Paket-Flut in der Corona-Pandemie sorgt bei UPS für Wachstumsschub

Der weltgrößte Paketdienst UPS konnte im ersten Quartal seinen Umsatz um 27 Prozent auf rund 22,9 Milliarden Dollar und damit stärker als von Analysten erwartet in die Höhe schrauben, wie er am Dienstag mitteilte. Im US-Heimatmarkt legten die Erlöse um 22,3 Prozent zu, im internationalen Geschäft verbuchte UPS sogar ein Plus von rund 36 Prozent. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 158 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. UPS-Aktien legten vorbörslich zu.

Zuvor hatte bereits die Deutsche Post nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal ihre Jahresprognose erhöht. “Der Start in das neue Geschäftsjahr war so dynamisch wie noch nie”, hatte Post-Chef Frank Appel gesagt. Auch der US-Rivale FedEx hatte zuletzt Zugewinne verbucht.

Der Lockdown in der Corona-Krise hatte dem Online-Handel einen entscheidenden Schub gegeben. Immer mehr Verbraucher ordern ihre Waren im Internet, die Logistik-Konzerne liefern diese aus. Aber auch der Welthandel zieht wieder an. Das spielt den Logistikern in die Karten.

 

Sparkassen-Ökonomen – Globale Verschuldung drückt auf Wirtschaftsentwicklung

Durch das Eingreifen von Notenbanken und niedrige Zinsen könnten viele Länder derzeit ihre Schuldenlast zwar tragen, erklärten die Experten der Sparkassen-Finanzgruppe am Dienstag. “Doch wenn Konjunktur, Teuerung und Zins erst wieder anziehen, wird die notwendige Sanierung und Konsolidierung umso schmerzlicher”, warnte Chefvolkswirt Reinhold Rickes vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

In den Industrieländern dürfte es nach der Pandemie vorübergehend konjunkturell wieder besser laufen. “Wir werden einen Boom nach der Krise bekommen”, sagte Chefvolkswirtin Gertrud Traud von der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba). Die Staaten könnten sich allerdings auch durch kräftiges Wirtschaftswachstum nicht so schnell ihrer Schulden entledigen, hieß es. Wichtig sei es, in Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung und Gesundheit zu investieren. Im Gegenzug müsse die Politik genau überlegen, für welche Bereiche sie weniger ausgeben wolle, sagte Traud. Hier müsse man sich etwa Subventionen genau anschauen.

Noch besorgniserregender sei die Situation in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Bis zum Beginn der Finanzkrise 2008 sei es durch Programme des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Entschuldungsinitiativen gelungen, die Staatsverschuldung dort zu reduzieren. Seit der Finanzkrise habe sich der Trend wieder umgekehrt und die Corona-Pandemie habe das Problem beschleunigt.

“Gerade in den ärmsten Ländern – zum Beispiel Kenia, Pakistan, Ecuador und Äthiopien – mussten schon vor der Pandemie mehr als ein Fünftel der Exporterlöse für den Schuldendienst des Staates aufgewendet werden”, sagte Traud. Die Corona-Krise habe in den meisten Ländern die Einnahmen aus dem Auslandsgeschäft einbrechen lassen und damit den Schuldendienst erschwert. Es sei deshalb gut, dass weltweit über Schuldenerleichterungen für diese Länder gesprochen werde, betonte Traud. Schuldenschnitte für Industriestaaten lehnte sie allerdings ab.

 

US-Industrie fährt im März kleines Auftragsplus ein

Die Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge und Maschinen stiegen lediglich um 0,5 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Montag mitteilte. Ökonomen hatten mit einem weit größeren Plus von 2,3 Prozent gerechnet, nach einem Rückgang von revidiert 0,9 Prozent im Februar. In einer ersten Schätzzahl war für Februar noch ein Minus von 1,2 Prozent ermittelt worden.

“Die US-Industrie kann nicht mit den erwartet starken Auftragswerten glänzen”, führte Ökonom Ulrich Wortberg von der Helaba aus. Allerdings seien die aufwärts revidierten Februarwerte zu beachten. Darüber hinaus signalisierten die Stimmungsbarometer eine anhaltende Erholung. Die US-Wirtschaft wuchs im April in Rekordgeschwindigkeit: Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 2,5 auf 62,2 Punkte, wie das Institut IHS Markit jüngst zu seiner Firmenumfrage mitteilte. Seit Beginn der Datenerhebung 2009 wurde noch kein höherer Wert ermittelt. Das Barometer signalisiert bereits ab 50 ein Wachstum.

Experten trauen der weltgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr ein kräftiges Wachstum zu. Ein Grund dafür ist das rasche Impftempo, das schneller als anderswo zu Lockerungen von Lockdown-Maßnahmen führt.