DAX40 und die Ukraine-Krise: Das ist die letzte Bastion der Bullen!

Am 24. Februar hat Russland das Nachbarland Ukraine unerwartet militärisch angegriffen. Seit diesem Tag herrscht mitten in Europa Krieg. Schnell wurden weltweit gesellschaftliche, wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen gegen Putin, die russische Bevölkerung sowie gegen die russische Wirtschaft beschlossen. Der DAX40 reagiert bisher recht gelassen.

Diese sollen und werden Russland hart treffen. Allein heute ist der russische Rubel gegen den US-Dollar zeitweise um 25 Prozent abgestürzt. Die russische Börse hat aus Angst vor zu starken Kursturbulenzen gar nicht erst eröffnet. Und dem Europa-Ableger der Sberbank droht hier direkt die erste Bankenpleite. Viele mittel- und langfristigen Auswirkungen der westlichen Sanktionen sind aber noch nicht einmal ansatzweise absehbar. 

Dax Kursverlauf

Vor dem Hintergrund, dass diese Sanktionen sich auch direkt und indirekt auf die Wirtschaft in Europa und Deutschland negativ auswirken werden, steht der DAX40 aktuell noch erstaunlich gut dar. Seit dem Kriegsausbruch hat der Deutsche Aktienindex bis zum heutigen Schlusskurs auf Xetra gerade einmal 1,16 Prozent verloren. Zeitweise waren es am Jahrestief bei 13.807 Punkten am 24. Februar 5,6 Prozent. Die uralte Börsenregel „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ kommt also auch in diesem Fall zur Anwendung. Und auch aus Sicht der Charttechnik ist die gute Verfassung des DAX40 kein Zufall!

DAX40 Tages-Chart

DAX40 dreht auf wichtiger charttechnischer Unterstützungslinie

Nachdem der DAX40 aus seiner monatelangen volatilen Seitwärtsbewegung überraschend stark nach unten ausgebrochen war, wurde in der letzten Woche im Tages-Chart eine äußerst wichtige Unterstützungslinie erreicht und nach einem kleinen Fehlausbruch mit Bravour verteidigt. Diese Linie wird definiert durch die letzten Rekordhochs „vor Corona“ im Januar 2018 und Februar 2020. 

Für deutsche Anleger ist das zunächst ein gutes Zeichen. Zeigt es doch, dass der langfristige Trend nach wie vor aktiv ist und es keinen Grund gibt, dem Aktienmarkt den Rücken zu kehren und einen auf „Hilfe, der 3. Weltkrieg kommt!“ zu machen. Zumindest gilt das für westliche Aktienmärkte! Der russische Aktienindex RTS hat in diesem Jahr bereits mehr als halbiert!

Aktuelle Unterstützungslinie hat historisches Vorbild auf höherer Ebene

Charttechnik ist nicht jedermanns Sache. Viele halten sie für Humbug oder stufen sie als willkürlich ein. Besonders in Phasen wie diesen gilt sie bei Skeptikern als sinnlos, weil die Politik ja die Kurse bestimmt. Doch die eingangs beschriebene Unterstützungslinie hat ein großes historisches Vorbild. Achten Sie im folgenden Wochen-Chart des DAX40 auf die untere grüne Unterstützungslinie. 

DAX40 Wochen-Chart

Im Zuge des Corona-Crashs war der DAX40 im Frühjahr 2020 regelrecht kollabiert und auf fast 8.200 Punkte gefallen. Doch wie von Zauberhand ging es ab diesem Punkte wieder fast senkrecht nach oben. 

Einen erheblichen Einfluss auf die dann einsetzende Rallybewegung hatte die Unterstützungslinie, die sich damals durch die historischen Hochs aus dem Jahre 2000 und 2007/08 definiert. Auch hier konnte sich der DAX40 nach einem kleinen Fehlausbruch schnell wieder erholen und den Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Vor diesem Hintergrund hat die aktuelle Chartbetrachtung deutlich mehr Gewichtung. Steigende Kurse sind ab jetzt deutlich wahrscheinlicher als direkt fallende Kurse oder gar ein Ukraine-Crash!

Ripple (XRP) – Wird das was?

Am 9. Februar dieses Jahres konnten die Bullen von Ripple (XRP) den Kurs bis auf in der Spitze 0,915 USD zu Oberseite treiben. Damit wurde sehr kurzzeitig der mittelfristig interessante GD100 angelaufen. Dieser scheint allerdings ganz offensichtlich zu viel Druck auf den Kurs auszulösen, denn die Preise entwickeln sich zum wiederholten Male zur Unterseite.

Auf der Unterseite ist es entscheidend, das diesjährige Tief von 0,55 USD überboten zu halten. Kurse darüber würden für eine gewisse Stärke der Bullen sprechen und neue Anstiege könnten initiiert werden.

Ripple (XRP) – 0,95er-Zone muss aufgebrochen werden

Als absolut relevante Marke kommt auf der Oberseite die Zone um etwa 0,95 USD in den Fokus. Dort befindet sich zum einen das gerade besprochene Jahreshoch und zum anderen verläuft in etwa in dieser Region auch der langfristig relevante 200-Tage-Durchschnitt. Kurse oberhalb der Kursregion würden die charttechnische Situation deutlich aufhellen und Preisanstiege in den Bereich von etwa 1,40 USD zulassen.

Fazit – insgesamt zeigt sich eine breit angelegte Stabilisierungsphase mit Potenzial auf weiter anziehende Kurse. Allerdings muss dazu als Bedingung unbedingt der Preisbereich von etwa 0,55 USD überstiegen bleiben.

Der Heikin-Ashi-Chart von Ripple (XRP) (D1)

Ripple (XRP) Prognose
Ripple (XRP) | Chart von fxempire

Jetzt eine Trendanalyse (D1) für Ripple (XRP)!

Macd Oszillator: Es wird bei dem oft verwendeten Indikator geschaut, ob die Signal-Linie über der Trigger-Linie ist. Zudem auch, ob der Macd über null notiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind nur zwei positiv. Insofern muss das leider als sehr bärisch bezeichnet werden.

Gleitende Durchschnitte: Nun wird geprüft, ob bei Ripple (XRP) die GDs steigend sind. Denn steigende GDs zeigen einen Aufwärtstrend an. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 2 steigend. Insofern muss das leider als sehr bärisch bezeichnet werden.

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes muss analysiert werden, ob sich der Indikator unterhalb vom Schlusskurs befindet. Falls ja, dann ist ein bestätigter Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 2 positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen.

Die Auswertung der Trendanalyse

28.02.2022: Kommen wir jetzt zur Gesamtauswertung. Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 6 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 20.00 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in Ripple (XRP) zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

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Über 29 Millionen Dollar an Kryptospenden

Bitcoin, Ethereum und Tether als Spenden

29 Millionen Dollar wurden durch mehrere Krypto-Finanzierungsinitiativen für die Ukraine gesammelt, einschließlich eines offiziellen Aufrufs der ukrainischen Regierung. Die Ukraine erhält über 29 Millionen Dollar an Krypto-Spenden.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine strömen Krypto-Spenden in das Land. Die Krypto-Community hat durch verschiedene Finanzierungsinitiativen über 29 Millionen Dollar an digitalen Vermögenswerten gesammelt.

Am Samstag veröffentlichte der offizielle Twitter-Account der Ukraine eine Bitte um Bitcoin-, Ethereum– und Tether-Spenden. Bislang sind bei den offiziellen Spendenadressen über 4,6 Millionen Dollar in Bitcoin und rund 7 Millionen Dollar in Ethereum, Tether und anderen digitalen Vermögenswerten eingegangen.

Das Geld wurde bereits aus den Wallets entfernt, da die Ukraine es höchstwahrscheinlich in Fiat-Währung umtauschen muss, bevor sie es zur Unterstützung ihrer militärischen Verteidigungsanstrengungen verwenden kann.

Zusätzlich zu den 11,6 Millionen Dollar, die die Regierung gesammelt hat, hat die ukrainische gemeinnützige Organisation Come Back Alive in den letzten fünf Tagen über 188 Bitcoin gesammelt, die derzeit etwa 7,2 Millionen Dollar wert sind.

Die Wohltätigkeitsorganisation, die 2014 nach der russischen Annexion der Krim gegründet wurde, hatte zunächst versucht, über Patreon Spenden zu sammeln. Als Patreon jedoch die Seite von Come Back Alive sperrte und mehr als 250.000 Dollar an Spenden einfror, weil es gegen die Nutzungsbedingungen verstieß, begann die Organisation, Spenden in Bitcoin zu sammeln.

UkraineDAO und Binance Spendenaufrufe

Nadya Tolokonnikova, die Gründerin der Protest-Performance-Gruppe Pussy Riot, Trippy Labs, PleasrDAO und andere Aktivisten haben auch UkraineDAO gegründet, das derzeit eine einzigartige NFT der ukrainischen Flagge versteigert.

Das derzeitige Höchstgebot liegt bei 1.102,5 Ethereum im Wert von rund 2,9 Millionen Dollar, und es bleiben noch zwei Tage. Die gesammelten Gelder gehen an die ukrainische Zivilbevölkerung, die unter dem Krieg leidet. UkraineDAO hat auch separat über 390.000 Dollar an direkten Ethereum- und USDC-Spenden gesammelt.

Die weltweit größte Kryptowährungsbörse Binance hat ebenfalls eine Krypto-Crowdfunding-Initiative mit dem Namen “Humanity First – Ukraine Emergency Relief Fund” organisiert, die bereits über 5,9 Millionen US-Dollar von 237 verschiedenen Spendern gesammelt hat.

Binance hat sich außerdem verpflichtet, 10 Millionen Dollar an zwischenstaatliche und nichtstaatliche Organisationen zu spenden, um Flüchtlingen und Kindern, die vom Krieg betroffen sind, Soforthilfe zu leisten.

Die Gesamtsumme für jede dieser Bemühungen beläuft sich auf etwa 29 Millionen Dollar, und die meisten der Spendenaktionen sind noch offen.

Medien – Zweite Runde von Russland-Ukraine-Gesprächen geplant

(Reuters) – Nach ersten direkten Gesprächen zwischen ukrainischen und russischen Vertretern am Montag ist Medienberichten zufolge eine zweite Runde in den kommenden Tagen geplant.

Einzelheiten zum Verlauf der ersten Runde wurden zunächst nicht bekannt. Die Unterhändler würden nun in ihrer jeweiligen Hauptstädte zurückkehren für Beratungen, meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf den ukrainischen Präsidentenberater Mychailo Podoljak. Die belarussische Nachrichtenagentur Belta meldete unter Verweis auf russische Delegationsreise ebenfalls, es werde in den kommenden Tagen weitere Gespräche geben. Es seien bei den Verhandlungen “gewisse Punkte identifiziert worden, von denen allgemeine Positionen vorhergesagt werden können”.

Die Delegationen waren an der ukrainisch-belarussischen Grenze zusammengetroffen. Die Ukraine hatte als Ziel einen Waffenstillstand und den sofortigen Abzug russischer Truppen von ihrem Staatsgebiet erklärt. Die russische Seite hielt sich bedeckt über den Zweck des Treffens. Es waren die ersten direkten Gespräch seit dem russischen Einmarsch vergangene Woche.

Sanktionen gegen Russland setzen Europas Bankenbranche unter Druck

Frankfurt/Wien/London (Reuters) – Die europäischen Finanzsanktionen wegen der russischen Invasion der Ukraine setzen die Bankenbranche unter Druck.

Nach dem Ausschluss russischer Banken aus dem globalen Zahlungssystem Swift brach der europäische Bankenindex am Montag zeitweise um 6,2 Prozent ein. Institute mit umfangreichem Engagement in Russland, standen ganz oben auf der Verkaufsliste: Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) büßte bis zu 20,2 Prozent ein. Die Kurse der französischen Societe Generale sowie der italienischen HVB-Mutter Unicredit sackten um 11,7 beziehungsweise um 12,6 Prozent ab. Anleger befürchten, dass Institute bei ihren Engagegements in Russland und in der Ukraine hohe Wertverluste erleiden werden. Zudem grassiert die Sorge, dass so manches Geldhaus auf Forderungen dort sitzen bleiben wird.

Aus Sicht des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) sollte die RBI staatlich geschützt werden. Es gelte einen Schutzschirm zu spannen, damit das nicht zu echten Problemen bei der RBI führe, sagte Institutschef Gabriel Felbermayr am Montag in einem ORF-Radiointerview. Die RBI sei mit ihren Investments in Russland in Prozent der Bilanzsumme, die wahrscheinlich am stärksten betroffene Bank überhaupt. Das österreichische Finanzministerium erklärte, es mache sich keine Sorgen um das Institut für das Russland der wichtigste Einzelmarkt ist. “Die RBI ist eine sehr gut aufgestellte Bank mit einem exzellenten Management, die gut vorbereitet auf alle Eventualitäten ist”, teilte das Ministerium am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die RBI selbst sieht ihre russische Tochter nach wie vor gut aufgestellt. “Unsere russische Tochter verfügt über eine sehr starke Liquiditätsausstattung und verzeichnet Zuflüsse”, teilte Bankchef Johann Strobl mit.

Die Deutsche Bank, die erst im Dezember neue Büros in Moskau eröffnete, teilte mit, sie unterstütze die Entscheidungen der Bundesregierung und ihrer Bündnispartner und werde die Sanktionen konsequent umsetzen. Die Aktie des deutschen Branchenprimus lag zeitweise rund zehn Prozent im Minus.

Die britische Großbank HSBC begann, ihre Beziehungen zu einer Vielzahl russischer Institute abzubauen. Dazu gehören auch die Verbindungen zur zweitgrößten russischen Bank VTB, wie aus einem Memo hervor, das Reuters einsehen konnte.

EU-TÖCHTER DER SBERBANK WOHL NICHT MEHR ZU RETTEN

Dem EU-Ableger des größten russischen Finanzinstituts Sberbank, das mehrheitlich im Staatsbesitz ist, brachten die Sanktionen ins Taumeln. Nach Angaben der EZB-Bankenaufsicht sind die in Wien ansässige Sberbank Europe AG und ihre beiden Tochtergesellschaften Sberbank d.d. in Kroatien und Sberbank banka d.d. in Slowenien wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig. Die Bank könne voraussichtlich bald nicht mehr ihre Schulden bedienen. In Folge der sich immer weiter verschäftenden Krise zogen Kunden ihre Gelder von den Konten ab – die Liquiditätslage verdüsterte sich.

Die EU-Behörde zur Abwicklung maroder Banken, das in Brüssel ansässige Single Resolution Board (SRB), verhängte ein Verkaufs- und Zahlungsverbot für die Sberbank Europe AG und ihre beiden Töchter in Kroatien und Slowenien. Die SRB entscheidet jetzt über die nächsten Schritte. Auch die tschechische Tochter Sberbank CZ geriet ins Wanken. Die tschechische Zentralbank leitete den Lizenzentzug für das Institut ein. Sberbank CZ hatte bereits am Freitag ihre Filialen geschlossen.

Laut der ­österreichischen Einlagensicherung (ESA) lagen die von ihr gedeckten Einlagen bei der Sberbank Europe AG per 26. Februar bei rund 1,1 Milliarden Euro. Dazu gehören gedeckte Einlagen von rund 35.000 deutschen Kunden. Der Anteil der österreichischen Einleger sei hingegen unbedeutend. Einlagen von Sparern sind in der EU bis zu einer Summe von 100.000 Euro geschützt.

Zu den Finanzsanktionen der EU gehört auch ein Einfrieren der hohen Reserven der russischen Zentralbank in der Gemeinschaft. Großbritannien kündigte einen ähnlichen Schritt an, auch die USA wollen folgen. Eine Sprecherin der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die als Notenbank der Notenbanken gilt, sagte am Montag, die BIZ werde kein Weg sein, um Sanktionen zu umgehen. Zur Funktion der in Basel ansässigen BIZ gehört es unter anderem, dass sie Währungs- und Reserve-Transaktionen für ihre Mitglieder unternehmen kann, zu denen auch Russland zählt.

Die genauen Summen der Devisenreserven der russischen Zentralbank, die in anderen Ländern gehalten werden, sind nicht bekannt. Insgesamt verfügt die russische Zentralbank über Devisen- und Goldreserven in Höhe von 640 Milliarden Dollar. In Finanzkreisen hieß es, die Reserven der russischen Zentralbank bei der Bundesbank seien nicht sehr groß. In diesen wurde einem Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” zugestimmt, was aktuell da liege reiche nicht aus um, in Frankfurt ein Einfamilienhaus oder auch nur eine Vierzimmerwohnung zu bezahlen.

Kraken friert keine Konten ein

Keine Schließung von Konten

In einer Reihe von Tweets sagte Powell am Montag, dass er zwar die Gründe für die Forderung nach dem Einfrieren dieser Konten verstehe, die Kryptobörse aber ihre russischen Nutzer nicht vom Handel ausschließen werde.

“Außerdem, wenn wir freiwillig Finanzkonten von Einwohnern von Ländern einfrieren würden, die ungerechtfertigte Angriffe durchführen und Gewalt in der ganzen Welt provozieren, wäre Schritt 1, alle US-Konten einzufrieren. In der Praxis ist das für uns keine praktikable Geschäftsoption”, sagte Powell.

Der CEO von Kraken reagierte mit seinen Äußerungen auf eine Anfrage von Mykhailo Fedorov, dem ukrainischen Vizepremierminister und Minister für digitale Transformation. Fedorov forderte alle großen Kryptobörsen auf, die Wallet-Adressen russischer Nutzer zu sperren, unabhängig davon, ob es sich um Politiker oder normale Bürger handelt.

Bislang hat nur ein in der Ukraine ansässiges Startup für digitale Vermögenswerte alle Beziehungen zu Russland und Weißrussland abgebrochen. DMarket gab heute bekannt, dass es die Konten aller zuvor registrierten Nutzer aus diesem Gebiet eingefroren hat.

Binance, die größte Kryptobörse der Welt, gab zu Protokoll, dass sie keine Pläne hat, einseitig Konten in Russland einzufrieren. In einer Mitteilung an Coindesk hieß es, dass Binance die Konten von Millionen von unschuldigen Nutzern nicht einfrieren. Kryptowährungen sollen den Menschen auf der ganzen Welt mehr finanzielle Freiheit bieten. Einseitig zu entscheiden, den Menschen den Zugang zu ihrer Kryptowährung zu verbieten, würde dem Grund für die Existenz von Kryptowährungen zuwiderlaufen.

BTC und ETH Spenden

Nach einem öffentlichen Spendenaufruf für Kryptowährungen nach der russischen Invasion hat die Ukraine fast 11 Millionen Dollar in Bitcoin und Ethereum in nur zwei Tagen gesammelt.

Chart Bitcoin

Bitcoin ist in den letzten 24 Stunden um etwa 3 % gesunken und notiert bei einem Preis von 38.260 $. Ethereum wurde bei 2.600 $ gehandelt, was einem Rückgang von 6,5 % im gleichen Zeitraum entspricht.

Regierung beschleunigt Ökostrom-Ausbau und schafft Gas-Reserve

– von Markus Wacket

Berlin (Reuters) – Deutschland treibt angesichts der russischen Invasion der Ukraine den Ökostrom-Ausbau mit Hochdruck voran und schafft eine Gas-Reserve.

Die Bundesregierung brachte am Montag ein Gesetzespaket auf den Weg, mit dem unter anderem eine Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien bis 2035 möglich sein soll. Gesetzlich verankert wird, dass der Ausbau im “überragenden öffentlichen Interesse ist und der öffentlichen Sicherheit dient”. Zudem werden Mindest-Füllstände für Gas-Speicher vorgeschrieben, um Engpässe im Winter zu vermeiden. Während mehrere Wirtschaftsminister der Bundesländer auch eine Prüfung längerer AKW-Laufzeiten verlangten, schloss Umweltministerin Steffi Lemke dies aus. Aus Sicherheitsgründen sei das unverantwortbar, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. Aktien von Ökostrom-Produzenten legten an der Börse stark zu, während der Markt insgesamt in der Krise weiter absackte.

Die russische Invasion der Ukraine hatte die Debatte über die Energiesicherheit nocheinmal befeuert. Zentrales Element der Versorgung sollen künftig erneuerbare Energien und letztlich auch mit ihnen erzeugter Wasserstoff sein. Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner hatte von “Freiheitsenergien” gesprochen. Am Montag trafen sich die EU-Energieminister in Brüssel zu Beratungen über die Versorgungssicherheit.

Das Bundeswirtschaftsministerium stellte ein erstes Gesetzespaket mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Kernelement fertig, das spätestens im Juli in Kraft treten soll: Demzufolge soll sich bis 2030 die Leistung von Windenergie an Land auf bis zu 110 Gigawatt verdoppeln. Auf hoher See soll die Windenergie bis 2030 eine Leistung von 30 Gigawatt erreichen. Die Solarenergie soll sich auf 200 Gigawatt mehr als verdreifachen.

SOLAR-FÖRDERSÄTZE FÜR HAUSDÄCHER SOLLEN STEIGEN

Die Solar-Fördersätze für Hausdächer – also die garantierten Abnahmepreise für den dort erzeugten Strom – werden erhöht. Zudem sollen sie anders als derzeit für neue Anlagen auch bei vielen neuen Anlagen nicht mehr stark fallen. Bisher sanken die Abnahmepreise für Betreiber neuer Anlagen schneller, wenn über den geplanten Zahlen zugebaut wurde. Haus-Eigentümer können jetzt auch wählen, ob sie den Strom komplett ins Netz einspeisen wollen. Bisher waren sie verpflichtet, einen Teil des Stroms selbst zu verbrauchen.

Neu ist auch eine Regelung, dass Extra-Gewinne der Betreiber großer neuer Ökostrom-Kraftwerke über sogenannte Differenzverträge abgeschöpft werden. Angesichts zuletzt sehr hoher Strompreise verlieren die garantierten Abnahmepreise für Investoren an Bedeutung, da sie ihren Strom direkt zu noch höheren Tarifen abgeben können. Diese Zusatz-Einnahmen werden dem Gesetz zufolge zu 80 Prozent dafür verwandt, die Leitungs-Gebühren als Teil des Strompreises für die Verbraucher zu senken. 20 Prozent sollen dem Naturschutz zu Gute kommen.

Für Verbraucher hat die Regierung zudem ein Gesetz auf den Weg gebracht, damit der Wegfall der EEG-Umlage auf den Strompreis, mit der die Förderung bezahlt wurde, auch beim Kunden ankommt. Ab Juli wird die Umlage aus dem Bundeshaushalt finanziert. Ein Durchschnittshaushalt wird so um etwa 150 Euro im Jahr entlastet, wenn die Entlastung weitergegeben wird.

ZWANG ZUR FÜLLUNG VON GAS-SPEICHERN

Wegen des Ukraine-Kriegs bereitet sich die Bundesregierung auch auf einen völligen Stopp russischer Lieferungen von Gas oder Öl vor. Mit Vorgaben für Mindestfüllstände der Speicher soll nun gesetzlich gesichert werden, dass die Versorgung vor allem für die Wintermonate ausreicht, wie aus Eckpunkten des Gesetzes hervorgeht. Vorgeschrieben wird darin, dass die Speicher zunehmend und bis Dezember zu 90 Prozent gefüllt sind und im Februar noch mindestens 40 Prozent voll sein müssen. Verantwortlich soll eine Tochtergesellschaft der Gas-Pipeline-Betreiber sein, die die Gasmengen ausschreiben. Die Kosten werden auf die Netz-Entgelte und damit letztlich auf die Kunden umgelegt. Die Speicher können insgesamt etwa ein Viertel des pro Jahr benötigten Erdgases aufnehmen.

Wirtschaftsministern der Länder reicht dies nach Worten des nordrhein-westfälischen Ministers Andreas Pinkwart nicht. Sie hätten sich für eine Prüfung längerer Laufzeiten von Kohle- und Atomkraftwerken in der Bundesrepublik ausgesprochen. “Sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Vertreter der Länder haben deutlich gemacht, (…) dass wir kurzfristig ohne Denkverbote und Tabus prüfen müssen”, sagte Pinkwart. Eine weitere Nutzung der Atomkraft könne “nur eine Ultima Ratio sein, aber wir müssen sie bedenken”, sagte der FDP-Politiker.

Dem widersprach Umweltministerin Lemke: “Aus Sicherheitsgründen halte ich eine Laufzeit-Verlängerung der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland für nicht verantwortbar”, sagte die auch für Reaktorsicherheit zuständige Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur Reuters. “In einer Krisenzeit wie dieser kann sie uns sogar besonders verwundbar machen.” Daher gelte, “keine weiteren Risikofaktoren, keine Laufzeitverlängerung.”

Macrons Büro – Putin will Angriffe auf Zivilbevölkerung stoppen

Paris (Reuters) – Der französische Präsident Emmanuel Macron hat erneut an Russlands Präsident Wladimir Putin appelliert, den Angriff in der Ukraine zu stoppen.

Macron habe Putin in einem Telefonat zudem aufgefordert, alle Angriffe auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine einzustellen, die zivile Infrastruktur zu erhalten und einen sicheren Zugang zu wichtigen Straßen, insbesondere südlich von Kiew, zu gewährleisten, teilte Macrons Büro am Montag mit. “Präsident Putin bestätigte seine Bereitschaft, sich in diesen drei Punkten zu engagieren”, teilte der Elysee-Palast mit. Zudem hätten Macron und Putin vereinbart, in den kommenden Tagen in Kontakt zu bleiben.

Dem Kreml zufolge sagte Putin zu Macron, dass eine Einigung in der Ukraine nur möglich sei, wenn Kiew neutral, “entnazifiziert” und “entmilitarisiert” sei. Zudem müsse die russische Kontrolle über die 2014 annektierte Krim formell anerkannt werden, erklärte das russische Präsidialamt weiter. “Russland ist offen für Gespräche mit Vertretern der Ukraine.” Man erwarte allerdings, dass die Verhandlungen zu den gewünschten Ergebnissen führen würden.

Insider – Westen könnte Ölreserven nach Preisanstieg freigeben

Washington/London (Reuters) – Die USA und ihre Verbündeten erwägen Insidern zufolge angesichts steigender Ölpreise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine eine Freigabe von Ölreserven.

Die genaue Menge stehe allerdings noch nicht fest, sagte am Montag ein hochrangiger Branchenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. “Das Volumen wird noch diskutiert.” Vor allem Europa werde Ölreserven auf den Markt werfen. Zuvor hatte das “Wall Street Journal” berichtet, dass eine Freigabe von 70 Millionen Barrel erwogen werde.

Die Ölpreise sind nach der russischen Invasion auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Die westlichen Verbündeten haben Sanktionen gegen Russland verhängt und einige Banken von einem globalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen, was zu einer Unterbrechung der russischen Ölexporte führen könnte.

Die Internationale Energieagentur (IEA), die in Paris ansässig ist und die Energiepolitik der Industrieländer koordiniert, will an diesem Dienstag ein außerordentliches Ministertreffen abhalten. Dieses werde von der amerikanischen Energieministerin Jennifer Granholm geleitet und solle sich mit der Frage, wie die Industrieländer die Energiemärkte stabilisieren könnten, twitterte IEA-Chef Fatih Birol.

MSCI erwägt Rauswurf von Russland aus seinen Indizes

London (Reuters) – Der US-Finanzdienstleister MSCI erwägt den Rauswurf russischer Titel aus seinen Aktienindizes.

Der russische Aktienmarkt sei nach den neuen westlichen Sanktionen und den Handelsbeschränkungen der Zentralbank “uninvestierbar”, sagte der Chef des Index Policy Committee, Dimitris Melas, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. “Es würde für uns nicht viel Sinn ergeben, russische Wertpapiere weiterhin aufzunehmen, wenn unsere Kunden und Investoren keine Transaktionen auf dem Markt durchführen können”, fügte er hinzu, “Es ist für uns alle offensichtlich, dass der Markt sehr schwierig zu handeln ist, und in der Tat ist er heute nicht investierbar.”

Der als einer der weltweit führenden Indexanbieter geltender MSCI werde mit den Anlegern über die nächsten Schritte beraten. Das Ergebnis soll innerhalb weniger Tage bekannt gegeben werden. Der natürliche nächste Schritt sei die Streichung des Indexes MSCI Russia oder der Wegfall russischer Wertpapiere aus den Indizes. Russland hat eine Gewichtung von 3,24 Prozent im Schwellenländer-Index von MSCI und eine von rund 30 Basispunkten in der globalen Benchmark des Indexanbieters.

Die westlichen Staaten haben Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine mit zahlreichen Sanktionen belegt, die auch den Finanzsektor treffen.