Omikron verdirbt TUI-Kunden den Kreuzfahrt-Urlaub am Kap

Kapstadt/Frankfurt (Reuters) – Die Ankunft eines TUI-Kreuzfahrtschiffes in Kapstadt sollte am Dienstag als Saisonstart nach fast 20 Monaten Anlegeverbot in Südafrika gefeiert werden.

Doch das Auftauchen der Omikron-Virusvariante machte den Plan zunichte. Die MS Europa der TUI-Tochter Hapag-Lloyd Cruises war mit Hunderten Gästen an Bord unterwegs von Luderitz in Namibia nach Kapstadt. Ein Teil der Passagiere sei von Bord gegangen, um direkt nach Hause zu fliegen, sagte Wrenelle Stander, Chefin der Agentur für Tourismus, Handel und Investitionen der westlichen Kapregion Südafrikas. Die Passagiere hätten planmäßig die Reise beendet, erklärte eine Sprecherin von Hapag-Lloyd Cruises. Passagiere und Crew der in Kürze anschließenden Schiffsreise nach Mauritius könnten keine Landausflüge in Kapstadt machen. Auf ursprünglich geplante Stationen in Namibia und Südafrika werde verzichtet. Für dieses Jahr seien mit der Flotte außerdem keine Aufenthalte in der Region ums Kap mehr geplant.

Mit den verschärften Reiseauflagen in Europa und den Vereinigten Staaten gegenüber dem südlichen Afrika brechen dem Tourismus des Landes die wichtigsten Besucher-Quellmärkte weg. Die südafrikanische Regierung protestierte gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Restriktionen. Die Pandemie hat den Wirtschaftssektor nach Schätzungen von Behörden 75.000 Jobs gekostet. “Das war ein Hammerschlag für den wichtigsten Arbeitsplatzmotor der Provinz – genau jetzt, wo wir eine Erholung brauchen”, sagte Provinzregierungschef Alan Winde.

Erdogan schickt Lira mit Pläydoyer für Zinssenkungen auf Rekordtief

Ankara (Reuters) – Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat mit weiteren Plädoyers für Zinssenkungen die bereits massiv geschwächte Landeswährung Lira auf ein Rekordtief geschickt.

Die hohe Inflation dürfte zurückgehen, wenn die Leitzinsen gesenkt würden, sagte Erdogan am Dienstag dem staatlichen Sender TRT. Die Türkei solle den Schlüsselzins herabsetzen sowie Investitionen, Beschäftigung, Produktion und Wachstum vorantreiben. Er wiederholte seine unorthodoxe Ansicht, dass hohe Zinsen den Preisauftrieb verursachten. Die Leitzinsen dürften vor den Wahlen 2023 deutlich fallen und auch die Preisbeschleunigung nachlassen. Von diesem wirtschaftlichen Modell wolle er sich nicht distanzieren.

Die Lira ging daraufhin auf Talfahrt. An den Märkten wurden für einen Dollar 14 Lira gezahlt. Seit Beginn dieses Jahres hat die türkische Währung um 45 Prozent abgewertet.

Erdogan ist ein erklärter Gegner von Zinserhöhungen und macht Druck auf die Zentralbank, die Leitzinsen zu senken – obwohl die Inflation zuletzt auf fast 20 Prozent gestiegen ist. Unternehmen warnen vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch den Lira-Absturz, der Importe deutlich verteuert und damit die Inflation weiter anheizt. Erdogan argumentiert dagegen und sieht die hohen Zinsen – derzeit liegt der Leitzins in der Türkei bei 15 Prozent – als Grund für die steigende Inflation.

Erdogan traut der Türkei in diesem Jahr ein starkes Wirtschaftswachstum zu. Mindestens zehn Prozent sollte das Bruttoinlandsprodukt zulegen, fügte er hinzu. Die Kernindikatoren für die türkische Konjunktur seien sehr stark und das Land warte derzeit auf langfristige Investitionen aus dem Ausland.

Salesforce hebt Jahresprognose an und ernennt Co-Chef

Berlin (Reuters) – Der SAP-Konkurrent Salesforce profitiert weiter von der Übernahme des Bürochat-Anbieters Slack und hebt erneut seinen Ausblick an.

Für das im Januar 2022 zu Ende gehende Jahr werde nun mit Erlösen zwischen 26,39 und 26,40 Milliarden Dollar gerechnet, teilte der Cloud-Pionier aus den USA am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Ende September hatte Salesforce die Umsatzprognose zuletzt auf 26,25 bis 26,35 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Im Vorjahreszeitraum waren 21,25 Milliarden Dollar erzielt worden.

Zugleich ernannte Salesforce Bret Taylor zum Co-Vorstandschef neben Firmengründer Marc Benioff. Taylor ist seit 2019 für das operative Geschäft zuständig. Die Position des Co-Chefs war seit dem Rücktritt von Keith Block im Februar 2020 unbesetzt. “Es ist ein enormes Privileg, dass ich mit ihm zusammen das Unternehmen führen darf, welches er vor 22 Jahren mitgegründet hat”, sagte Taylor über die Zusammenarbeit mit Benioff. Erst im Sommer hat Salesforce die 27 Milliarden Dollar schwere Slack-Übernahme unter Dach und Fach gebracht. Zusammen mit Slack sei man nun auf dem richtigen Weg, um im Geschäftsjahr 2026 die Umsatzmarke von 50 Milliarden Dollar zu knacken, sagte Benioff.

Im dritten Geschäftsquartal kletterten die Erlöse um 27 Prozent auf 6,86 Milliarden Dollar und lagen damit über den Erwartungen von Analysten. Salesforce profitiert als Branchenprimus auf dem Markt für Kundenmanagement-Software (CRM) vom Trend zum Homeoffice. Dadurch müssen Unternehmen verstärkt auf Rechnerkapazitäten und Anwendungen aus der Cloud setzen, damit ihre Mitarbeiter aus der Ferne agieren können. Der Ausblick für das erste Geschäftsquartal fiel allerdings schwächer als von Analysten erhofft aus. Die Salesforce-Aktie gab nachbörslich sieben Prozent nach.

Schüler erschießt an High School in Michigan drei Menschen

New York (Reuters) – An einer High School im US-Bundesstaat Michigan sind Polizeiangaben zufolge drei Menschen von einem Schüler durch Schüsse getötet worden, mindestens acht weitere wurden verletzt.

Der 15-jährige Verdächtige, ein Schüler der Schule, habe vermutlich allein gehandelt und sich ohne Widerstand festnehmen lassen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Das Motiv des Schützen blieb zunächst unklar.

Bei den Getöteten handelt es sich um einen 16-jährigen Jungen, ein 17-jähriges und ein 14-jähriges Mädchen, teilte Sheriff Michael McCabe Reportern am Tatort mit. Unter den Verletzten sei ein Lehrer. Der Vorfall ereignete sich in der rund 65 Kilometer nördlich von Detroit gelegenen Stadt Oxford.

In den vergangenen Jahren kam es in den USA immer wieder zu ähnlichen Vorfällen an Schulen und Universitäten. Dies facht regelmäßig die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze an. Viele Staaten ermöglichen einen leichten Zugang zu Schusswaffen, während psychische Störungen häufig unbehandelt bleiben.

USA und Taliban setzen Gespräche in Katar fort

Washington (Reuters) – Die USA und die in Afghanistan herrschenden radikalislamischen Taliban haben Anfang der Woche ihre Gespräche in Katar wieder aufgenommen.

Beide Seiten erörterten die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die humanitäre Krise in Afghanistan, teilte das US-Außenministerium in einer Erklärung am Dienstag mit. Die US-Delegation unter der Leitung des Sonderbeauftragten Thomas West habe zugesagt, die Bemühungen der Vereinten Nationen (UN) zur Bewältigung der Krisensituation weiterhin zu unterstützen.

Bei den Gesprächen in Doha haben die USA die Taliban aufgefordert, “die Rechte aller Afghanen zu schützen, ihre Politik der Generalamnestie aufrechtzuerhalten und durchzusetzen und zusätzliche Schritte zur Bildung einer integrativen und repräsentativen Regierung zu unternehmen”, erklärte das Außenministerium. Die US-Delegation habe ihre Bedenken über die Einhaltung der Menschenrechte zum Ausdruck gebracht und darauf gedrungen, dass die Taliban ihre Zusage umsetzen, Frauen und Mädchen landesweit Zugang zu Bildung auf allen Ebenen zu gewähren. “Die Taliban zeigten sich bereit, mit der internationalen Gemeinschaft über den uneingeschränkten Zugang für Mädchen und Frauen zu Bildungseinrichtungen zu verhandeln.”

Die USA hatten im August nach zwei Jahrzehnten im Rahmen einer Vereinbarung mit den Islamisten Afghanistan verlassen. Die Taliban bemühen sich seitdem um die internationale Anerkennung ihrer Regierung sowie um humanitäre Hilfe, um eine Hungerkatastrophe abzuwenden. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Aufgabe, die benötigte Hilfe zu leisten, ohne die als Terroristen eingestuften Taliban zu unterstützen und zu legitimieren.

UBS holt neue Finanzchefin von JP Morgan

Zürich (Reuters) – Die UBS bekommt eine neue Finanzchefin.

Sarah Youngwood übernehme die Position als des Group Chief Financial Officer im Mai von Kirt Gardner, wie die größte Schweizer Bank am Mittwoch mitteilte. Sie werde im März zur Konzernleitung von UBS stoßen. Die Managerin sei seit 2016 Chief Financial Officer des Geschäftsbereichs Consumer & Community Banking von JPMorgan Chase. Seit 2020 sei sie auch für die Finanzen der globalen Technologieeinheit des US-Instituts zuständig, erklärte die UBS. Gardner habe beschlossen zurückzutreten.

Chinas Industrie bricht im November unerwartet stark ein

Peking (Reuters) – Das Coronavirus zwingt im November erneut die Industrie von Exportweltmeister China in die Knie.

Gedämpfte Nachfrage, schrumpfende Beschäftigung und gestiegene Preise belasteten die Hersteller, wie die Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit am Mittwoch mitteilten. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im November auf 49,9 von 50,6 im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 50,5 erwartet. Erst ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum.

“Die Versorgungsengpässe im verarbeitenden Gewerbe haben sich erholt, während die Nachfrage nachgelassen hat. Die Lockerung der Beschränkungen auf der Angebotsseite, insbesondere die Entspannung der Energiekrise, beschleunigte das Tempo der Produktionserholung”, sagte Wang Zhe, leitender Wirtschaftswissenschaftler bei der Caixin Insight Group, in einer Erklärung zu den veröffentlichten Daten. “Aber die Nachfrage war relativ schwach und wurde durch die Pandemie und steigende Produktpreise gedämpft.”

Analysten gehen davon aus, dass sich die im dritten Quartal beobachtete Verlangsamung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal fortsetzen wird, da die Nachfrage angesichts der anhaltenden Pandemie voraussichtlich schwach bleiben wird.