DAX40 Symbolbild

DAX40 und die Ukraine-Krise: Das ist die letzte Bastion der Bullen!

Am 24. Februar hat Russland das Nachbarland Ukraine unerwartet militärisch angegriffen. Seit diesem Tag herrscht mitten in Europa Krieg. Schnell wurden weltweit gesellschaftliche, wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen gegen Putin, die russische Bevölkerung sowie gegen die russische Wirtschaft beschlossen. Der DAX40 reagiert bisher recht gelassen.

Diese sollen und werden Russland hart treffen. Allein heute ist der russische Rubel gegen den US-Dollar zeitweise um 25 Prozent abgestürzt. Die russische Börse hat aus Angst vor zu starken Kursturbulenzen gar nicht erst eröffnet. Und dem Europa-Ableger der Sberbank droht hier direkt die erste Bankenpleite. Viele mittel- und langfristigen Auswirkungen der westlichen Sanktionen sind aber noch nicht einmal ansatzweise absehbar. 

Dax Kursverlauf

Vor dem Hintergrund, dass diese Sanktionen sich auch direkt und indirekt auf die Wirtschaft in Europa und Deutschland negativ auswirken werden, steht der DAX40 aktuell noch erstaunlich gut dar. Seit dem Kriegsausbruch hat der Deutsche Aktienindex bis zum heutigen Schlusskurs auf Xetra gerade einmal 1,16 Prozent verloren. Zeitweise waren es am Jahrestief bei 13.807 Punkten am 24. Februar 5,6 Prozent. Die uralte Börsenregel „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ kommt also auch in diesem Fall zur Anwendung. Und auch aus Sicht der Charttechnik ist die gute Verfassung des DAX40 kein Zufall!

DAX40 Tages-Chart

DAX40 dreht auf wichtiger charttechnischer Unterstützungslinie

Nachdem der DAX40 aus seiner monatelangen volatilen Seitwärtsbewegung überraschend stark nach unten ausgebrochen war, wurde in der letzten Woche im Tages-Chart eine äußerst wichtige Unterstützungslinie erreicht und nach einem kleinen Fehlausbruch mit Bravour verteidigt. Diese Linie wird definiert durch die letzten Rekordhochs „vor Corona“ im Januar 2018 und Februar 2020. 

Für deutsche Anleger ist das zunächst ein gutes Zeichen. Zeigt es doch, dass der langfristige Trend nach wie vor aktiv ist und es keinen Grund gibt, dem Aktienmarkt den Rücken zu kehren und einen auf „Hilfe, der 3. Weltkrieg kommt!“ zu machen. Zumindest gilt das für westliche Aktienmärkte! Der russische Aktienindex RTS hat in diesem Jahr bereits mehr als halbiert!

Aktuelle Unterstützungslinie hat historisches Vorbild auf höherer Ebene

Charttechnik ist nicht jedermanns Sache. Viele halten sie für Humbug oder stufen sie als willkürlich ein. Besonders in Phasen wie diesen gilt sie bei Skeptikern als sinnlos, weil die Politik ja die Kurse bestimmt. Doch die eingangs beschriebene Unterstützungslinie hat ein großes historisches Vorbild. Achten Sie im folgenden Wochen-Chart des DAX40 auf die untere grüne Unterstützungslinie. 

DAX40 Wochen-Chart

Im Zuge des Corona-Crashs war der DAX40 im Frühjahr 2020 regelrecht kollabiert und auf fast 8.200 Punkte gefallen. Doch wie von Zauberhand ging es ab diesem Punkte wieder fast senkrecht nach oben. 

Einen erheblichen Einfluss auf die dann einsetzende Rallybewegung hatte die Unterstützungslinie, die sich damals durch die historischen Hochs aus dem Jahre 2000 und 2007/08 definiert. Auch hier konnte sich der DAX40 nach einem kleinen Fehlausbruch schnell wieder erholen und den Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Vor diesem Hintergrund hat die aktuelle Chartbetrachtung deutlich mehr Gewichtung. Steigende Kurse sind ab jetzt deutlich wahrscheinlicher als direkt fallende Kurse oder gar ein Ukraine-Crash!