Goldbarren nebeneinander

Saisonalität begünstigt weitere Aufwärtswelle

So erreichten die Notierungen am 24. Januar mit 1.853 US-Dollar ein 2-Monats-Hoch. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Goldpreis innerhalb von nur sechs Wochen um 100 US-Dollar bzw. 5,79 % von den Tiefstständen im Dezember erholt.

Diese Zuwächse zogen jedoch bei Preisen um 1.850 US-Dollar einige Gewinnmitnahmen nach sich. Im Anschluss an die FOMC-Sitzung der letzten Woche wurde Gold drei Tage hintereinander hart abverkauft. Dieser gnadenlose Ausverkauf endete erst bei 1.780 USD und machte fast alle Gewinne seit Mitte Dezember zunichte. Es handelte sich um das klassische Muster “der Bulle geht die Treppe hinauf und der Bär springt aus dem Fenster”, welches ein typisches Verhalten innerhalb eines Aufwärtstrends ist.

Daher und genau aus diesem Grund hat der tiefe Rückschlag die Erholung des Goldmarktes nicht unbedingt beendet. Natürlich steckt der gesamte Edelmetallsektor im größeren Bild noch immer in dieser hartnäckigen Korrektur, die seit August 2020 andauert. Kurzfristig hat der Rücksetzer jedoch zu einer überverkauften Situation geführt und einmal mehr bewiesen, dass es bei Preisen unter 1.800 US-Dollar offensichtlich Kaufinteresse gibt.

US-Dollar Index, Tageschart vom 3. Februar 2022. Falscher Ausbruch?

US-Dollar Index, Tageschart vom 3. Februar 2022.

Es sieht auch so aus, als ob der US-Dollar am vergangenen Donnerstag ein wichtiges Hoch erreicht hat und sich nun nach unten bewegt, was für Gold natürlich sehr förderlich wäre. Alle erwarten, dass der US-Dollar steigt, da die FED die Zinsen anheben wird. Aber der US-Dollar hat dieses Szenario einer Zinserhöhung inkl. der Reduzierung (Tapering) der Anleihen-Käufe durch die Fed bereits seit mehreren Monaten diskontiert bzw. eingepreist.

Tatsächlich hat der US-Dollar-Index seit Mai 2021 um 8,8 % zugelegt! Während der jüngsten FOMC-Sitzung könnte das große institutionelle Geld jedoch den scheinbaren Ausbruch genutzt haben, um Dollar-Long Positionen in einem günstigen Setup mit hohem Handelsvolumen zu verkaufen. Gleichzeitig war die Stimmung an den Aktienmärkten extrem negativ. Daher hat die vergangene Woche wahrscheinlich ein Top im US-Dollar und eine volatile Bodenbildung an den Aktienmärkten ausgelöst.

US-Dollar Index, Monatschart vom 3. Februar 2022. Tiefere Hochpunkte!

US-Dollar Index, Monatschart vom 3. Februar 2022.

Im ganz großen Bild würde ein Top im US-Dollar die Serie der niedrigeren Hochs für den Dollar fortsetzen. Außerdem bewegt sich der US-Dollar seit 2001 innerhalb eines riesigen Dreiecks. Nach einer Serie von drei tieferen Hochpunkten seit Dezember 2016 würde ein Test der unteren Begrenzung des Dreiecks dem Goldpreis in den kommenden Jahren extremen Rückenwind verleihen. Auch wenn es im Moment schwerfällt, bärische Argumente für den Dollar zu finden, sieht es technisch so aus, als könnte der Dollar in eine größere Korrektur abtauchen.

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Februar 2020. Das Verhalten von Gold ändert sich.

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Februar 2022.

Für Gold wäre ein schwächerer US-Dollar mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr hilfreich. Tatsächlich stellen wir seit Anfang dieser Handelswoche eine kontinuierliche Veränderung im Verhalten des Goldes fest. Wir sind beeindruckt von seiner Intraday-Stärke! Jeder kleine Rücksetzer um und unter 1.800 US-Dollar wurde ziemlich schnell wieder aufgekauft. Bisher hat der Goldpreis allerdings nur 38,2 % des heftigen Ausverkaufs der letzten Woche wieder aufgeholt und handelt derzeit ziemlich genau an seiner gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (1.805 USD).

Das neue Kaufsignal des Slow Stochastic Oszillators auf dem Tageschart verspricht jedoch weiteres Aufwärtspotenzial. Wir vermuten daher, dass der Goldpreis in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Im nächsten Schritt müsste der Goldpreis zunächst den 38,2 %-Widerstand bei 1.808,50 USD überwinden, um dann seine Erholung in Richtung 1.830 USD fortsetzen zu können.

In jedem Fall ist die saisonale Komponente zumindest bis Ende Februar sehr günstig. Daher sind auch noch höhere Kursziele denkbar. Allerdings muss der Goldpreis aus seinem Dreieck ausbrechen und 1.850 USD überwinden. Erst dann würde sich ein nachhaltigeres bullisches Momentum einstellen, welches bis ins Frühjahr hinein anhalten könnte.

Sollte Gold hingegen die Marke von 1.780 US-Dollar unterschreiten, könnte die Erholung seit Mitte Dezember bereits wieder vorbei sein und die mittelfristige Korrektur dürfte sich wieder fortsetzen.

Fazit: Saisonalität begünstigt weitere Aufwärtswelle

Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Saisonalität zunächst eine weitere Aufwärtswelle am Goldmarkt begünstigt. Somit wäre eine weitere Rallye in Richtung von mindestens 1.830 USD realistisch. Wir sind kurzfristig bullisch, mittelfristig neutral bis skeptisch und langfristig sehr bullisch für Gold und die Edelmetalle.

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