Besser als gedacht!

Die Commerzbank, Deutschlands zweitgrößte Privatbank, glänzt unter Leitung von Manfred Knof mit deutlich gestiegenen Ertragszahlen. Diese beliefen sich im 1. Quartal auf €2.795 Milliarden, was einer Zunahme von 12% im Vergleich zum vergangenen Jahr entspricht.

Der Überschuss hat sich mit €284 Millionen im 1. Quartal innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und auch der Gewinn aus dem operativen Geschäft stieg auf €544 Millionen an, was die Schätzungen der Analysten, die von nur €282 Millionen ausgegangen waren, deutlich übertrifft.

An der Börse kann die Commerzbank ebenfalls überzeugen, denn ihre Aktie gewann zuletzt rund 3% und gehört damit aktuell zu den stärksten Werten im MDAX. Bemerkenswert ist, dass das Finanzinstitut dieses Wachstum trotz der Belastungen einer erhöhten Risikovorsorge erzielen konnte.

Diese wurde innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht und stieg von €149 Millionen auf €464 Millionen an. Knof führt diese ausgezeichneten Ergebnisse auf ein „starkes Kundengeschäft“ zurück, das sich in allen Bereichen gut entwickelt hätte.

Zudem dürfte die Bank auch von Erhöhungen des Leitzinses in Polen profitiert haben, wo sie mit ihrem Ableger mBank einen wichtigen Markt hat. Die weiteren Prognosen sehen für das Geldhaus ebenfalls rosig aus.

Knof ist überzeugt, einen Konzerngewinn von mehr als €1 Milliarde erzielen zu können – sofern die Risikovorsorge nicht noch weiter aufgestockt wird und sich die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges nicht weiter verschärfen.

Die Deutsche Bank konnte sich ebenso trotz aller Umstände aus ihrer jahrelangen Krise befreien und den höchsten Quartalsgewinn seit 9 Jahren erzielen. Die gesamten Erträge des Konzerns stiegen um 1% auf €7.3 Milliarden und auch die im DAX notierte Aktie konnte zuletzt etwa 2% Zuwachs verbuchen.

Der Überschuss betrug im 1. Quartal fast €1.1 Milliarde und nahm damit innerhalb eines Jahres um 21% zu. Auch dieses Ergebnis übertrifft die Erwartungen der Analysten, die nur mit rund €950 Millionen gerechnet hatten. Wie die Commerzbank musste auch die Deutsche Bank einer erhöhten Risikovorsorge trotzen.

Mit €292 Millionen legte sie viermal so viel Geld als Sicherheit zurück wie im 1. Quartal des vergangenen Jahres. Als Haupteinnahmequelle für die starken Erträge ist mit €1.5 Milliarden weiterhin das Investmentbanking zu nennen, das der Bank durch den Handel mit Wertpapieren und Währungen Geld einbringt.

Doch auch im Bereich der Unternehmens- und Privatkunden konnten die Gewinne gesteigert werden. Chef Christian Sewig, der im Sommer 2019 für eine umfassende Umstrukturierung gesorgt hatte, ist in jedem Fall zufrieden. Sie hätten bewiesen, dass sie „in besonders schwierigen Zeiten besonders gut sind“.

Beide Finanzinstitute konnten also durch Umbaumaßnahmen ihr Wachstum wieder auf Kurs bringen und den aktuellen Unsicherheiten trotzen. Die Wende in der Zinspolitik an den Kapitalmärkten dürfte ihnen nun zusätzlich unter die Arme greifen. Experten schätzen, dass die Banken in diesem Jahr deutlich davon profitieren werden.

Meta verzeichnet wieder steigende Nutzerzahlen

Zu Beginn des neuen Jahres stürzte die Aktie des Unternehmens dann regelrecht ab, zwischenzeitlich notierte der Titel rund 50% unter seinem 52-Wochen-Hoch ($324.80). Umso freudiger dürften Verantwortliche und Anleger nun die Zahlen des ersten Quartals 2022 zu Kenntnis genommen haben.

So konnte Meta den Abwanderungstrend der User vorerst stoppen und dementsprechend wieder steigende Nutzerzahlen verkünden.

Im ersten Quartal 2022 nutzten täglich rund 1.96 Milliarden Menschen die Plattformen des Konzerns und somit etwa 30 Millionen mehr als in den vorherigen drei Monaten.

Auch beim Umsatz vermeldet der Tech-Riese Zuwächse, wenngleich diese so niedrig daherkommen, wie zuletzt zum Börsengang vor zehn Jahren und somit die Erwartungen der Analysten verfehlt wurden. Begründet wird dies seitens Meta unter anderem damit, dass im Zuge des Ukraine-Konflikts die Anzeigenplattform in Russland gestoppt wurde.

Zudem bremse der Krieg die Aktivität der Werbekunden im Gesamten. Auch Apples neue Datenschutzregeln, welche die Personalisierung von Werbung erschweren, hätten ihren Teil zum abgeschwächten Wachstum beigetragen. Insgesamt stieg der Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um 7% auf $27.9 Milliarden, seitens der Analysten wurde ein Umsatz von $28.2 Milliarden prognostiziert.

Gar rückläufig entwickelte sich der Gewinn im Haus Meta: Den $9.5 Milliarden aus dem ersten Quartal des vergangenen Jahres steht ein $7.46 Milliarden-Gewinn in den ersten drei Monaten 2022 gegenüber, was einem Rückgang von rund 21% entspricht. Übertreffen konnte das Unternehmen indes die Analystenschätzungen hinsichtlich des Gewinns je Aktie.

So rechneten diese mit einem Plus von $2.56 pro Anteilsschein, realisiert wurden letztlich $2.72 Gewinn je Aktie. Anfügen muss man aber hier, dass Meta-CEO Mark Zuckerberg die Anleger im Januar darauf eingestimmt hatte, dass man aufgrund der massiven Investitionen in das Metaverse mit einem Gewinnrückgang für das aktuelle Jahr rechne. Diese Prognose hat sich für die Aktionäre jedoch (bisher) nicht bestätigt.

Die Meta-Aktie, die übrigens bereits fix für unser bald auf den Markt kommendes Tech33-Aktienpaket ausgewählt wurde, verbuchte zuletzt Anstiege von knapp 20%, steht aber seit Jahresbeginn weiter mehr als 35% im Minus. Dies macht sie natürlich attraktiv im Hinblick auf mögliche Einstiege.

 

Mindestens 50 Tote bei Anschlag auf Moschee in Kabul

Kabul (Reuters) – In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einer Explosion in einer Moschee nach Angaben ihres Vorstehers mindestens 50 Menschen getötet worden.

Das Innenministerium bestätigte am Freitag zunächst mindestens zehn Tote. Viele Gläubige hatten sich in der sunnitischen Moschee zu eingefunden, um an dem religiösen Gedenken Zikr teilzunehmen. Ein Teilnehmer der Versammlung, offenkundig ein Selbstmordattentäter, habe eine Bombe gezündet, berichtete Moschee-Vorstand Sajed Fasil Agha. “Schwarzer Rauch stieg auf und verbreitete sich überall, überall lagen Leichen”, sagte er zu Reuters. Auch seine Neffen seien unter den Toten.

Der Anschlag reiht sich ein in eine Serie von Attacken, die entweder Sunniten oder Schiiten galten, Vertreter der beiden dominierenden Ausprägungen des Islam. Erst am Donnerstag explodierten in Masar-i-Scharif im Norden des Landes Sprengsätze zwei mit Schiiten besetzen Minibussen und rissen mindestens neun von ihnen in den Tod.

Die Taliban erklären, seit ihrer Machtübernahme im vergangenen August hätten sie Afghanistan befriedet. Vor allem hätten sie die Extremistengruppe Islamischer Staat so gut wie ausgeschaltet. Allerdings sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Afghanen bei Anschlägen ums Leben gekommen. Zu einigen hat sich der Islamische Staat bekannt. Vertreter internationaler Organisationen und Beobachter warnen, Afghanistan könne wieder in einen Bürgerkrieg abgleiten, in dem sich verschiedene Interessengruppen gegenseitig bekämpfen.

Deutsche Post hält an ihren Zielen für 2022 fest

Düsseldorf (Reuters) – Die Deutsche Post hat ihre Ziele für das Jahr 2022 bekräftigt.

“Für das weitere Jahr 2022 bleiben wir bei unserem bisherigen Ausblick”, sagte Post-Chef Frank Appel laut am Freitag vorab verbreitetem Redetext für die Hauptversammlung des Bonner Konzerns in der kommenden Woche: “Unsere Prognose bleibt positiv.” Die Post erwarte, dass sie den operativen Ertrag (Ebit) des vergangenen Jahres von “um die acht Milliarden Euro” erneut erreiche. Doch stehe die Frage im Raum, wie sich nach dem Einmarsch Russlands der Krieg in der Ukraine auf Weltwirtschaft und Transportmärkte auswirken werde. “Zur Zeit lässt sich das schwer abschätzen”, sagte Appel.

Die Post hatte in der Vergangenheit vom florierenden Online-Geschäft und dem anziehenden Welthandel profitiert. Konkurrent UPS hatte im ersten Quartal ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus eingefahren und seine Ziele bekräftigt. Die Post will die Ergebnisse des ersten Quartals am 03. Mai vorlegen.

Russland wendet erneut Zahlungsausfall ab – Bonds in Dollar bedient

(Reuters) – Russland hat erneut einen offiziellen Zahlungsausfall in letzter Minute abgewendet.

Das russische Finanzministerium überwies nach eigenen Angaben vom Freitag insgesamt knapp 650 Millionen Dollar an die Inhaber zweier Staatsanleihen. Ursprünglich hatte das Land, dessen Devisenreserven wegen der westlichen Sanktionen zum großen Teil eingefroren sind, angekündigt, diese Zahlungen in Rubel zu leisten.

Rating-Agenturen hatten angekündigt, dass sie den Schuldendienst für diese Anleihen in Rubel als Zahlungsausfall werten würden, da in den Börsenprospekten Dollar als Auszahlungswährung festgeschrieben sei. Das russische Finanzministerium transferierte die Dollar-Summe den Angaben zufolge an die Londoner Filiale der Citibank, die sie dann an die Anleihe-Gläubiger weiterleiten wird. Die US-Regierung betonte, dass sie für die Zahlungen keine der in ihrer Jurisdiktion eingefrorenen Gelder freigegeben habe.

Der eigentliche Termin für aktuellen Zahlungen lag Anfang April, allerdings gilt eine 30-tägige Nachfrist bis zum 4. Mai. Erst wenn diese verstrichen ebenfalls wäre, wäre der Zahlungsausfall offiziell geworden. Russland hatte zuletzt während der Russischen Revolution von 1917 seine Schulden nicht bedient. Damals hatten die Bolschewiken Verbindlichkeiten aus der Zarenzeit nicht anerkannt.

Brandenburg – Shell steht weiter zur Raffinerie Schwedt

Potsdam (Reuters) – Der Ölkonzern Shell steht nach Worten von Brandenburgs Wirtschaftaftsminister Jörg Steinbach weiter zur Raffinerie Schwedt an der Oder.

Shell sei bereit, auch unter Inkaufnahme von finanziellen Verlusten für den Standort da zu sein, sagte der SPD-Politiker am Freitag Reuters TV. Eine Sprecherin von Shell in Deutschland wollte sich dazu am Freitag nicht äußern.

Shell hat eigentlich seinen Anteil an Schwedt von etwas unter 40 Prozent an den russischen Konzern Rosneft verkauft, dem zuvor schon mehr als die Hälfte der Raffinerie gehörten. Allerdings ist das Bundeswirtschafsministerium eingeschritten und hat ein sogenanntes Investititionsprüfverfahren eingeleitet, mit dem die Transaktion verhindert werden könnte.

Laut Minister Robert Habeck ist Schwedt die letzte Raffinerie, die noch im größeren Stil russisches Öl verarbeitet. Er hatte mit Blick auf die Eigentümerstruktur angekündigt, er suche nach einer “Alternative”, die hoffentlich in den nächsten Tagen gefunden werden könne.

Schwedt ist direkt an eine Ölpipeline aus Russland angebunden. Möglich wäre es, die Raffinerie auch teilweise mit Öl zu versorgen, das über den Hafen Rostock importiert wird. Habeck hatte zudem in Polen besprochen, ob der Rest über Danzig aus anderen Ländern eingeführt werden könne. Vorher müsse man jedoch die Frage der Kontrolle über die Raffinerie klären.

Habeck war Fragen nach einer möglichen Enteignung ausgewichen. Das neue Energiesicherheitsgesetz, das am Freitag erstmals im Bundestag beraten wurde, könnte dafür eine Handhabe liefer. Er wird aber voraussichtlich nicht vor Juni in Kraft treten.

Landeswirtschaftsminister Steinbach sagte, auch Shell wolle sich von Russland lösen: “Die Shell hat sehr deutlich gesagt, sie will sich von russischem Öl trennen und schon gar nicht auch mehr noch davon sozusagen verarbeiten”, sagte er Reuters TV. “Und wir sind im Augenblick am Diskutieren mit den verschiedenen Parteien, wie das gelöst werden kann.”

Die Raffinerie versorgt große Teile Ostdeutschlands und Berlin sowie auch Polen mit Benzin, Diesel oder Kerosin. Mit mehreren Tausend Beschäftigen ist das Gewerbebiet um die Anlage ein zentraler Arbeitgeber in der Region.

Razzia bei der Deutschen Bank wegen Geldwäscheverdacht

Frankfurt (Reuters) – Razzia in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Am Freitag fanden in Räumlichkeiten des Instituts Durchsuchungen statt, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft mitteilte.

Es habe einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt gegeben, erklärte die Behörde. Laut Deutscher Bank stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit Geldwäscheverdachtsmeldungen, die das Institut selbst abgegeben habe. In welchem Zusammenhang der Geldwäscheverdacht aufgetaucht, wer betroffen ist oder welchen möglichen finanziellen Umfang der Fall hat, nannte das Geldhaus nicht.

“Die Deutsche Bank kooperiert vollumfänglich mit den Behörden”, sagte Finanzchef James von Moltke auf einer Investorenkonferenz am Freitag. “Da das ein sehr neues Ereignis ist und eine laufende Untersuchung, können wir bei der heutigen Telefonkonferenz leider nicht mehr sagen”, fügte er hinzu. Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich im Handelsverlauf deutlich von ihren Verlusten und lagen am Nachmittag noch 0,05 Prozent im Minus.

Laut Staatsanwaltschaft waren Beamte des Bundeskriminalamts (BKA), der Finanzaufsicht BaFin und der Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Durchsuchung beteiligt. Weitere Einzelheiten nannte sie unter Hinweis auf andauernde Ermittlungen nicht. Es gehe darum, ob die Deutsche Bank die Verdachtsmeldung rechtzeitig abgegeben habe, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Bei dem betreffenden Vorgang habe die Bank als Korrespondenzbank fungiert. Die Finanzaufsicht Bafin lehnte eine Stellungnahme ab.

Schon in der Vergangenheit war die Deutschen Bank wegen Geldwäschefällen in die Schlagzeilen geraten. Sie war dabei immer wieder mit Kritik konfrontiert, bestimmte Transaktionen oder Kunden mangelhaft kontrolliert zu haben. Im Jahr 2020 musste die Bank beispielsweise wegen einer verspäteten Verdachtsmeldung zu Geldwäschevorgängen rund 13,5 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Die Finanzaufsicht Bafin hatte 2018 sogar einen Sonderbeauftragten bei Deutschlands Branchenprimus eingesetzt, um die Umsetzung von vorgeschriebenen Maßnahmen besser überprüfen zu können. Nach einem weiteren Rüffel der Aufseher im vergangenen Jahr hatte das Institut den Leiter der Geldwäsche-Bekämpfung ausgetauscht. Vorstandschef Christian Sewing versprach stärkere Anstrengungen im Kampf gegen Finanzkriminalität und stellte signifikante Investitionen in Technologie in Aussicht.

Evonik plant Verkauf von Unternehmensteil mit Milliarden-Umsatz

Düsseldorf (Reuters) – Der Spezialchemiekonzern Evonik treibt seinen Umbau weiter voran.

Evonik wolle einen Partner für sein intern C4-Verbund genanntes Geschäft suchen, das unter anderem Zusätze für Kraftstoffe, PVC und Kautschuk produziert, sagte ein Sprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der “WAZ”. Die Ausgliederung des Geschäfts solle eingeleitet werden, fügte der Sprecher hinzu.

Geplant sei, einen Käufer zu suchen, der das Geschäft zunächst mit Evonik in einem Gemeinschaftsunternehmen betreiben und später eigenständig führen wolle, berichtete das Blatt weiter. Der Bereich erziele eine jährlichen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. In einem ersten Schritt solle der C4-Verbund mit Standorten in Marl und Antwerpen als eigenständige unternehmerische Einheit innerhalb des Evonik-Konzerns aufgestellt werden, danach solle die Partnersuche beginnen.

Evonik-Chef Christian Kullmann hatte das margenstarke Geschäft rund um die Spezialchemie bei den Essenern in den vergangenen Jahren auch durch Zukäufe ausgebaut und Evonik eine neue Struktur verpasst, um den Konzern schlagkräftiger aufzustellen. Kullmann will sich zudem von einem weiteren Bereich trennen: Die Ausgliederung des Geschäftsgebiets Baby Care zur Vorbereitung eines Verkaufs wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Widersprüchliche Angaben aus Russland zu Bindung des Rubel an Gold

(Reuters) – Höchste Stellen in Russland haben sich am Freitag widersprüchlich über eine mögliche Koppelung des Rubel-Kurses an den Goldpreis gekommen.

Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow erklärte, dieser Schritt werde mit Staatsoberhaupt Wladimir Putin diskutiert. Einzelheiten nannte Peskow nicht. Dagegen sagte die russische Zentralbankchefin Elvira Nabiullina, dies werde “in keiner Weise diskutiert”. Vor einigen Tagen hatte der Sekretär des Sicherheitsrates und enge Putin-Vertraute Nikolai Patruschew erklärt, es würden Vorschläge zur Bindung des Rubels an Gold und andere Güter ausgearbeitet. Ein solches Vorhaben könne Russland mehr Souveränität über sein Finanzsystem geben. Dieses steht wegen der internationalen Sanktionen nach der Ukraine-Invasion unter Druck.

Die russische Zentralbank hatte im März erklärt, sie würde bis zum 30. Juni Gold zu einem festen Preis von 5000 Rubel pro Gramm kaufen. Dies werteten einige Beobachter als Versuch, den Rubel an Gold zu koppeln. Nachdem der Rubel stark anstieg, machte die Zentralbank dann jedoch zwei Wochen später einen Rückzieher. Sie erklärte, der Kauf werde zu den ausgehandelten Preisen stattfinden. Russland ist für etwa zehn Prozent des weltweit geförderten Goldes verantwortlich und ein wichtiger Produzent von Öl, Erdgas, Metallen und Getreide.

“Die wichtigste Voraussetzung für die Gewährleistung der wirtschaftlichen Sicherheit Russlands ist das Vertrauen auf das interne Potenzial des Landes”, sagte Patruschew kürzlich der Regierungszeitung “Rossijskaja Gaseta”. Auf die Frage, ob die Ideen zur Koppelung des Rubels an etwa Gold der Wirtschaftstheorie widersprechen, sagte er: “Sie widersprechen nicht den Schlussfolgerungen der Wirtschaftswissenschaft, sondern den Schlussfolgerungen westlicher Wirtschaftslehrbücher.”

Viele Währungen waren in der Vergangenheit an Gold oder Silber gekoppelt. Auch Russland führte 1897 den sogenannten Goldstandard ein, gab ihn jedoch dann wie viele andere Staaten während des Ersten Weltkriegs auf. Die Verbindungen wurden schließlich gekappt, als die USA 1971 die Gold-Bindung des Dollar aufgaben.

Bayer trotzt Aufspaltungsspekulationen – “Steigert Wert nicht”

Frankfurt (Reuters) – Bayer-Chef Werner Baumann erteilt wiederkehrenden Spekulationen über eine Aufspaltung des Agrar- und Pharmakonzerns eine Absage.

“Wir sind mit unserer Ausrichtung auf die menschlichen Grundbedürfnisse Gesundheit und Ernährung auf dem richtig Weg. Wir fühlen uns also in unserer strategischen Ausrichtung bestätigt”, sagte Baumann am Freitag auf der virtuellen Hauptversammlung des Leverkusener Unternehmens. “Eine Abspaltung, etwa von Divisionen oder die gesamte Aufspaltung des Konzerns, steigert den intrinsischen Wert des Geschäftes nicht.” Das habe Bayer zuletzt auch von einem unabhängigen externen Gutachten bestätigt bekommen, das Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam in Auftrag gegeben hätten.

Spekulationen über eine Aufspaltung von Bayer gibt es bereits seit Jahren. Der Vorstand hat sie stets zurückgewiesen. Auf- und Abspaltungen sind seit einigen Jahren weltweit in Mode. Sie folgen der Theorie, dass Konglomerate an der Börse meist einen Bewertungsabschlag hinnehmen müssen, so dass die Teile eines Konzerns mehr wert sind als das Ganze. Baumann hielt dagegen, dass eine Aufspaltung von Bayer vielmehr sogar “erhebliche Dyssynergien” bringe. Die Aufstellung in drei Geschäften erlaube Bayer einen “langen Atem”, den es in der Forschung brauche, sagte er vor den Aktionären.

Investoren wie die Fondsgesellschaften Union Investment und Deka lobten zwar, dass der von der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto schwer gebeutelte Bayer-Aktienkurs zuletzt wieder gestiegen ist. Janne Werning von Union Investment bezeichnete die Börsenbewertung von Bayer aber gleichwohl als “erschreckend wenig.” Er geht davon aus, dass der Ruf nach Abspaltungen, um dadurch mehr Wert für die Aktionäre zu schaffen, lauter werden dürfte, wenn sich der Aktienkurs nicht weiter erhole und Bayer mit seiner vor dem Obersten Gerichtshof der USA angestrengten Glyphosat-Berufung keinen Erfolg habe.

Aufsichtsratschef Nobert Winkeljohann verwies auf die von Vorstand und Aufsichtsrat beauftragte die Studie, die verschiedene Werthebel zur Steigerung des Unternehmenswertes von Bayer untersuchen sollte. “Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass der Wertabschlag der Aktie gegenüber dem inneren Wert nicht durch die Struktur des Portfolios von Bayer bedingt ist.” Die Studienautoren empfählen vielmehr Verbesserungen bei der Positionierung der Pharma-Pipeline sowie der Darstellung weiterer, für die Investoren relevanter, Themen. Diese Vorschläge würden bereits eingehend geprüft.

WARTEN AUF DEN SUPREME COURT

Rückendeckung zur Aufstellung kam auch vom Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW, Marc Tüngler. Bayer sei in seiner aktuellen Struktur richtig aufgestellt. “Es gibt deswegen keinen Grund und keine logische Konsequenz, dass man sich aufspaltet wie das teilweise immer wieder gefordert wird.” Nach seiner Einschätzung lasten die Glyphosat-Klagen in den USA weiter merklich auf dem Kurs. Entscheidend sei nun, wie sich dort der Supreme Court positioniere und ob damit “hoffentlich endlich mal dieser Zopf abgeschnitten werden kann.”

Der Supreme Court hatte Interesse an dem Fall gezeigt und Ende vergangenen Jahres eine Stellungnahme der US-Regierung dazu angefragt. Baumann erwartet bald mehr Klarheit. Die Stellungnahme stehe bisher noch aus. “Wir erwarten, dass das Gericht im Anschluss daran über die Annahme der Berufung entscheidet. Eine solche Entscheidung erwarten wir in den kommenden Wochen”, sagte er. Sollte das Gericht den Fall annehmen, könnte ein Urteil in der nächsten Verhandlungsperiode fallen, die vom Oktober bis Ende Juni 2023 laufe. Eine Entscheidung des Supreme Courts zugunsten Bayers würde nach Einschätzung Baumanns mögliche künftige Rechtsstreitigkeiten im Grunde beenden. Das Unternehmen könnte damit den schon lange von Aktionären erhofften Schlussstrich unter die Glyphosat-Klagewelle ziehen, die sich Bayer mit der Monsanto-Übernahme ins Haus geholt hatte.