Ölpreis Förderung

Ölpreis 2022: Geht es hoch auf über 103,50 US-Dollar?

Das zurückliegende Jahr 2021 war das Jahr, in dem die Inflation zurück ins Bewusstsein der Menschen, Anleger und Börsianer gekrochen ist. Besonders der massiv gestiegene Ölpreis hat viele Marktbeobachter auf dem falschen Fuß erwischt. 

Viele Jahre und Jahrzehnte haben steigende Preis in Europa und in Vereinigten Staaten in der Summe kaum eine große Rolle gespielt. Mitunter gab es sogar kurze Phasen, in denen die Inflationsrate rückläufig bzw. leicht negativ gewesen ist. Zum Beispiel während der Finanzkrise 2008/09 und 2020, als die jeweils sinkende Kaufnachfrage für entsprechend fallende Preise gesorgt hat.

Ölpreis Brent Tages-Chart

Vor diesem Hintergrund waren die letzten Monate fast schon ein kleiner Schock. Zuletzt meldeten die USA für den November 2021 einen historischen Preisanstieg von 6,8 Prozent. Für Deutschland hat das Statistische Bundesamt einen Anstieg von 5,2 Prozent errechnet. Die Preise steigen auf breiter Front. Besonders Lebensmittel und die Energiepreise geht durch die Decke. In diesem Zusammenhang sind besonders die galoppierenden Gaspreise und der hausierende Ölpreis zu nennen.

Ölpreis der Marke Brent: Plus 342 Prozent in 18 Monaten

Während des ersten Lockdowns und des Corona-Crashs gab es im Frühjahr 2020 sogar einen kurzen Moment, in dem der Ölpreis ins Negative gerutscht war. Die Panik war damals dermaßen groß und die Nachfrage nach Rohöl entsprechend so gering, dass Händler an der Börse bereit waren, den Käufern Geld anzubieten. Der Negativ-Rekord lag damals bei Minus 37,63 US-Dollar (WTI) pro Barrel!

Bis heute hat sich diese verrückte und übertrieben Marktsituation zum Glück wieder aufgelöst. Heute sehen wir allerdings ein anderes Extrem: Aufgrund der hohen Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt der Ölpreis der Marke Brent seit Monaten kontinuierlich. Vom Crash-Tief im April 2020 ging es bis zum Oktober 2021 kontinuierlich nach oben. Hoch und Tief trennen sagenhafte 342 Prozent! Viele Marktbeobachter und Volkswirte erwarten vor diesem Hintergrund auch in diesem Jahr eine Inflationsrate deutlich oberhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre. 

Ölpreis Brent im Monats-Chart

Charttechnik: Wichtige Widerstände voraus! 

Der langfristige Monats-Chart des Ölpreises der Marke Brent zeigt, wo wir aktuell stehen. Mit knapp 20 USD stand Brent im April 2020 so tief wie zuletzt Anfang 2002. Heute haben wir mit Kursen um 80 USD das Niveau aus dem Herbst 2018 erreicht. Hier in diesem Bereich findet sich auch der untere Bereich einer wichtigen Widerstandszone, die bis auf etwa 100,50 USD reicht. Hierzu gesellt sich noch der langfristige Abwärtstrend, der mit den Oktober-Hochs bereits etwas überboten wurde. Zusätzlich ist eine diagonale Widerstandslinie zu erkennen, die ihren Ursprung am Crash-Tief 2008 hat.

Weiterer starker Anstieg des Ölpreises unwahrscheinlich

Besonders die Widerstandszone und der diagonale Widerstand sind wichtig. Beide deuten auf ein Kursniveau von etwa 100,50 bis 103,50 USD, die in den kommenden Wochen und Monaten noch ohne Weiteres erreicht werden könnten. Vom aktuellen Niveau ist es zwar ein weiterer Kurssprung von bis zu 33 Prozent. Doch spätestens dann dürfte sich eine großangelegte Konsolidierung einstellen, die auch dafür sorgen wird, dass die Inflation wieder etwas zurückgehen wird.