Umfrage – Vertrauen in politische Kompetenz der Ampel-Parteien sinkt

Berlin (Reuters) – Das Zutrauen der Bürger in die Parteien ist inmitten der vierten Corona-Welle laut einer neuen Forsa-Umfrage deutlich gesunken.

Demnach trauen den Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP nur noch 25 Prozent zu, die Probleme im Land am besten zu lösen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts hervorgeht. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. 62 Prozent nennen hier “keine Partei”. Dass die SPD die Probleme am besten lösen kann, glauben noch 13 Prozent, die Werte bei den Grünen liegen bei neun und bei der FDP bei fünf Prozent. Aber auch die Union kann nicht profitieren: Nur neun Prozent meine, dass CDU und CSU am besten die Herausforderungen im Land meistern können.

Die schlechten Werte hängen offenbar vor allem mit der Corona-Pandemie zusammen, die nun 81 Prozent zu dem für sie wichtigsten Thema erklären. Laut Forsa sprechen sich 70 Prozent der Anhänger von SPD, CDU/CSU, Grünen, FDP und Linken für drastische Maßnahmen wie Gastronomie-Schließungen aus. 77 Prozent dieser Personengruppe seien für eine allgemeine Impfpflicht und 73 Prozent forderten sofortigen Corona-Beschränkungen. Dagegen lehnten 77 Prozent der AfD-Anhänger eine Impfpflicht ab, 83 Prozent seien gegen einen Lockdown und 64 Prozent gegen schnelle Corona-Maßnahmen.

Britische Immobilienpreise in Corona-Zeiten weit über Vorjahresniveau

London (Reuters) – Auf dem britischen Immobilienmarkt beschleunigt sich wegen hoher Nachfrage und geringem Angebot der Preisanstieg spürbar.

Die Hauspreise stiegen von Oktober auf November um 0,9 Prozent und damit schneller als von Ökonomen mit 0,5 Prozent erwartet, wie der Hypothekenfinanzierer Nationwide am Mittwoch mitteilte. Damit liegen die Preise zehn Prozent über dem Niveau von November 2020. Nationwide-Chefökonom Robert Gardner sagte, die Hauspreise lägen jetzt fast 15 Prozent über dem Niveau vom März 2020, als die Corona-Pandemie Europa erfasste.

Auch in Deutschland setzt sich der Immobilienboom fort. Die Häuserpreise steigen laut Reuters-Umfrage noch auf Jahre hinaus – wenn auch nicht mehr so rasant wie zuletzt. Nach einem Zuwachs von schätzungsweise 10,0 Prozent im laufenden Jahr sagen die elf befragten Experten im Mittel für 2022 eine Verteuerung von 6,0 Prozent bei Wohnimmobilien voraus. 2023 soll es dann noch um 4,0 Prozent nach oben gehen und 2024 um 2,0 Prozent. Der Präsident des Berliner DIW-Instituts, Marcel Fratzscher, hat vor Preisblasen gewarnt. Anzeichen dafür gebe es zwar nicht flächendeckend, aber punktuell in Ballungsgebieten. “Wenn irgendwann diese Blase platzt und dann eine zu hohe Verschuldung da ist, kann es zu wirtschaftlichen Verwerfungen kommen”, sagte Fratzscher am Dienstag auf einer Veranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum des Deutschen Reuters-Dienstes.

Google verbietet vor Wahl auf den Philippinen politische Werbung

(Korrigiert Angaben zur Internet-Nutzung im letzten Satz. Philippiner sind durchschnittlich knapp 11 Stunden online (nicht 4 Stunden 15 Minuten)

Manila (Reuters) – Der US-Konzern Alphabet lässt auf den Philippinen vor der Präsidentschaftswahl keine politische Werbung über seine Suchmaschine Google zu.

Vom 8. Februar bis zum 9. Mai 2022, dem Wahltag in dem Inselstaat, werde der globale Marktführer der Onlinewerbungen keine Anzeigen schalten, die eine politische Partei oder einen Kandidaten für ein Amt fördern, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Google hat bereits in der Vergangenheit politische Werbung untersagt, wie etwa vor den Parlamentswahlen in Kanada 2019 und den Nationalwahlen in Singapur 2020.

Beobachter gehen davon aus, dass soziale Netzwerke für den Wahlsieg des derzeitigen Präsidenten Rodrigo Duterte im Jahr 2016 eine große Rolle gespielt haben. Eine im Januar veröffentlichte Studie der Forschungsinstitute Hootsuite und We Are Social besagt, dass die Nutzung Internet-basierter Medien auf den Philippinen weltweit am höchsten ist. Im Durchschnitt würden die Menschen in dem Inselstaat täglich knapp elf Stunden online sein.

Russland beginnt Wintermanöver – Teil der Übung an Grenze zu Ukraine

Moskau (Reuters) – Russland hat nach eigenen Angaben am Mittwoch sein reguläres Wintermanöver im Süden begonnen, das zum Teil auch an der Grenze zur Ukraine stattfindet.

10.000 Soldaten seien in das weitläufige Manövergebiet geschickt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Übung werde auch auf der Krim abgehalten und in einer russischen Region, die an den Donbass angrenze. Russland hat die ukrainische Halbinsel im Schwarzen Meer im Jahr 2014 annektiert; der Donbass ist das Gebiet im Osten der Ukraine, in dem pro-russische Separatisten seit 2014 gegen ukrainische Soldaten kämpfen. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge soll das Manöver auf mehr als 30 Übungsplätzen in mindestens sechs Regionen stattfinden. Beteiligt seien unter anderem Infanterieeinheiten.

Die Ukraine, die USA und die Nato haben schon vor Wochen ihre Besorgnis geäußert, Russland könnte womöglich sein Nachbarland angreifen. Sie verwiesen auf ungewöhnliche russische Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine. Die Führung in Moskau hat Vermutungen zurückgewiesen, sie hege Angriffspläne, und erklärt, Russland habe das Recht auf Truppenbewegungen auf seinem eigenen Territorium.

Zudem erklärte das russische Außenministerium am Mittwoch, die Ukraine habe 125.000 Soldaten in das Konfliktgebiet Donbass entsandt. Das sei die Hälfte der ukrainischen Armee, sagte Sprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Sie äußerte sich auch zu einem Angebot des Nato-Mitglieds Türkei, die als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland fungieren will. Dieses Angebot beziehe sich nicht auf den Konflikt im Donbass, sagte Sacharowa. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, die Türkei sei in Kontakt mit der Ukraine und Russland. Er werde am Donnerstag mit seinen Kollegen aus der Ukraine und Russland beraten. Sanktionen gegen Russland würden nicht helfen, die Krise zu lösen, fügte er hinzu. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte diese Woche erklärt, die Türkei sei zur Vermittlung zwischen den beiden Konfliktparteien bereit.

IG Metall ruft zu Warnstreiks bei Airbus und Premium Aerotec auf

München, (Reuters) – Die IG Metall ruft im Streit um die künftige Struktur bei Airbus und Premium Aerotec zu Warnstreiks auf.

Geplant sei eine Protestaktion am Donnerstag vor der Aufsichtsratssitzung in Hamburg, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Zudem werde eine Online-Kundgebung für Freitag vorbereitet. Die jüngste Verhandlung habe gezeigt, dass Airbus die Eskalation suche, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich. Die Geschäftsführung habe Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen zurückgenommen und sei nicht bereit, ein faires Zukunftspaket für alle Beschäftigte und Standorte abzuschließen. “Sollten wir nicht zeitnah zu einer Lösung kommen, laufen wir auf einen Großkonflikt zu.”

Airbus-Konzernbetriebsratschef Holger Junge sagte, statt einer Spaltung brauche es Perspektiven für die Beschäftigten. “Wir wollen, dass an allen heutigen Standorten von Airbus und Premium Aerotec die Arbeitsanteile abgesichert werden und dass wir an den Zukunftsprogrammen in gleichem Umfang beteiligt werden.” Airbus will Teile der Zuliefer-Tochter Premium Aerotec verkaufen. In der Einzelteilfertigung arbeiten vor allem in Augsburg und Varel bei Bremen etwa 3500 Menschen. Airbus zählt sie nicht mehr zum Kerngeschäft.

OECD erwartet Konjunkturbelebung in Deutschland – “Risiken aber enorm”

Berlin (Reuters) – Trotz Lieferengpässen und der vierten Corona-Welle traut die Industriestaaten-Organisation OECD der deutschen Wirtschaft eine kräftige Erholung zu.

2022 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 3,9 Prozent wachsen, wie die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) zu ihrem am Mittwoch veröffentlichen Ausblick mitteilte. Zum Vergleich: Die Bundesregierung rechnet hier mit einem etwas kräftigeren Plus von 4,1 Prozent, die Wirtschaftsweisen sogar mit 4,6 Prozent. “Wir sind vorsichtig optimistisch”, sagte OECD-Ökonomin Isabell Koske der Nachrichtenagentur Reuters. “Es gibt aber enorme Unsicherheit und Risiken – von der Corona-Krise über Lieferengpässe bis hin zur Inflation.”

Für 2023 sagt die OECD ein Plus von 2,2 Prozent voraus. Für das zu Ende gehende Jahr wird mit einem Wachstum von 2,8 Prozent gerechnet. (Alle Angaben sind – wie in Deutschland üblich – nicht um die Zahl der unterschiedlichen Arbeitstage bereinigt.)

“Die Erholung wird durch Engpässe bei wichtigen Vorleistungen im Verarbeitenden Gewerbe beeinträchtigt”, erklärte die OECD. Angesichts des rekordhohen Auftragsbestands könnte es jedoch zu einer kräftigen Belebung kommen, wenn die Knappheit wieder abnimmt. Auch der private Konsum dürfte im nächsten Jahr merklich zulegen. Die niedrigen Zinssätze und der zunehmende Kapazitätsdruck fördern demnach eine kräftige Investitionstätigkeit der Unternehmen.

Der Preisauftrieb dürfte 2022 nachgeben, aber auf einem erhöhten Niveau bleiben. “Die Inflationsentwicklung bleibt ein Risiko”, sagte Koske dazu. “Die Gasreserven in Europa sind auf einem sehr niedrigen Niveau. Je nach Winterverlauf kann es hier zu weiteren Preissteigerungen kommen.” Auch könnten die Lieferengpässe länger andauern als erwartet. “Das könnte ebenfalls auf die Preise durchschlagen”, sagte die Expertin. Aktuell liegt die Inflationsrate in Deutschland mit 5,2 Prozent auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren.

Die OECD rechnet auch weltweit mit einer Konjunkturerholung. In diesem Jahr soll die globale Wirtschaftsleistung um 5,6 Prozent zulegen, 2022 dann um 4,5 Prozent und 2023 um 3,2 Prozent.

Zooplus soll von der Börse verschwinden – Vorstand empfiehlt Delisting

München (Reuters) – Der Online-Tierbedarfshändler Zooplus soll nach der milliardenschweren Übernahme durch Finanzinvesoren von der Börse verschwinden.

Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den verbleibenden Aktionären die Annahme des Delisting-Angebots von Hellman & Friedman und EQT, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zooplus-Chef Cornelius Patt sagte, das Unternehmen wolle seine führende Position im europäischen Heimtiermarkt nutzen, um die Kategorie auch langfristig zu gewinnen. “Das erfordert einen klaren Fokus auf substanzielle Investitionen in Wachstum anstatt auf kurz- und mittelfristige Erträge.”

Bislang haben dem Unternehmen zufolge fast 90 Prozent der Aktionäre ihre Anteilsscheine an die Investoren abgegeben. Der Rest hat noch bis zum 12. Januar Zeit, seine Aktien für 480 Euro anzudienen. Das Delisting werde voraussichtlich mit Ablauf dieser Frist wirksam, hieß es weiter.

Patt hatte selbst nach einem finanzkräftigen Investor gesucht, um die Expansion des 1999 gegründeten und seit 2008 börsennotierten Unternehmens voranzubringen. Der kalifornische Technologie-Investor Hellman & Friedman hatte lange um den Erfolg der 3,7 Milliarden Euro schweren Übernahme zittern müssen. Erst machte ihm die schwedische EQT Konkurrenz. Nachdem sich beide Bieter zusammengeschlossen hatten, zögerten die meisten Zooplus-Aktionäre bis zum letzten Tag der Annahmefrist.

Kinderimpfstoff wird in EU schon am 13. Dezember ausgeliefert

Berlin (Reuters) – Deutschland und die anderen EU-Länder werden den Kinderimpfstoff von BioNTech/Pfizer bereits am 13. Dezember erhalten und damit eine Woche früher als bisher geplant.

Der Liefertermin für den Impfstoff für die Fünf- bis Elfjährigen gelte für alle EU-Länder, erklärte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage. Ursprünglich war die Auslieferung für den 20. Dezember vorgesehen. “Wir konnten erreichen, dass der Impfstoff für die fünf- bis elfjährigen Kinder eine Woche früher ausgeliefert wird”, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. “Das hat uns der Hersteller zugesichert.” Angesichts der aktuellen Pandemielage sei dies eine gute Nachricht für Eltern und Kinder. Viele warteten sehnsüchtig darauf.

In Deutschland gibt es etwa 4,5 Millionen Kinder in dieser Altersgruppe. Spahn hatte gesagt, dass die 2,4 Millionen Impfdosen für den Start ausreichen dürften, weitere Lieferungen soll es dann 2022 geben. In der Altersgruppe 12 bis 17 Jahre sind nach Angaben der Regierung bislang 46,1 Prozent vollständig geimpft.

Dialysekonzern FMC verkleinert Vorstand

Frankfurt (Reuters) – Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care verschlankt seinen Vorstand.

Dieser wird von acht auf dann fünf Mitglieder verkleinert, wie die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius am Mittwoch mitteilte. Die Manager Harry de Wit, Vorstand für die Region Asien-Pazifik, Produktionsvorstand Kent Wanzek und Olaf Schermeier, verantwortlich für Forschung und Entwicklung, werden in das Executive Committee, das oberste Leitungsgremium direkt unterhalb des Vorstands, wechseln. Damit wird die Besetzung des Vorstands an das neue Betriebsmodell angepasst, das 2023 eingeführt werden soll, wie FMC erklärte. Rice Powell bleibt Vorstandschef, Finanzchefin Helen Giza wird zusätzlich die Rolle des Chief Transformation Officer (CTO) übernehmen.

FMC hatte Anfang November angekündigt, auf ein einfacheres Betriebsmodell umstellen zu wollen, wodurch die Kosten deutlich sinken sollen. Künftig will FMC sein Betriebsmodell auf nur noch zwei weltweite Segmente ausrichten. In einem wird das bisher dezentralisierte Geschäft mit Produkten für Dialysezentren, die Heimdialyse und Intensivmedizin gebündelt. Das andere Segment umfasst das Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen, das rund 80 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Rund 5000 der über 125.000 Arbeitsplätze fallen weltweit weg.

Vierte Corona-Welle rollt langsamer – Aber Zahl an Toten steigt

Berlin (Reuters) – Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland verlangsamt sich etwas, aber laut Robert-Koch-Institut (RKI) steigt die Zahl der Corona-Toten stärker.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt den zweiten Tag in Folge und zwar auf 442,9 von 452,2 am Vortag, wie das RKI am Mittwoch mitteilte. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das RKI meldete zudem 67.186 Neuinfektionen. Das sind 302 Fälle mehr als am Mittwoch vor einer Woche. 446 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, am Vortag waren 388 Todesfälle gemeldet worden.

Dass die Zahl der Corona-Toten wächst, war nach dem starken Anstieg der Neuinfektionen erwartet worden und dürfte sich auch in den kommenden Tagen fortsetzen. Schwere Verläufe der Krankheit treten meist erst zeitverzögert auf. Auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern war deshalb am Dienstag weiter auf 4616 gestiegen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle gibt das RKI mit 864.600 an.

Sehr hohe Infektionszahlen gibt es weiter vor allem im Süden und Osten Deutschlands. Spitzenreiter bleibt weiter Sachsen, obwohl die Inzidenz auf 1209,4 zurückging. Dann folgen Thüringen mit 962,5 und Brandenburg mit 722,4. Sachsen-Anhalt liegt bei 692,4, Bayern bei 589,3. In allen fünf Ländern ist die Impfquote unterdurchschnittlich. Die niedrigste Inzidenz gibt es weiter in Schleswig-Holstein, wo der Wert leicht auf 153,1 stieg. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weist die höchste Inzidenz mit 1990,0 auf.