals waren die internationalen Finanzflüsse unter dem Bretton-Woods System noch intakt, wenn auch schon am Bröckeln. Die Staatsverschuldung war nur ein Bruchteil des aktuellen Levels. Aber dafür war auch die Börse unterentwickelt und das Bruttoinlandsprodukt weniger als ein Zwanzigstel des heutigen Volumens.

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Heute ist zudem auch noch der Fall, dass Kapital sehr günstig zu erlangen ist. Wenn man das im Kontext der hohen Beschäftigungszahlen sieht, so sind hier steigende Preise kein Wunder, denn wenn die Unternehmen aus Sicht des Personals schon ausgelastet sind und mit günstigen Krediten neue Projekte finanzieren, für diese aber immer weniger Leute finden, so spiegelt sich dies im Preis wider.

Somit ist das nordamerikanische Inflationssignal ein positiv zu wertendes. Auch den Kapitalmärkten kommt das günstige Geld zugute, denn hier übersteigen die Gewinne die Beleihungskosten um ein Vielfaches. Da es unrealistisch ist, dass die Zinsen innerhalb kurzer Zeit drastisch aufgestockt werden, kann man an den Aktienmärkten noch lange mit Anstiegen rechnen.

Trotz aktueller Korrekturen in den Indizes Dow Jones Industrial Average, Nasdaq 100 und S&P 500 sind unsere Aussichten für diese Märkte klar bullisch. Zwar hat der Nasdaq deutlicher nachgegeben, aber dies ist auf die allgemein höhere Volatilität der Technologie-Titel zurückzuführen.

Auf lange Sicht erwarten wir aber, dass der Index in Richtung 20000 Punkte steigt und nach kurzen Korrekturen diese Anstiege bis weit über 22000 Punkte ausdehnt. Beim Dow liegt unser ideales Mindestziel der nächsten Jahre über 55000 Punkte, während der S&P 500 in Richtung 7000 Punkte zusteuern sollte.

Wer aber so hoch steigt, muss deutlicher korrigieren. Wir würden diese Bewegungen nicht als Crash oder dergleichen bezeichnen, aber markante Rückgänge wird es irgendwann geben müssen, wenn die Märkte überhitzt sind.

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Wir bewerten diese Bewegungen zwar aus Chartsicht, aber das wird sicherlich zu der Zeit nicht in den Nachrichten so beschrieben werden, denn man braucht ja immer externe Gründe. Ich denke, dass es wieder zu Labilität im Bankensystem kommen wird.

Weil Geld aktuell und auch noch in den nächsten Jahren günstig bleiben wird, werden Banken dazu gezwungen sein, die Kreditvergabe auch an weniger kreditwürdige Kunden auszuweiten, da die Nachfrage von Kunden in geringeren Risikoklassen nachlassen wird.

Man könnte auch sagen, dass der Markt nach guten Kunden ausgeschöpft wird und die weniger guten Kunden bedient werden müssen. Dann gibt es wieder großen Wirbel und Crash-Ängste und am Ende steigen die Kurse noch stärker als heute. Alles nimmt seinen natürlichen Lauf.