Volkswagen will mit Europcar ins Mobilitätsgeschäft

Konzernchef Herbert Diess kündigte am Donnerstag an, den europäischen Autovermieter in eine Plattform für Angebote rund um Carsharing, Mitfahrdienste und Abo-Modelle zu wandeln. Das französischen Unternehmen, das vor 15 Jahren schon einmal dem Wolfsburger Konzern gehörte, würde so zum Kern der neuen Strategie, mit der Diess den Autobauer auf den Wandel der Mobilität vorbereitet. Ein Konsortium unter Führung von Volkswagen hatte sich erst am Mittwoch mit den Europcar-Eignern auf den Preis für die Übernahme geeinigt.

Auch andere Autobauer richten sich auf ein verändertes Nutzungsverhalten vor allem jüngerer Kunden ein, die Autos nicht mehr besitzen, sondern für kurze Zeit mieten oder abonnieren wollen. Volkswagen verfügt unter der Marke WeShare in einigen Städten bereits über Aktivitäten im Carsharing und bietet mit Moia Mitfahrdienste an. Der Ausbau kommt nur langsam voran, außerdem wirft das Geschäft in der Anfangsphase kaum Geld ab. “Die Kombination von Vermietung und Carsharing ist wahrscheinlich der einzige Weg, um Carsharing profitabel zu machen”, sagte Diess bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten anlässlich der Präsentation der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr. Das sei offensichtlich, denn einer der Konkurrenten mache bereits Forschritte auf diesem Gebiet. Der Münchner Autovermieter Sixt, auf den VW im vergangenen Jahr ein Auge geworfen haben soll, verfügt bereits über eine Mobilitätsplattform, mit deren Hilfe das klassische Verleihgeschäft, Carsharing und Fahrdienste zusammenwachsen sollen. Darüber können auch Autos abonniert werden.

NÄCHSTE STUFE IM BLICK

Diess sagte, Volkswagen habe in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrere Optionen in Betracht gezogen, sei letztlich aber auf Europcar zurückgekommen, weil man das Unternehmen kenne. Der Autovermieter sei vor allem in Europa stark, weltweit bisher aber kaum präsent. Wenn sich erste Fortschritte beim Umbau zu einer Mobilitätsplattform zeigten, wolle man über eine Expansion in weitere Regionen nachdenken.

Volkswagen bietet den Europcar-Eignern zusammen mit zwei Partnern 50 Cent je Aktie, womit das Pariser Unternehmen 2,5 Milliarden Euro wert ist. Einschließlich Schulden und Pensionsverpflichtungen ist Europcar fast drei Milliarden Euro schwer. Der Deal soll möglichst noch diesem Jahr über die Bühne gehen. Den auf Volkswagen entfallenden Anteil am Erwerb von Europcar bezifferte das Management bei einer Telefonkonferenz mit Analysten mit knapp 1,7 Milliarden Euro.

Finanziell sieht sich Europas größter Autokonzern trotz hoher Investitionen in die Elektromobilität und den Aufbau einer eigenen Softwaresparte dazu im Stande. Im ersten Halbjahr fuhr Volkswagen dank stark gestiegener Auslieferungen einen Rekordgewinn von 11,4 Milliarden Euro ein. Der Umsatz kletterte um 35 Prozent auf rund 130 Milliarden Euro. Die Prognose für die operative Rendite erhöhte das Management und stellt für 2021 nun zwischen sechs und 7,5 Prozent in Aussicht, je ein halber Prozentpunkt mehr als bisher. Den Ausblick für die weltweiten Auslieferungen dämpfte der Konzern wegen der Chip-Krise dagegen, geht aber noch von einem “spürbaren” Anstieg um etwa zehn Prozent zum schwachen Vorjahr aus. Das bisher erwartete “deutliche” Plus hätte einen Zuwachs um 15 Prozent bedeutet, erläuterte Finanzchef Arno Antlitz. Im ersten Halbjahr brachte Volkswagen weltweit knapp fünf Millionen Fahrzeuge zu den Kunden, rund 28 Prozent mehr als im von Lockdowns zur Eindämmung der Pandemie geprägten Vorjahreszeitraum.

Volkswagen hatte im Vorfeld der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen erklärt, die Beeinträchtigungen durch den Engpass bei elektronischen Bauteilen würden eher in der zweiten Jahreshälfte zu Buche schlagen. Die Taskforce, die der Autobauer eingerichtet hat, rechnet damit, dass sich der Engpass bei Halbleitern, unter dem die gesamte Branche ächzt, bis Ende nächsten Jahres hinziehen dürfte. Im ersten Halbjahr konnten die Wolfsburger bereits eine hohe sechsstellige Zahl an Fahrzeugen nicht produzieren. Der Gewinn stieg dennoch, weil der Konzern mehr größere Autos verkaufte und die beiden Premiummarken Audi und Porsche gut verdienten.

Einen möglichen Teil-Börsengang der Sportwagen-Tochter Porsche räumt Volkswagen weiter keinen Vorrang ein. Priorität habe der Aufbau von Kapazitäten zur Batteriezell-Fertigung für Elektroautos, sagte Diess auf Analystenfragen.

 

(Reporter: Jan C. Schwartz und Christoph Steitz; redigiert von Olaf Brenner; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 030 2201 33711 (für Politik und Konjunktur) oder 030 2201 33702 (für Unternehmen und Märkte)

 

BITCOIN: Hürden voraus?

Der Bitcoin (BTCUSD) hatte unterhalb des im April bei rund 64.000 USD verzeichneten Rekordhochs eine obere Umkehr in Gestalt einer Kopf-Schulter-Formation vollzogen. Der anschließende Abverkauf ließ die Notierung bis auf im Tief 28.600 USD einbrechen. Oberhalb dieser Marke etablierte der Coin eine breite Trading-Range, die sich bis 41.342 USD erstreckt.

Ausbruch nach der Konsolidierung?

Mit dem jüngsten Kursschub spurtete er innerhalb nur weniger Handelstage von der unteren Begrenzung der Stauzone bis an deren oberes Ende. Dort ging die Kryptowährung gestern in den Konsolidierungsmodus über. Wir erachten das mittelfristige Chartbild als neutral innerhalb der etablierten Stauzone. Erst ein nachhaltiger Ausbruch würde einen belastbaren Hinweis auf die Richtung des nächsten mittelfristigen Trends liefern. Mit Blick auf die Oberseite erachten wir dabei die Wahrscheinlichkeit für einen möglichen Fehlausbruch als erhöht. Dies liegt an mehren in unmittelbarer Nähe befindlichen weiteren bedeutsamen Hürden, die im Rahmen eines Ausbruchs getestet werden könnten.

 

Bitcoin_BTCUSD_Chartanalyse_H4
Bitcoin_BTCUSD_Chartanalyse_H4

Erweiteter Long-Trigger-Bereich

Diese Hürden (38,2%-Fibonacci-Retracement, Horizontalwiderstand, Abwärtstrendlinie vom Rekordhoch) bilden ein Widerstandscluster bei aktuell 42.465-43.300 USD. Ein Break über 41.342 USD würde unseres Erachtens einen zeitnahen Test dieses Clusters nahelegen. Erst falls die 43.300 USD-Marke anschließend ebenfalls über mehrere Tage hinweg überwunden wird, würde deutlicheres Potenzial in Richtung 46.700/47.000 USD und anschließend 50.000/51.000 USD freigesetzt. Mit Blick auf die Unterseite verfügt der Coin über potenzielle kurzfristige Auffangbereiche bei 38.200 USD und 36.400-37.000 USD. Mit einem nachhaltigen Rutsch unter die letztgenannte Zone würde sich das technische Bild in diesem Zeitfenster eintrüben.

Hinweis:

Trotz sorgfältiger Analyse übernimmt Global Investa keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Die bereitgestellten Informationen stellen insbesondere keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Anlagevermittlung dar und können keinesfalls eine anleger- und anlagegerechte Beratung durch einen professionellen Anlageberater, der die individuellen wirtschaftlichen Verhältnisse und den Erfahrungsstand des Kunden berücksichtigt, ersetzen.

EUR/GBP: Bären machen weiter Druck!

Aktuell notiert die Währung EUR/GBP bei 0,851. Damit wird abermals das Anfang-Apriltief von 0,847 GBP angelaufen. Im besten Fall kann es den Bullen gelingen etwa in dieser Kurszone ausreichend Unterstützung zu finden. Die Trendrichtung ist derzeit weiterhin Richtung Süden ausgerichtet. Auch der Blick auf den Tageschart zeigt einen abwärts gerichteten Trend auf.

EUR/GBP – Abwärtstrend hat aktuell weiter Bestand

Die Möglichkeit, dass der Abwärtstrend weiterhin Bestand hat, ist an dieser Stelle relativ groß. Die nächstgrößere Unterstützung ist im Bereich von 0,828 GBP zu finden. Dort wurde vom EUR/GBP im Februar 2020 ein Tiefpunkt generiert. Alte prägnante Tiefpunkte wirken oftmals anziehend und können dann aber auch Unterstützung geben.

Fazit: unterhalb des Bündels aus gleitenden Durchschnitten von rund 0,857 GBP besteht weiterhin Abwärtsdruck. Mit Überwinden des Aprilhochs von 0,872 GBP hellt die charttechnische Lage deutlich auf.

Der Chart (H4) in GBP

EUR/GBP Prognose
EUR/GBP – fxempire.de chart

Was sagt die Trendanalyse (H4) für den EUR/GBP?

HighLow Indikator: Hierbei wird untersucht, ob bei dem EUR/GBP höhere Tiefs und neue Hochpunkte entstehen. Ein Aufwärtstrend wird durch höhere Hochs und steigende Tiefpunkte gekennzeichnet. Von insgesamt 10 HighLows ist nur einer steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen, hier drohen weitere Verluste.

Gleitende Durchschnitte: Jetzt wird geschaut, ob die GDs bei dem EUR/GBP steigend sind. Denn steigende GDs kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nicht ein einziger steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen. So geht es nicht weiter!

Macd Indikator: Als Letztes muss bei dem wichtigen Oszillator von EUR/GBP geprüft werden, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Außerdem auch, ob sich der Macd über null befindet. Von insgesamt 10 Macd Analysen ist nicht eine positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen und muss sich ändern.

Die Auswertung der Trendanalyse

Wie fällt der Blick auf die Gesamtauswertung aus? Von 30 gemessenen Kriterien ist nur einer als positiv zu bezeichnen. Das sind lediglich 3,33 %. Deswegen wird der Status hier auf “sehr bärisch” gesetzt. Aus diesem Blickwinkel ist es klug, mit dem Einstieg in den EUR/GBP zu warten, bis die Analyse ein besseres Ergebnis bringt.

 

Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Microsoft-Aktie: Neues ATH bestätigt es!

Natürlich ist die langfristige Situation ebenso sehr bullish. Als Kursziel kommt für die Microsoft-Aktie auf der Oberseite jetzt die glatte 300 US-Dollar Marke in den Fokus. Glatte Marken ziehen die Kruse oftmals an, wirken dann aber auch als Widerstand. Allerdings werden ebenso Anstiege bis in den Kursbereich von etwa 320 US-Dollar möglich. Dort befindet sich die Oberkante eines langfristigen Aufwärtstrendkanals.

Microsoft-Aktie – letztes Tief sollte halten

Auf der Unterseite ist es nun wichtig die 273 US-Dollar Marke zu verteidigen. Dort befindet sich das letzte klein Tief und dieses sollte nicht von der Microsoft-Aktie unterschritten werden. Gelingt es den Bären doch diese Marke zu erobern, so würde sich die Situation aus kurzfristiger Sicht heraus eintrüben. Ein Rückfall in Richtung der 263 respektive 252 US-Dollar Marken könnte dann ins Haus stehen.

Fazit: aufgrund der übergeordneten Aufwärtsbewegung ist ein weiteres Ansteigen zu bevorzugen. Allerdings sind kurzzeitige Zwischenkorrekturen nicht auszuschließen.

Der Chart (D1) in USD

Microsoft-Aktie Prognose
Microsoft-Aktie – fxempire.de chart

Was sagt die Trendanalyse (D1) für die Microsoft-Aktie?

HighLow Indikator: Hierbei wird untersucht, ob bei der Microsoft-Aktie höhere Tiefs und neue Hochpunkte entstehen. Ein Aufwärtstrend wird durch höhere Hochs und steigende Tiefpunkte gekennzeichnet. Von insgesamt 10 HighLows sind sogar 9 steigend. Insofern ist das als sehr bullisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Jetzt wird geschaut, ob die GDs bei der Microsoft-Aktie steigend sind. Denn steigende GDs kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind sogar 10 steigend. Das ist durchaus als sehr bullisch zu bezeichnen.

Macd Indikator: Als Letztes muss bei dem wichtigen Oszillator von Microsoft geprüft werden, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Außerdem auch, ob sich der Macd über null befindet. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind ganze 8 positiv. Das ist mega bullisch. Super, weiter so!

Die Auswertung der Trendanalyse

Wie fällt der Blick auf die Gesamtauswertung aus? Von 30 gemessenen Kriterien sind 27 als positiv zu bezeichnen. Das sind ganze 90 %. Der Status ist hier auf “sehr bullisch” zu setzen. Aus dieser Sicht heraus ist es angebracht, einen Einstieg in die Microsoft-Aktie zu suchen, bzw. investiert zu bleiben.

 

Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Mega-Umsatz für Pfizer – US-Konzern hebt Prognose für Covid-Impfstoff an

Der US-Pharmakonzern erwartet nun in diesem Jahr alleine mit dem Vakzin einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar. Diese Schätzung basiere auf den derzeit unterzeichneten Lieferverträgen über rund 2,1 Milliarden Impfdosen für 2021, teilte Pfizer am Mittwoch mit. Insgesamt wollen Pfizer und sein deutscher Partner BioNTech, aus dessen Laboren der Impfstoff stammt und mit dem die Amerikaner diesen entwickelt haben, in diesem Jahr drei Milliarden Dosen herstellen. Im Mai hatte Pfizer noch einen Umsatz mit dem Vakzin von 26 Milliarden Dollar prognostiziert, BioNTech hatte zu diesem Zeitpunkt 12,4 Milliarden Euro erwartet. Seitdem haben die Partner weitere Lieferverträge abgeschlossen.

Der Impfstoff, der Ende vergangenen Jahres die weltweit erste Zulassung für Covid-19 erhalten hatte, würde damit aus dem Stand das umsatzstärkste Vakzin weltweit werden und auch die weltweit umsatzstärksten Medikamente mit Abstand übertreffen. Der Pneumokokkenimpfstoff Prevnar von Pfizer, vor Corona das umsatzstärkste Vakzin weltweit, brachte dem US-Konzern im vergangenen Jahr alleine einen Umsatz von 5,9 Milliarden Dollar – mehr als jedes andere seiner Produkte. Der US-Biotechkonzern Moderna, der seine Kapazitäten nicht so schnell ausbauen konnte, prognostiziert bislang einen Umsatz mit seinem Corona-Impfstoff von gut 19 Milliarden Dollar. Johnson & Johnson erwartet 2,5 Milliarden.

Pfizer setzte insgesamt im zweiten Quartal 19 Milliarden Dollar um, ein Plus von 92 Prozent. Ohne die Covid-Impfstofferlöse erhöhte sich der Umsatz um zehn Prozent auf gut elf Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg um 59 Prozent auf 5,56 Milliarden. Pfizer erhöhte auch seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2021 erneut. Insgesamt erwartet der Konzern nun einen Umsatz von 78 bis 80 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,95 bis 4,05 Dollar.

 

Personalkonzern Adecco will Wachstum mit Rekordkauf ankurbeln

Für den Technologie-Dienstleister Akka Technologies ist Adecco bereit, zwei Milliarden Euro auf den Tisch zu legen – mehr als doppelt so viel wie die belgische Firma vor der Ankündigung wert war. Adecco-Chef Alain Dehaze verspricht sich vom Zukauf neuen Schub. “Dieses Geschäft wird unser Umsatzwachstum ankurbeln und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie, in Wachstumsbereichen mit höheren Margen tätig zu sein”, sagte Dehaze am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Akka stellt ihren Kunden Ingenieure für Technologie-Entwicklungsprojekte zur Verfügung und beschäftigt insgesamt rund 20.000 Personen. Drei Viertel des Umsatzes von 1,5 Milliarden Euro entfallen auf Software- und Digital-Dienstleistungen. Akka bedient vor allem Unternehmen aus den Branchen Auto, Luftfahrt und Eisenbahn wie den Peugeot– und Fiat-Hersteller Stellantis, Airbus oder Safran. Dabei profitiert der Technologie-Dienstleister vom Trend bei vielen Firmen, Forschungs- und Entwicklungsarbeit auszulagern.

Es handle sich nicht nur um den größte Zukauf seit der Firmengründung vor 25 Jahren, sondern auch um den wichtigsten, sagte Dehaze. Akka sei wesentlich unabhängiger von der Konjunktur als das angestammte Geschäft. Zudem müssten die Produkte in den meisten Branchen auf eine zunehmend digitale Welt umgerüstet werden. “Autos werden zu Computern auf Rädern, weil sie vernetzt sind”, sagte Dehaze. “Man braucht neue Kapazitäten, um den Kunden bei der Entwicklung dieser intelligenten Produkte zu helfen.”

GESCHÄFT ZIEHT AN

Akka ergänze die in einem ähnlichen Geschäft tätigte Tochter Modis hervorragend. Während Modis vor allem in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika stark sei, habe Akka den Schwerpunkt in Europa. Zusammen kämen sie auf rund 50.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro und würden damit in dem Geschäft nur noch vom französischen Informatik-Dienstleister CapGemini überboten. Mit der Übernahme will Adecco 265 Millionen Euro an Synergien heben.

Gemessen am Umsatz lässt Adecco mit der Transaktion zudem die niederländische Randstad als weltweit führender Personaldienstleister hinter sich. Wie die gesamte Branche litt auch Adecco 2020 unter der Corona-Krise, sodass der Umsatz um 17 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro einbrach. Inzwischen zeichnet sich aber eine Erholung ab. Im zweiten Quartal 2021 kletterte der Umsatz um 26 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Den Gewinn konnte der Konzern auf 145 Millionen Euro versiebenfachen. Adecco gehe für das laufende Quartal von einer anhaltenden Verbesserung des Geschäftsumfeldes aus. “Die Länder haben gelernt, mit dem Virus umzugehen und die Wirtschaft zu schützen, und die Beschränkungen werden aufgehoben”, sagte Finanzchef Coram Williams. “Wir sind immer noch nicht da, wo wir im zweiten Quartal 2019 waren, aber wir sind optimistisch.”

Mit jährlichen Raten von sechs bis acht Prozent wächst das Technologie-Consulting deutlich schneller als das breite Personal-Geschäft. Die bedeutende Investition in Akka sei angesichts der besser vorhersehbaren und stabileren Erträge vorteilhaft für Adecco, erklärte ZKB-Analyst Gian Marco Werro.

AKKA-AKTIEN SCHIESSEN NACH ÜBERNAHMEOFFERTE IN DIE HÖHE

Dafür muss Adecco aber auch tief in die Tasche greifen. 49 Euro bieten die Schweizer je Akka-Aktie, gemessen am Kurs vom vergangenen Freitag entspricht dies einem ungewöhnlich hohen Aufpreis von 115 Prozent. An der Börse kletterten Akka im Morgenhandel um 88 Prozent auf 46,23 Euro. Adecco verloren dagegen sieben Prozent.

Die Übernahme verläuft in zwei Schritten. Adecco hat bereits die Zusage der Familien Ricci und Frere, ihre Anteile zu verkaufen. Dadurch kommt Adecco in den Besitz von 48 Prozent der Akka-Anteile. Gegen Ende des ersten Quartals 2022 will der Züricher Konzern dann ein Übernahmeangebot für die restlichen an den Börsen von Paris und Brüssel gehandelten Titel vorlegen. Der Akka-Verwaltungsrat habe sich einstimmig für die Adecco-Offerte ausgesprochen. Die Transaktion solle im ersten Halbjahr 2022 abgeschlossen werden. Die Schweizer wollen die Übernahme vor allem durch Anleihen-Emissionen finanzieren. Dazu soll eine Kapitalerhöhung im Umfang von bis zu 350 Millionen Euro kommen.

 

Bei Deutscher Bank steigt nach erneutem Gewinn die Zuversicht

– von Patricia Uhlig und Tom Sims

Im zweiten Quartal verdiente das größte deutsche Geldhaus trotz Einbußen im wichtigen Investmentbanking und Zusatzkosten deutlich mehr als erwartet. “Alle Geschäftsbereiche sind profitabler geworden und haben bewiesen, dass wir weiter an Relevanz für unsere Kunden zulegen und Marktanteile gewinnen”, sagte Vorstandschef Christian Sewing am Mittwoch. Geholfen hat auch eine niedrige Risikovorsorge für faule Kredite. Sewing kassierte zwar das Kostenziel, ist aber zuversichtlicher beim Ertragswachstum.

Unter dem Strich erwirtschafteten die Frankfurter von April bis Juni einen Gewinn von 692 Millionen Euro, nach einem Verlust von 77 Millionen Euro vor einem Jahr. Es war der vierte Quartalsgewinn in Folge und das beste Zwischenergebnis seit 2015 für die einst krisengeplagte Bank. An das starke Auftaktquartal konnte sie aber nicht anknüpfen – da stand ein Überschuss von fast einer Milliarde Euro zu Buche.

“Bei der Transformation unserer Bank haben wir schon viel erreicht”, schrieb Sewing an die knapp 84.000 Mitarbeiter und räumte gleichzeitig ein, dass der schwierigste Teil noch komme. “Es ist ein wenig wie bei einem Marathonlauf: Bei Kilometer 30 fängt es an, besonders anstrengend zu werden.” Vor allem beim Jobabbau hat das Geldhaus noch viel vor sich. Von den geplanten Streichungen von 18.000 Jobs bis 2022 sind bis Ende Juni erst 8000 erfolgt.

Auch weisen die Quartalsergebnisse teilweise Schwächen auf. So lagen die Erträge mit 6,2 Milliarden Euro ein Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Investmentbanking waren die Einbußen mit elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro besonders hoch. Grund dafür war vor allem der – bereits erwartete – Rückgang im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren. Im ersten Halbjahr 2020 hatte es wegen der Corona-Pandemie eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Anleihen von Staaten und Unternehmen gegeben und Banken hatten daran gut verdient. Bei US-Häusern wie JP Morgan waren die Rückgänge hier im zweiten Quartal noch höher. Gut lief es bei der Deutschen Bank wie bei den Wettbewerbern im Emissions- und Beratungsgeschäft. Auch im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung legten die Erträge zu. Die Fondstochter DWS erzielte Rekordmittelzuflüsse.

BANK WILL NOCH MEHR SPAREN

Verkraften musste das Institut außerplanmäßige Kosten für die Bankenabgabe und den Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken. Dieser muss nach der milliardenschweren Insolvenz der Bremer Greensill Bank wieder aufgefüllt werden. In der Privatkundensparte schrieb die Bank wegen Rückstellungen für Gebührenrückerstattungen an Kunden einen kleinen Verlust. Zudem kann sie wegen eines Urteils des Bundesgerichtshofs Preiserhöhungen nicht mehr so einfach umsetzen und damit rückläufige Zinserträge ausgleichen. Insgesamt gesehen waren die Kosten mit fünf Milliarden Euro aber sieben Prozent niedriger als im Vorjahr.

Um die zusätzlichen Aufwendungen auszugleichen, stieß Sewing neue Sparmaßnahmen an. “Wir müssen bei all den Kostenfaktoren am Ball bleiben, die wir selbst beeinflussen können”, schrieb er an die Mitarbeiter. So will er etwa Prozesse verschlanken, Personal “optimieren” und sich schneller von Immobilien trennen.

Bei Analysten kamen die Quartalsergebnisse gut an. “Die Deutsche Bank ist bei ihrer Restrukturierung solide auf Kurs”, sagte Finanzanalyst Michael Rohr von der Ratingagentur Moody’s. Die Erträge wiesen Stabilität auf, die Kosten seien rückläufig und die Rentabilität gehe in die richtige Richtung. Ende Juni belief sich die Nachsteuerrendite auf 6,5 Prozent. Ziel bis 2022 sind acht Prozent. Die Aktien notierten nach einem mehr als vierprozentigen Kursanstieg gegen Mittag leicht im Minus.

WENIGER RISIKEN IM KREDITPORTFOLIO

Zugute kam der Deutschen Bank in den vergangenen Monaten, dass in Folge der Corona-Krise nicht so viele Kredite ausfielen wie befürchtet. Im ersten Halbjahr lag die Risikovorsorge bei 144 Millionen Euro nach 1,3 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr stellte Finanzchef James von Moltke eine Summe von 900 Millionen Euro in Aussicht – weniger als bisher. Dies sei konservativ gerechnet und könne geringer ausfallen. Bei den Erträgen gebe es gute Chancen, dass diese 2022 näher an 25 Milliarden als an den erwarteten 24,4 Milliarden Euro lägen.

Für Aufsehen sorgte die Bank damit, dass sich sie von ihrem absoluten Kostenziel von 16,7 Milliarden Euro bis 2022 verabschiedete. Gerade die Kosten sind bei der Deutschen Bank oft Stein des Anstoßes gewesen. Da der Umbau voranschreite und die Bank im ersten Halbjahr nachhaltige Profitabilität bewiesen habe, konzentriere sich das Management künftig auf die Aufwand-Ertrag-Relation, sagte von Moltke. Diese Kennzahl soll 2022 bei 70 Prozent liegen – das bedeutet, dass für jeden Euro Ertrag 70 Cent aufgewendet werden müssen. Ende Juni lag die Quote noch bei 78,5 Prozent.

 

Importpreise mit stärkstem Anstieg seit Ölkrise 1981 – “Winter wird teurer”

Die Einfuhrpreise stiegen um 12,9 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Eine höhere Zunahme hatte es zuletzt im Oktober 1981 in der zweiten Ölkrise gegeben (plus 13,6 Prozent) gegeben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 12,6 Prozent gerechnet, nachdem es im Mai ein Plus von 11,8 Prozent gegeben hatte. Experten erwarten, dass diese Entwicklung bei den Verbrauchern ankommen wird.

“Der Anstieg ist so stark ausgefallen, weil der Rückgang zuvor so groß war”, sagte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). “Trotzdem muss der Verbraucher natürlich davon ausgehen, dass er den Effekt im Portemonnaie zu spüren bekommt. Nicht so sehr im Modehaus, aber auf der Heizkostenabrechnung. Der Winter wird teurer.”

Schon im ersten Halbjahr waren die deutschen Verbraucherpreise teilweise so stark gestiegen wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Für die zweite Jahreshälfte wird ein weiterer Schub erwartet, da dann der Mehrwertsteuereffekt hinzukommt: Die Bundesregierung hatte die Sätze im zweiten Halbjahr 2020 gesenkt, um Wirtschaft und Verbraucher in der Corona-Krise zu entlasten und den Konsum anzukurbeln. Nun werden die Preise mit den damals gesenkten verglichen. “Die spannende Frage ist, wie schnell die Inflation 2022 zurückgehen wird”, sagte Niklasch.

ERDGAS VERTEUERT SICH BESONDERS STARK

Der starke Anstieg der Importpreise geht vor allem auf die Entwicklung bei der Energie zurück: Sie verteuerte sich um 88,5 Prozent im Vergleich zum Juni 2020. “Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats”, erklärten die Statistiker diesen sogenannten Basiseffekt. Damals hatte die Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession ihren Tiefpunkt erreicht, bei einem gleichzeitig starken Angebotsüberhang. Erdgas verteuerte sich mit 150,0 Prozent besonders stark, Erdöl um 81,8 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie stiegen die Einfuhrpreise im Juni nur um 7,2 Prozent.

Vorleistungsgüter verteuerten sich mit 17,1 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich stark. Dabei kosteten vor allem Eisenerze (plus 97,4 Prozent), Rohkupfer (plus 49,9 Prozent) sowie gesägtes und gehobeltes Holz (plus 43,9 Prozent) deutlich mehr. “Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz und infolgedessen der Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen dürfte die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein”, führten die Statistiker aus.

 

Traton-Chef will Navistar auf Vordermann bringen

“Ich sehe bei Navistar sehr gute Möglichkeiten, Wert zu schaffen”, sagte Gründler am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Strategische Fehler in der Motorentechnologie hätten das US-Unternehmen in der Gunst der Kunden sinken lassen. Der neue 13-Liter-Weltmotor von Traton und die Elektromotoren sollen die Wende bringen. Gründler kündigte an, Navistar werde auch an seinem Vertriebsnetz arbeiten. Die Volkswagen-Nutzfahrzeug-Tochter Traton hatte rund 3,7 Milliarden Dollar für die Nummer vier auf dem amerikanischen Lastwagen-Markt mit ihren gut 12.000 Mitarbeitern bezahlt.

Deren Marktanteil bei schweren Lastwagen hat sich seit der Finanzkrise 2009 auf 13 Prozent halbiert. Im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende Oktober) brach der Umsatz von Navistar in der Corona-Krise um ein Drittel auf 7,5 Milliarden Dollar ein. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging um zwei Drittel auf 221 (Vorjahr: 689) Millionen Dollar zurück.

Mit der Übernahme erhalte Traton den breiten Zugang zu den internationalen Märkten, der Voraussetzung für die Umsetzung der Elektromotoren-Strategie sei, sagte Gründler, der vor einem Jahr Andreas Renschler als Traton-Chef abgelöst hatte. “Traton ist auf dem Weg in eine neue Ära. Die Zukunft des Transports ist elektrisch – auch im Langstreckenverkehr”, sagte er. Die Kunden seien dafür bereit, wenn sie sich auf eine ausreichende Lade-Infrastruktur verlassen könnten.

Zur Höhe und zum Zeitpunkt einer möglichen Kapitalerhöhung, um die Übernahme zu refinanzieren, hielt sich Finanzvorstand Christian Schulz bedeckt. “Die Kapitalmärkte müssen da sein”, sagte er zu Spekulationen, wonach der Schritt für die zweite Jahreshälfte geplant sei. Schulz verwies darauf, dass Traton das Kapital ohne Bezugsrecht um maximal zehn Prozent erhöhen könne. Das brächte zum aktuellen Börsenkurs rund 1,3 Milliarden Euro.

 

“One for the road” – Glenfiddich entdeckt Whisky-Abfall als LKW-Treibstoff

Glenfiddich habe traditionell aus dem Mälzprozess übrig gebliebenes Getreide verkauft, um es für ein proteinreiches Viehfutter zu verwenden, erklärte Manager Stuart Watts. Aber durch Vergärung, bei der Bakterien organisches Material abbauen und Biogas erzeugen, könne die Brennerei auch flüssige Abfälle aus dem Prozess zur Herstellung von Kraftstoff verwenden. Somit würden alle Abfallprodukte recycelt. Die schottische Whisky-Industrie will bis 2040 emissionsfrei sein.

“Der Denkprozess dahinter war ‘Was können wir tun, das für uns alle besser ist?'”, so Watts. Glenfiddich habe rund 20 LKW und die Technologie könne in allen Lieferflotten seiner Whisky-Marken von William Grant & Sons eingesetzt und auch auf die Lastwagen anderer Unternehmen übertragen werden. Die Brennerei, die jährlich mehr als 14 Millionen Flaschen Single Malt Whisky verkauft, habe inzwischen drei LKW des Herstellers Iveco umgerüstet, die statt mit Flüssigerdgas nun mit dem auf Whiskyabfällen basierenden Biogas fahren. Das Biogas reduziere die CO2-Emissionen im Vergleich zu Diesel und anderen fossilen Brennstoffen um über 95 Prozent. Andere schädliche Partikel und Treibhausgasemissionen würden um bis zu 99 Prozent verringert, erklärte Watts.

Schottland ist die Whisky-Nation. Glenfiddich-Eigner William Grant & Sons gilt als drittgrößter Whiskyhersteller in Schottland, hinter Diageo mit Marken wie Johnnie Walker und Pernod Ricard mit Regal und Ballantine’s.