Aktienmarkt und Börsengänge

Börsengänge Deutschland 2021: Die 4 schlechtesten

Das Börsenjahr 2021 war trotz dritter und vierter Corona-Welle sowie der neuen Virusvariante Omikron ein voller Erfolg. Es fehlen zwar noch fünf Handelstage bis zur Feststellung der endgültigen Jahresperformance, doch es nicht absehbar, dass sich die größten Indices bis zum 31. Dezember noch großartig verändern werden. Der DAX Performance-Index gewinnt über 14 Prozent hinzu. Der Dow Jones sogar 17 und der Nasdaq 100 sogar fast 27 Prozent. Die Zeit für Börsengänge könnte besser kaum sein.

Weltweit 64 Prozent mehr Börsengänge als 2020

Das positive und optimistische Börsenumfeld zieht entsprechend neue Unternehmen an, die den Gang auf das Parkett wagen möchten, um sich damit ihr zukünftiges Wachstum zu finanzieren. Weltweit beläuft sich die Zahl der Börsenneulinge bis Mitte Dezember auf 2.388. Im Vergleich zu 2020 waren das sage und schreibe 64 Prozent mehr als im Jahr 2020. 

In Deutschland gab es laut der jährlich erscheinenden Studie von Kirchhoff Consult 12 IPOs im Prime Standard. Die Börse Frankfurt konnte insgesamt bis Anfang Dezember 20 neue Unternehmen, besonders Startups, in ihren Reihen willkommen heißen. Die Entwicklung ist grundsätzlich positiv, zeigt sie doch, dass Unternehmen trotz Coronakrise neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte erschließen können. An die Boom-Zeiten der IPOs (Initial Public Offering) der Jahre 1999 und 2000 kommen die aktuellen Zahlen jedoch nicht einmal ansatzweise heran. Damals gab in Deutschland 174 bzw. 142 Börsengänge.

Gut 50 Prozent Verlust mit Autos und Brillen

Mister Spex ist durch die zum Teil aggressive TV-Werbung mittlerweile sogar Nicht-Brillenträgern ein Begriff. Das Berliner Unternehmen mit Sitz im ehemaligen Osten der Hauptstadt ging im August mit einem Startpreis von 25 EUR an die Börse. Heute haben Aktionäre der ersten Stunde sprichwörtlich die Brille auf. Der Kurs steht heute bei knapp 11 EUR und damit schon 55 Prozent tiefer. Ein erfolgreicher Börsengang sieht anders aus.

Viele Menschen sind seit Beginn der Coronakrise vom ÖPNV auf das Fahrrad umgestiegen. Die Angst vor einer Ansteckung fährt hier immer mit. Entsprechend boomt das Geschäft mit dem Drahtesel. Bike24 aus Dresden hat die Gunst der Stunde genutzt und den Gang aufs Parkett im Juli gewagt. Aktuell steht der Aktienkurs mit 15,32 EUR zwar leicht über dem Ausgabekurs von 15 EUR. Doch vor dem Hintergrund und dem Wissen, dass die Aktie zeitweise schon bei über 27 EUR stand, eine eher enttäuschende Entwicklung. 

Auto1, als Pendant zu Bike24, vermittelt aus München Gebrauchtwagen. Neben einer 3-wöchigen Geld-Zurück-Garantie, wirbt das Unternehmen auch mit einer 1-jährigen Garantie. Eine Garantie für steigende Kurse ist das aber noch lange nicht. Aktuell notiert die Gebrauchtwagen-Aktie 46 Prozent unterhalb des Ausgabekurses, der damals mit 38 EUR taxiert wurde. Seit dem Rekordhoch rauchte der Aktienkurs sogar um 64 Prozent ab. Der Börsengang also eine einzige Katastrophe … 

Auto1 Aktie Kursverlauf seit IPO

About You als Online-Modehändler und Gegenstück zu Zalando, hatten ihr Börsengang Mitte Juni und halten sich bisher recht wacker. Bis zum November verloren die Anteilsscheine zeitweise auf 17 EUR und verloren damit 24 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs von 23 EUR. Der aktuelle von knapp 21 EUR kann jedoch nicht wirklich.

About You Aktie seit Börsengang

Die obige Aufzählung ist nicht vollständig.  Die Auflistung der Unternehmen ist rein zufällig und stellt keine Wertung dar.