Fresenius verstärkt Medikamentensparte Kabi mit zwei Übernahmen

Frankfurt (Reuters) – Der Gesundheitskonzern Fresenius stärkt seine Tochter Kabi mit gleich zwei Zukäufen und legt dafür mehr als 700 Millionen Euro auf den Tisch.

Fresenius Kabi übernimmt die auf Infusionstherapien spezialisierte US-Firma Ivenix für 240 Millionen Dollar sowie eine Mehrheitsbeteiligung von 55 Prozent an dem Biopharmazieunternehmen mAbxience für 495 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Hinzu kommen in beiden Fällen erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Fresenius hat sich zudem die Möglichkeit gesichert, auch noch die übrigen Anteile an mAbxience, einem Hersteller von biologischen Nachahmermedikamenten, zu übernehmen.

“Mit diesen Akquisitionen stärken wir die Position von Fresenius Kabi in zwei wichtigen Wachstumsmärkten”, sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm. Biopharmazie und Medizintechnik seien zentrale Wachstumsfelder für Kabi und wichtige Elemente der Strategie von Fresenius. Sturm hatte bereits angekündigt, in die Tochter Kabi – der Keimzelle des Unternehmens mit Arzneimitteln und Infusionen – künftig mit Priorität investieren zu wollen. Denn Kabi besitzt nach seiner Einschätzung die besten Wachstumsaussichten und das beste Renditeprofil von allen vier Unternehmensbereichen von Fresenius.

Dagegen ist Sturm inzwischen offen für einen Verkauf des Anteils an der Dialysetochter FMC und schließt für die Klinikkette Helios und die Dienstleistungssparte Vamed auch Börsengänge nicht aus. Der lange erfolgsverwöhnte Konzernlenker steht unter Erfolgsdruck: Sturm hatte vor rund einem Jahr beklagt, dass Fresenius am Kapitalmarkt nicht die Wertschätzung erhält, die es verdiene. Die komplexe Konzernstruktur wurde auf den Prüfstand gestellt.

ZUKAUF STÄRKT KABI DEUTLICH BEI BIOSIMILARS

Die Medikamentensparte Kabi ist gemessen am Umsatz der drittgrößte Unternehmensbereich von Fresenius. Der größte ist die Dialysetochter FMC, gefolgt von Helios. Sturm wollte Kabi bereits 2017 mit der 4,4 Milliarden Euro schweren Übernahme des US-Arzneimittelherstellers Akorn verstärken. Er sagte den Deal aber letztlich ab, da Fresenius Akorn Betrug im Zusammenhang mit gefälschten Daten in den USA vorwarf. Damals war Kabi bereits in das Geschäft mit biotechnologischen Nachahmermedikamenten (Biosimilars) eingestiegen und hatte für bis zu 670 Millionen Euro das entsprechende Geschäft von Merck gekauft.

mAbxience hat bereits zwei Biosimilar-Produkte auf dem Markt, dabei handelt es sich um Kopien der lukrativen Krebsmedikamente Avastin und Mabthera von Roche. Weitere auf den Gebieten Immunologie und Krebs befinden sich in der Entwicklung und sollen zwischen 2024 und 2029 weltweit eingeführt werden. mAbxience, das mit rund 600 Mitarbeitern zuletzt auf einen Jahresumsatz von 255 Millionen Euro kam, hat zudem vor kurzem einen Vertrag für die Herstellung der Arzneimittelsubstanz für den Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in Lateinamerika abgeschlossen. Mit dem Medizintechnikunternehmen Ivenix will Kabi sein Angebot im Bereich der Infusionstherapien erweitern.

Beide Zukäufe sollen einen wesentlichen Beitrag zum beschleunigten Wachstum der Fresenius-Gruppe leisten, das Sturm in den kommenden Jahren anstrebt. Sie sollen zudem ab 2023 einen positiven Beitrag auf den Bar-Gewinn je Aktie des Konzerns leisten. Die Übernahmen will Fresenius aus freiem Cashflow und vorhandenen Mitteln finanzieren. Der Kauf der beiden Firmen soll voraussichtlich bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden. An der Börse kamen die Zukäufe gut an: Fresenius-Aktien stiegen um mehr als zwei Prozent und gehörten zu den größten Dax-Gewinnern.

Lufthansa – Buchungen an Ostern über Vorkrisenniveau

Frankfurt (Reuters) – Die Lufthansa hat eine kräftige Erholung der Flugnachfrage zur ersten Reisewelle des Jahres an Ostern ausgemacht.

“Die Oster-Buchungen liegen über dem Vorkrisenniveau”, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag bei der Jahresversammlung des Branchenverbandes Airlines for Europe (A4E) in Brüssel. Die Lufthansa bringe alle verfügbaren Flugzeuge an den Start. Im Sommer sei die Entwicklung bei den Reisezielen, die nicht mehr so wie China abgeschottet sind, ähnlich.

Am größten deutschen Flughafen Frankfurt erwartet die Lufthansa-Gruppe am ersten Ferienwochenende direkt vor den Feiertagen mehr als 225.000 Passagiere bei mehr als 1500 Abflügen. Die Airline habe sich mit mehr Schaltern zum Einchecken und mehr Personaleinsatz umfassend vorbereitet. Dennoch sei mit längeren Wartezeiten bei den Kontrollen am Flughafen zu rechnen, sodass der Frankfurter Flughafen empfehle, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug dort zu sein.

Fraport erklärte, das Verkehrsaufkommen werde in den Osterferien mit rund 1100 Abflügen am Tag in Frankfurt deutlich erhöht sein. Der Airport habe noch nicht wieder genug Personal gefunden. Daher seien die Aufkommensspitzen spät vormittags und früh nachmittags eine große Herausforderung für den Flughafenbetrieb.

Deutsche Bahn will 2022 in Gewinnzone zurückkehren

Berlin (Reuters) – Die Deutsche Bahn will im laufenden Jahr die Zeit der Verluste hinter sich lassen.

“Wir wollen ab 2022 wieder operativ schwarze Zahlen schreiben. Das ist ein ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel”, sagte Finanzvorstand Levin Holle am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. “Wir nähern uns Schritt für Schritt dem Vorkrisenniveau”, ergänzte Firmenchef Richard Lutz. Allerdings bringe der Ukraine-Krieg nach Corona neue Unsicherheiten mit sich. Trotzdem soll der Umsatz weiter zulegen und 2022 auf mehr als 48 Milliarden Euro steigen. Laut Lutz ist die Bahn gut ins Jahr gestartet: “Die Menschen wollen mehr Bahn fahren und die Unternehmen mehr Güter auf die Schiene bringen.” Herausforderungen ergäben sich aus den vielen Baustellen, um Kapazitäten zu erhöhen.

Lutz zufolge hat der Staatskonzern mit mehr als 320.000 Mitarbeitern erneut ein “turbulentes” Jahr erlebt. Dank ihrer gewinnträchtigen Logistik-Tochter Schenker verringerte die Bahn ihren Verlust 2021 allerdings deutlich und vermeldete zudem auch wegen gestiegener Passagierzahlen einen Umsatzrekord. Der Fehlbetrag reduzierte sich auf 900 Millionen Euro nach 5,7 Milliarden Euro im Coronajahr 2020. Der Betriebsverlust (Ebit) ging auf 1,6 Milliarden Euro nach 2,9 Milliarden zurück. Der Umsatz kletterte um 18,4 Prozent auf zuvor nie erreichte 47,3 Milliarden Euro. Rund 82 Millionen Reisende nutzten 2021 die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn und damit rund eine Million mehr als im Jahr davor. Ein größeres Plus verhinderten unter anderem die Flutkatastrophe im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen sowie die Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL und Reisezurückhaltung durch neue Virusvarianten.

Reuters hatte bereits am 22. März unter Berufung auf Insider Einblick in die Jahreszahlen gegeben.

SCHENKER PUNKTET – “KEINE VERKAUFSPLÄNE”

In der Bilanz der Bahn glänzt vor allem die Logistik-Tochter Schenker. Das Unternehmen hatte schnell auf die Probleme bei den Lieferketten während der Corona-Krise reagiert und profitierte von den hohen Tarifen vor allem bei der Luft- und Seefracht. So heimste sie zu ihrem 150. Unternehmens-Jubiläum einen Rekordumsatz von 23 Milliarden Euro ein und erzielte einen Betriebsgewinn von 1,2 Milliarden Euro. Dies dürfte auch die Debatte um einen möglichen Verkauf befeuern. Finanzkreisen zufolge könnte für Schenker ein Erlös von bis zu 20 Milliarden Euro erzielt werden. Das würde dem Mutterkonzern gut tun, der weiter auf einem Schuldenberg von fast 30 Milliarden Euro sitzt. Holle sagte dazu: “Es gibt aktuell keine Verkaufspläne für DB Schenker. Was die Zukunft bringen, werden wir sehen.”

Anders sieht es bei der Auslandstochter Arriva aus. Da hält die Bahn daran fest, den Verkaufsprozess 2024 zu starten und will bis dahin das Ergebnis weiter verbessern.

INFLATION IM BLICK

Bisher kommt die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben mit den höheren Energiepreisen zurecht. “Das Gute bei uns ist, dass wir einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien in unserem Bahn-Strom-Mix haben – fast zwei Drittel. Dadurch sind wir ein Stückweit entkoppelt von der Preisentwicklung. Herr Putin hat Gott sei Dank keinen Einfluss auf Preise von Sonne und Wind”, ergänzte Lutz. Auf lange Sicht werde sich die Deutsche Bahn aber nicht abkoppeln können. Über höhere Ticketpreise könne aktuell noch nichts gesagt werden.

In Kürze steht bei der Bahn eine wichtige Personalveränderung an. Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla verlässt den Staatskonzern zu Ende April. Wer dem früheren Kanzleramtschef, der auch für das umstrittene Milliarden-Projekt Stuttgart21 zuständig war, nachfolgt und dann die gesamte Infrastruktur aus Netz, Bahnhöfen und Energieversorgung verantwortet, ist noch unklar. Für Beständigkeit sorgte die Bahn an anderer Stelle. Erst am Mittwoch verlängerte der Aufsichtsrat die Verträge von Sigrid Nikutta, die den Güterverkehr leitet, und von Finanzchef Holle um jeweils fünf Jahre.

Die Bahn spielt eine zentrale Rolle für die neue Ampel-Koalition und die geplante Verkehrswende hin zur Klimaneutralität in Deutschland. Die Ampel-Koalition plant, die Passagierzahl im Fernverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Dafür muss unter anderem das Schienennetz saniert werden, was eine Vielzahl von Baustellen nach sich zieht. Lutz nannte es den “Spagat zwischen Bauen und Fahren”.

Ölpreise sinken – USA erwägen Rekord-Freigabe bei Reserven

Frankfurt (Reuters) – Die Aussicht auf mehr Öl auf den Weltmärkten durch das Anzapfen strategischer Reserven der USA und weiterer Länder hat am Donnerstag für sinkende Preise gesorgt.

Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu 5,3 Prozent auf 107,39 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI sank um 6,8 Prozent auf 100,53 Dollar je Fass.

Die US-Regierung um Präsident Joe Biden erwägen einem Insider zufolge die Freigabe von bis zu 180 Millionen Barrel Öl aus den nationalen Notreserven, um sich dem sprunghaften Anstieg der Ölpreise seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine entgegen zu stemmen. Das wäre der größte Abfluss in der 50-jährigen Geschichte der amerikanischen Vorräte. “Verzweifelte Zeiten erfordern eindeutig verzweifelte Maßnahmen, und die Biden-Regierung ist eindeutig der Ansicht, dass der Anstieg der Ölpreise diesen Schritt rechtfertigt, um die Notreserven des Landes anzutasten”, sagte Susannah Streeter, Marktanalystin bei Hargreaves Lansdown. Spekulationen auf Angebotsengpässe aus dem mit Sanktionen belegten Russland, dem zweitgrößten Öl-Exporteur weltweit, hatten die Preise in den vergangenen Kriegswochen nach oben getrieben.

Zudem machten Spekulationen auf eine Freigabe von Rohölreserven durch die Mitglieder der Internationalen Energieagentur (IEA) die Runde. “Es ist nicht klar, ob die im Raum stehende Freigabe der US-Reserven Teil dieser Aktion wäre”, hieß es bei der Commerzbank. Für Freitag wurde ein außerordentliches IEA-Treffen einberufen, von Biden könnte bereits am Donnerstag eine Ankündigung zu den Ölreserven kommen.

Die im Raum stehenden US-Mengen könnten nach Einschätzung der Analysten von Goldman Sachs den Ölmarkt in diesem Jahr stabilisieren, indem für sechs Monate pro Tag eine Million Barrel Öl mehr fließen würde. “Dies würde jedoch eine Freigabe von Ölvorräten bleiben, keine dauerhafte Versorgungsquelle für die kommenden Jahre. Eine solche Freigabe würde daher das seit Jahren bestehende strukturelle Versorgungsdefizit nicht lösen.” Die USA könnten damit allenfalls die starke Volatilität begrenzen und große Aufwärtsbewegungen abschwächen, sagte auch Avtar Sandu, Rohstoffmanager bei Phillip Futures.

Unabhängig davon steht im Tagesverlauf auch ein Treffen der “Opec+”, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, auf der Agenda. Experten rechnen damit, dass die Gruppe an ihrer Politik einer maßvollen Ausweitung der Fördermengen festhält.

Ukraine-Krieg trifft deutschen Arbeitsmarkt bisher kaum

Nürnberg (Reuters) – Der Ukraine-Krieg und damit verbundene Lieferprobleme und hohe Energiepreise zeigen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bisher kaum Spuren.

“Krieg und Flucht schlagen sich derzeit nicht in der Arbeitslosigkeit nieder”, sagte BA-Vorstand Daniel Terzenbach am Donnerstag in Nürnberg. Die BA stelle sich aber darauf ein, dass Betriebe wieder vermehrt zur Kurzarbeit griffen. Für die Behörde wirft das finanzielle Probleme auf. Bereits jetzt steuert die BA laut Terzenbach zum Jahresende auf ein Defizit von etwa 3,5 Milliarden Euro zu. Anders als im vorigen Jahr hat der Bund für dieses Jahr nur ein Darlehen und keinen Zuschuss vorgesehen – womit die BA mit einem Defizit ins Jahr 2023 starten müsste.

“Nach überwiegender Einschätzung der Agenturen vor Ort wird sich der Ukraine-Krieg wegen zunehmender Lieferengpässe und der deutlich erhöhten Energiepreise vor allem in der Kurzarbeit niederschlagen”, sagte Terzenbach. “Kündigungen oder Insolvenzen spielen demnach nur eine sehr untergeordnete Rolle aktuell.”

Im März ging die Arbeitslosenzahl laut BA um 66.000 auf 2,362 Millionen zurück. Das waren 465.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl fiel damit etwas stärker aus als sonst mit Beginn der Frühjahrsbelebung üblich. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Erwerbslosenzahl laut BA um 18.000 zurück. Im Januar gab es demnach rund 34,17 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigte – laut Terzenbach so viele wie noch nie in einem Januar.

Terzenbach plädierte dafür, finanzielle Unterstützung für Ukraine-Flüchtlinge und deren Jobberatung in den Jobcentern in eine Hand zu legen. Das wäre so, wenn Geflüchtete Anspruch auf die Grundsicherung für Erwerbsuchende (Hartz IV) hätten. Derzeit fallen sie aber unter das Asylbewerberleistungsgesetz. Vorrangig seien derzeit Unterkunft und Kinderbetreuung für die Geflüchteten, von denen fast die Hälfte Kinder seien, sagte Terzenbach. “Der Arbeitsmarkt ist sehr aufnahmefähig, der Arbeitskräftebedarf ist sehr hoch”, fügte der BA-Vorstand hinzu.

Bertelsmann trotzt Corona mit Rekordgewinn – Kaum Russland-Geschäft

Berlin (Reuters) – Trotz Corona-Krise hat Bertelsmann im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekord beim operativen Gewinn erzielt.

Für Schwung sorgten stark erholte Werbemärkte und gute Buchverlags- und Servicegeschäfte, wie der Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzern aus Gütersloh am Donnerstag mitteilte. 2021 sei das stärkste Jahr in der Firmengeschichte gewesen, sagte Konzernchef Thomas Rabe. “Wir sind organisch zweistellig gewachsen, haben das höchste operative Ergebnis seit Gründung erzielt und das beste Konzernergebnis seit 2006.” Der Umsatz kletterte organisch um gut elf Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis (operating Ebitda) stieg auf 3,2 (Vorjahr: 3,1) Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr peilt der Konzern vier bis fünf Prozent mehr Umsatz an. Der operative Gewinn dürfte sinken – und zwar in Höhe der geplanten Investitionen von rund 250 Millionen Euro in das Streaming-Geschäft der Fernsehtochter RTL Group, signalisierte Rabe. Hier seien die bisher nicht absehbaren Auswirkungen der russischen Invasion in die Ukraine und die daraus folgenden geopolitischen Spannungen auf die Weltwirtschaft noch nicht eingepreist. Die Umsätze in Russland oder mit russischen Kunden seien gering und lagen zuletzt bei knapp 70 Millionen Euro. Man führe das Geschäft in Russland – etwa bei Warenlagern – schrittweise zurück, sagte Rabe. Insgesamt sei Bertelsmann im Januar und Februar solide ins Jahr gestartet. Indirekte Effekte des Krieges könnten allerdings “erheblich” seien, sollten Kunden wegen höherer Kosten weniger Werbung schalten. Dies könnte etwa Geschäft von RTL bremsen.

Wegen Lieferengpässen, steigender Energiekosten und damit höherer Inflation haben führende Ökonomen ihre Prognosen für die Konjunktur in Deutschland massiv gesenkt.

Unter dem Strich stieg der Bertelsmann-Gewinn 2021 um 58 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro und profitierte dabei deutlich von Firmenveräußerungen. So lag allein das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen nach Konzernangaben bei 786 Millionen Euro. Hauptgrund ist, dass sich RTL vom US-Werbevermarkter SpotX trennte. Beim organischen Umsatz legten alle Bereiche – außer das strukturell rückläufige Druckgeschäft – deutlich zu, auch zum Vor-Corona-Jahr 2019. Bertelsmann senkte seine Finanzschulden auf unter eine Milliarde Euro und will in den nächsten Jahr fünf bis sieben Milliarden Euro in Wachstum stecken. Bis 2023 soll es Investitionen in die Bereiche nationale Medien-Champions, globale Inhalte, weltweite Dienstleistungen, Online-Bildung und Beteiligungen geben. Ab 2024 wollen die Gütersloher dann in zusätzliche Geschäftsfelder wie den digitalen Gesundheitsbereich einsteigen.

In der Debatte um ein mögliches Zusammengehen von RTL mit dem deutschen Wettbewerber ProSiebenSat.1 bekräftigte Rabe seine Position, dass er dies für die Zukunft für möglich halte. Rabe, der auch RTL-Chef ist, betonte aber: “ProSieben steht aktuell nicht auf der Agenda.”

EZB-Bankenaufsicht besorgt wegen indirekter Auswirkungen der Russland-Sanktionen

Frankfurt (Reuters) – Die EZB-Bankenaufsicht ist wegen der indirekten Effekte des Ukraine-Kriegs und der Russland-Sanktionen auf die Geldhäuser in der Euro-Zone besorgt.

Diese könnten starke Engagements von Banken in einzelnen Wirtschaftssektoren oder mit einzelnen Kunden betreffen, sagte EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria am Donnerstag in einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) des Europaparlaments. Auch Turbulenzen in den Energie- und Rohstoffmärkten, stärkere Schwankungen an den Börsen und eine allgemeine Verschlechterung der Konjunkturaussichten in der EU könnten zu den Folgen gehören.

“Sollte sich die Risikolage einzelner Institute verschlechtern, stehen wir für rasche aufsichtliche Maßnahmen bereit”, sagte Enria. Das direkte Engagement europäischer Banken in Russland ist aus Sicht des Bankenaufsehers aber handhabbar. Daher seien die unmittelbaren Folgen für die Stabilität des Finanzsystems im Euro-Raum eingegrenzt. Dieses direkte Engagement der Banken beläuft sich Enria zufolge derzeit auf rund 100 Milliarden Euro. Auf sanktionierte Unternehmen entfalle nur ein geringer Teil dieser Gesamtsumme.

“Direkte Engagements konzentrieren sich auf wenige Banken, die in Russland, der Ukraine oder Weißrussland über überwiegend lokal finanzierte Tochtergesellschaften aktiv sind”, so Enria. Auch wenn Institute diese grenzüberschreitenden Engagements abschreiben sollten oder sich aus der Region zurückziehen, würden die Kapitalauswirkungen nicht die Einhaltung aufsichtlicher Vorgaben gefährden.

Bayer investiert 2 Milliarden Euro in Pharma-Produktionsnetzwerk

Frankfurt (Reuters) – Bayer will sein Pharma-Produktionsnetzwerk mit Milliardeninvestitionen stärken.

Dafür sollen in den kommenden drei Jahren rund zwei Milliarden Euro in die Hand genommen werden, wie der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Die Gelder sollen in die Produktions- und Lieferkettenkapazitäten investiert werden. Einen wesentlichen Teil davon hat Bayer für die Erweiterung seiner Kapazitäten im Biotechnologiebereich und damit zur weiteren Stärkung der Produktion von Zell- und Gentherapien vorgesehen sowie für die Erweiterung seines Produktionsstandortes im kalifornischen Berkeley. Deutschland soll aber ein strategisch bedeutender Produktionsstandort bleiben.

Von den Mitteln will Bayer rund eine Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren in seine Standorte in Berlin, Leverkusen, Bergkamen und Wuppertal investieren. Teile der Infrastruktur sowie der Dienstleistungsbereiche in Bergkamen, Wuppertal und Berlin sollen aber an externe Partner übertragen werden. Bayer will zudem seine Produktionsanlage im brasilianischen São Paulo Cancioneiro an einen neuen Betreiber übergeben. Die Produktionsanlage im pakistanischen Karachi wurde bereits verkauft. Bereits Ende vergangenen Jahres wurden zudem Investitionen über 400 Millionen Euro an den Standorten im finnischen Turku sowie in Alajuela in Costa Rica für neue Produktionskapazitäten zur Herstellung von Verhütungsmitteln angekündigt.

Chinas Wirtschaft unter Druck – “Erhöhtes Stagnationsrisiko”

Peking (Reuters) – Industrie und Dienstleister in China sind im März erstmals seit dem Corona-Ausbruch vor zwei Jahren gleichzeitig geschrumpft.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel um 0,7 auf 49,5 Punkte, der für den Service-Sektor sogar um 3,2 auf 48,4 Zähler, wie das Statistikamt am Donnerstag in Peking mitteilte. Die stark beachteten Barometer fielen damit unter die Marke von 50, ab der ein Wachstum signalisiert wird. “In jüngster Zeit sind an vielen Orten in China Corona-Ausbrüche aufgetreten”, erklärte Zhao Qinghe vom Statistikamt den negativen Trend und fügt mit Blick auf den Ukraine-Krieg hinzu: “In Verbindung mit einer erheblichen Zunahme der globalen geopolitischen Instabilität wurden Produktion und Betrieb chinesischer Unternehmen beeinträchtigt.”

Ökonomen rechnen nicht mit einer raschen Besserung, da die Infektionswelle mit der hochansteckenden Omikron-Variante des Corona-Virus alles andere als gebrochen ist. “Die Konjunkturlage in China hat sich durch die aktuelle Omikron-Welle und die in ihrer Folge verhängten Lockdown-Maßnahmen offensichtlich eingetrübt”, schrieben die Commerzbank-Analysten Hao Zhou und Bernd Weidensteiner. So steckt mit Shanghai derzeit die wichtigste Finanzmetropole des Landes in einem Lockdown. “Eine weitere schlechte Nachricht für die Wirtschaft ist, dass der Kostendruck für das verarbeitende Gewerbe wieder deutlich ansteigt”, so die Commerzbank-Experten angesichts steigender Energie- und Rohstoffpreise infolge des Krieges. Dies erhöhe das Risiko einer Stagnation der chinesischen Wirtschaft. Zudem werde China Inflation in den Rest der Welt exportieren, da das Land eine entscheidende Rolle in der globalen Lieferkette spiele.

Das könnten auch die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher zu spüren bekommen, schließlich ist China seit 2016 der wichtigste Handelspartner Deutschlands: Zwischen beiden Ländern wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 245,4 Milliarden Euro gehandelt, 15,1 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. Mehr als 2000 deutsche Unternehmen sind allein in der Metropole Shanghai aktiv.

Silberpreis – Der Ausbruch ist vorerst abgesagt!

Mit dem Ausbruch über die Marke von etwa 25,00 USD ist den Bullen vom Silberpreis ein ordentlicher Schlag zur Oberseite gelungen. Alles sprach dafür, dass die Kurse, zumindest langsam, weiter Richtung Norden klettern. Allerdings stellt sich ein eher schwaches Chartbild ein. Die Preise fielen zurück auf den Unterstützungsbereich und zeigen aus kurzfristiger Sicht heraus eine Abwärtsbewegung.

Ungünstig wäre, wenn sich dieser Trend verschärft und die Unterkante der Seitwärtsphase von etwa 22,00 USD anläuft. Damit würde sich die ohnehin schon seit mehreren Monaten bestehende Seitwärtsphase abermals verlängern können, mit der Gefahr, dass die Preise sogar zur Unterseite durchbrechen.

Silberpreis – 23,50er-Marke im Fokus

Jetzt ist es also wichtig den Silberpreis am besten schon oberhalb der 23,50er-Marke zu stabilisieren und eine neue Aufwärtsbewegung zu initiieren. Mit Aufbruch des kleinen Hochpunkts vom 24. März dieses Jahres bei 25,85 USD würde ein Kaufsignal entstehen und der Silberpreis darf sich gerne weiter zur Oberseite weiterentwickeln.

Fazit – der fulminante Ausbruch vom Silberpreis ist vorerst gescheitert, allerdings besteht weiterhin Hoffnung. Unter der 23,50-USD-Marke trübt die Situation mehr und mehr ein.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Silberpreis (D1)

Silberpreis Prognose
Silberpreis | Chart von fxempire

Nun eine Trendanalyse (D1) für den Silberpreis!

Macd Oszillator: An dieser Stelle wird bei dem Oszillator untersucht, ob die Signal-Linie über der Trigger-Linie ist. Zusätzlich auch, ob der Macd über null notiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind 7 positiv. Insofern ist das als bullisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Es wird noch analysiert, ob bei dem Silberpreis die GDs steigend sind. Denn steigende GDs machen einen Aufwärtstrend aus. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 4 steigend. Insofern ist das leider als bärisch zu bezeichnen.

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes muss geprüft werden, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen ist nur eine positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen, hier drohen weitere Verluste.

Die Auswertung der Trendanalyse

31.03.2022: Jetzt widmen wir uns der Gesamtauswertung. Alles zusammen sind es 30 Kriterien, davon sind 12 als positiv zu bezeichnen. Das sind 40.00 %. Demnach wird der Status hier auf „Neutral“ gesetzt. Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, den Silberpreis zu halten und etwas genauer zu beobachten.

 

Disclaimer: Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.