US-Notenbank tapert und Gold steigt – geht das Vertrauen in die FED verloren?

Nach dem Motto „Kaufe die Gerüchte und verkaufe die Fakten“ fiel der Goldpreis im Vorfeld der US-Notenbanksitzung noch einmal auf 1.760 US-Dollar, um nach der Ankündigung des Taperings steil anzusteigen und die Woche mit einem Plus von 2 Prozent bei 1.818 US-Dollar zu beenden. Ein deutliches Plus verbuchten auch Silber (+1,2%), Platin (+1,3%) und Palladium (+1,2%), wobei der große Gewinner der Woche der HUI-Goldminenindex war, der um vier Prozent nach oben sprang.

Beginnend im November werden die Anleihenkäufe der US-Notenbank monatlich um 15 Mrd. US-Dollar reduziert werden und letztlich Mitte 2022 auslaufen. Diese Erwartung ist nun komplett eingepreist und jede Abweichung von diesem Plan wird mehr Inflation bedeuten und steigende Edelmetallpreise mit sich bringen.


Gold hielt sich sehr stark und die Goldminen waren die großen Gewinner in den letzten Handelswoche

US-Notenbankchef Jerome Powell sagte in seiner Rede am Mittwoch, dass es zwar an der Zeit sei zu tapern, weil sich die Wirtschaft seit letztem Dezember gut erholt habe, doch sei es für eine Zinsanhebung zu früh, da die Vollbeschäftigung mit Bezug auf die angestrebte Arbeitslosenquote sowie Partizipationsrate noch nicht erreicht wurden.

Die Zinsen stiegen bereits in den vergangenen Monaten in Erwartung des Taperings an und sobald die US-Notenbank als Käufer der letzten Instanz gänzlich verschwindet, so wird niemand mehr diese Anleihen zu Nullzinsen halten wollen. Die Zinsen werden nach oben schießen und die geldmengeninduzierte Konjunkturblüte vernichten, worauf die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen wird.

Um einen Crash am Anleihen- und Aktienmarkt zu verhindern, wird die FED gezwungen sein erneut am Anleihenmarkt zu intervenieren und den nun unaufhaltsamen Zinsanstieg zu managen. Eine Stagflation Die Märkte werden sukzessive realisieren, dass sich die Notenbanken in eine ausweglose Situation manövriert haben, worauf man mit mehr Inflation reagieren wird.

Powell konstatierte bereits in seiner Rede, dass man vorbereitet sei die Anleihenkäufe wieder zu erhöhen, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten verändern sollten. Man weiß natürlich, dass eine große Rezession unvermeidbar ist, da die Notenbanken diese durch ihre Politik der künstlich niedrigen Zinsen erst verursacht haben.

Ein Beispiel dafür war die Bank of England (BOE), die in der letzten Woche eine lang angekündigte Zinsanhebung nicht lieferte. Man verschob den Zinsschritt, da man vermeiden wolle, „die Wirtschaft durch übereilte Zinsschritte zu dämpfen“. Dies zeigt, wie kaputt die Volkswirtschaften aufgrund der planwirtschaftlichen Geld- und Fiskalpolitik seit Anfang der siebziger Jahre sind.

Die Planwirtschaftler in London fürchten, dass ihre Blasenwirtschaft durch einen mikroskopisch kleinen Zinsschritt von 0,15 Prozent bereits platzen könnte. Die unausweichliche Zinswende ist längst da, wie ich in früheren Artikeln und Videos bereits erklärt habe. Mit ihr wird die größte Rezession der Geschichte ihren Anfang nehmen. Auf Jahrzehnte künstlich niedriger Zinsen werden inflationsinduziert historisch hohe Zinsen folgen.


Die Planwirtschaft hat den freien Markt in fast allen Bereichen zurückgedrängt

FED-Chef Powell betonte, dass die US-Notenbank für den mittelfristigen Preisauftrieb verantwortlich sei und ihr Job Preisstabilität sowie Vollbeschäftigung wäre. Diese Aussagen sind haarsträubender Unsinn, denn die Wahrheit ist das diametrale Gegenteil. Notenbanken sind aufgrund der Inflation, die sie erzeugen, die einzige Ursache dauerhafter Preissteigerungen, sowie der Entwertung des Geldes und der Ersparnisse. Hätte die FED Preisstabilität im Sinn, müsste sie sich selbst abschaffen.

Durch die Fehlallokationen, die die Eingriffe der Notenbanken in den Markt verursachen, sind sie die primäre Ursache von Arbeitslosigkeit und selbst der größte Feind von Wohlstand und Vollbeschäftigung. Notenbanken können durch das Drucken von Geld lediglich Vermögen an die Empfänger des neuen Geldes umverteilen. Dies geschieht immer zulasten der Bürger/Sparer und zum Wohle der Banken, des Staates, sowie deren Freunde.

Treiben es Notenbanken mit dem Drucken von Geld zu bunt, können sie ganze Volkswirtschaften und Kulturen vernichten. Nichts zerstört den Wohlstand der Nationen mehr als das Geldmonopol des Staates und ihrer Notenbanken, weshalb man beides abschaffen sollte, will man dauerhaft zu Wachstum, Wohlstand und Freiheit zurückkehren.

Immerhin konstatierte Powell, dass die Inflation höher sei, als man es erwartet hätte, wobei er die Schuld auf die Lieferengpässe schob, die niemand hätte vorhersehen können. Auch diese Aussage ist unwahr, denn die Inflation der Geldmenge durch die US-Notenbank hat die Lieferengpässe und die Preisanstiege für Rohstoffe erst verursacht. Mehr frisch gedrucktes Geld, dass teilweise über Stimulus-Schecks direkt an die Verbraucher verteilt wurde, trifft auf ein gleich gebliebenes Güterangebot. Es gibt nicht genügend Waren für all das Geld, dass man aus dem Nichts erzeugt hat.

Die neue Geldmenge wird bleiben, worauf die Preise steigen müssen und werden. Sobald die Preise auf ein dauerhaft höheres Niveau angestiegen sind, werden sich die Lieferengpässe von ganz allein wieder auflösen. Die Verbraucher, die aufgrund des vermeintlichen Vermögenszuwachses ihren Konsum ausgeweitet oder vorgezogen haben, werden letztlich feststellen, dass sie sich zu höheren Preisen weniger leisten können als vor den Stimulus-Schecks der Regierung.

Ein erneuter Nachfragerückgang wird die Folge sein und die Unternehmen, die zuvor Rohstoffe gehortet und die Preisspitzen mitverursacht hatten, werden ihre Nachfrage stark zurückfahren. Auf einen folgenden deflationären Impuls werden die keynesianischen Voodoo-Ökonomen in den Notenbanken wieder mit dem Drucken von Geld reagieren, was die Situation nur verschlimmbessern wird. Gold wird dann zunehmend als sicherer Hafen vor Inflation gesucht werden und dessen Preis stark ansteigen, zumal der Anleihen- und Aktienmarkt angesichts steigender Zinsen auf absehbare Zeit keine Alternative mehr sein werden.

Gold stark trotz guter Arbeitsmarktdaten

Nach zwei Monaten düsterer Beschäftigungsberichte schlug am Freitagnachmittag der Arbeitsmarktmarktbericht die Erwartung des Marktes. In den USA wurden im Oktober 531 Tsd. neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, während der Marktkonsens bei 450 Tsd. lag. Gut ist, dass die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft um 604 Tsd. anstieg, während die öffentlichen Stellen um 73 Tsd. reduziert wurden.

Die Zahlen für September wurden von 194 Tsd. auf 312 Tsd. und die Augustzahlen von 366 Tsd. auf 483 Tsd. nach oben revidiert. Mit diesen Korrekturen wurden in beiden Monaten 235 Tsd. mehr Stellen geschaffen als zuvor gemeldet wurde. Weiterhin gab es gute Nachrichten aus dem verarbeitenden Gewerbe in den USA, wo im Oktober 60 Tsd. neue Stellen geschaffen wurden, doppelt so viele wie erwartet.


Die Ausweitung der Geldmenge und die Entwertung des Geldes stützen kurzfristig den Arbeitsmarkt

Die Zahl der Beschäftigten stieg um 359 Tsd. von 153,68 auf 154,04 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen sank von 7,674 Mio. auf 7,419 Mio., wodurch die Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent sank, was unter dem Marktkonsens von 4,7% lag. Die Erwerbsquote lag unverändert bei 61,6 Prozent, da die Zahl der Erwerbspersonen nur geringfügig um etwas mehr als 100 000 zunahm.

Die Inflation der Geldmenge hat starke Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Geldmenge erzeugt einen künstlichen Boom, doch mit dessen Ende werden die neuen Stellen wieder verschwinden. Da die Löhne nicht so schnell steigen wie die reale Inflation, sinken die Reallöhne, was Unternehmen, deren Umsatz mit der Inflation wächst, mehr Spielraum für Neueinstellungen gibt.

Die durchschnittlichen US-Stundenlöhne stiegen im Jahresvergleich bereits um 4,9 Prozent, während die offizielle Teuerung bei 5,4% liegt und die inoffizielle Teuerungsrate nach der alten Berechnungsmethode von 1980 bei 14 Prozent. Real sinken die Löhne durch die Entwertung der Währung, während das einfache Gemüt glaubt, die Preise der Konsumgüter wären gestiegen, worauf man den Staat zur Hilfe ruft.

Trotz der guten Arbeitsmarktdaten, auf die der Goldpreis normalerweise mit einem Preisrückgang reagiert hätte und dem Tapering, das in den letzten Monaten auf den Goldpreis drückte, sowie einem Aktienmarkt auf Allzeithoch, zeigte sich der Goldpreis in der letzten Woche sehr stark. Es ist typisch für Gold, dass es steigt, wenn es niemand erwartet und seitwärts handelt oder gar fällt, wenn die Masse der Investoren darauf aufmerksam geworden ist.

Wir erwarten, dass sich die Rezession im kommenden Jahr weiter manifestieren wird und die Notenbanken schnell wieder zurückrudern und ihre Anleihenkäufe fortsetzen werden. Gold sollte bereits im Vorfeld deutlich ansteigen, weshalb wir für das kommende Jahr bullisch sind und das Ende der langen Konsolidierungsphase immer näherkommt.

Technische Analyse zu Gold: Gold springt nach Tapering auf über 1.800 US-Dollar

Terminmarkt: COT-Report vom 05.11.2021

Der neueste COT-Report vom 5. November mit dem Stichtag des 2. Novembers zeigt einen Preisrückgang zur Vorwoche um 6 US-Dollar, während die Position der Spekulanten unverändert blieb. Diese Preisveränderung ist gering und als neutral anzusehen. Stärke zeigt sich jedoch bisher nicht.

Eine Manipulation über den Terminmarkt gab es auch in dieser Woche wieder nicht. Im Gegenteil wurden die Positionen der großen vier Händler in Höhe von drei Tagen der Weltproduktion abgebaut. Dies ist ein Hinweis darauf, dass man den Goldpreis erst einmal durchmarschieren lässt und erst zu höheren Preisen wieder auf den Preis drücken wird. Berücksichtigt man diese Eindeckung, so müsste man eher von einem Überangebot am physischen Markt ausgehen.

Die Bereinigung von der Spekulation am Terminmarkt ist weiterhin neutral und spricht nicht gegen einen weiteren Preisanstieg. Wird der Anstieg jedoch allein von Spekulanten getrieben, so findet dieser eher früher als später sein Hoch und eine Trendumkehr wird einsetzen. Dies könnte am Widerstand bei 1.980$ beispielsweise passieren.

Technische Kaufsignale müssen weiterhin angenommen werden, doch da sich hier keine Stärke zeigt, sollte man jede Position mit einem entsprechenden Stop Loss versehen. Es muss jetzt zusätzliche Investmentnachfrage aufkommen, sonst könnte der Goldpreis jederzeit wieder fallen. Sollte es Gold über 1.825$ schaffen und den Kreuzwiderstand überwinden, so würde dies neue Käufer in den Markt ziehen und ein Defizit könnte dann einsetzen. Wichtig bleibt der Kreuzwiderstand zwischen 1.800 US-Dollar und 1.825 US-Dollar.


Die Terminmarktdaten für Gold sind weiterhin im neutralen Bereich


Die BIG4 hatten in den letzten Monaten ihre Netto-Shortposition abgebaut. Dies ist einerseits gut, doch zeigt es auch Schwäche am Goldmarkt

Trotz der guten Arbeitsmarktdaten und dem Beginn des Taperings in den USA konnte der Goldpreis in den letzten Handelstagen ansteigen. Charttechnisch bleibt der Goldpreis über 1.760 US-Dollar long. Über 1.800 US-Dollar gab es ein weiteres Kaufsignal. Im kurzfristigen Chat zeigt sich der nächste Widerstand bei 1.830 US-Dollar, den es nun zu überwinden gilt. Im langfristigen Chart ist bei etwa 1.825 US-Dollar noch ein letzter Abwärtstrend zu sehen, weshalb der Bereich zwischen 1.800 US-Dollar und 1.830 US-Dollar ein dicker Widerstandsbereich ist.

Da sich in den COT-Daten bis dato keine Stärke zeigt, besteht noch immer eine Möglichkeit, dass der Preisanstieg an dieser Widerstandszone scheitern wird. Deshalb sollte man jede gestaffelte Position mit einer Stop-Loss Order absichern. Auf der anderen Seite stimmt die niedrige Shortposition der großen vier Händler an der COMEX optimistisch.

Kurz: Es gab zwei Kaufmarken – bei 1.760 US-Dollar und 1.800 US-Dollar. Dort sichert man Positionen ab und lässt Gewinne laufen. Sollte der Goldpreis am Kreuzwiderstand im Bereich von 1.830 US-Dollar scheitern, lässt man sich an diesen Marken ausstoppen.


Der Goldpreis bleibt über dem Widerstand bei 1.760 US-Dollar long

Der Tageschart zeigt, dass der letzte übergeordnete Abwärtstrend noch intakt ist. Im Vorfeld und nach Bekanntgabe des Taperings hielt sich der Goldpreis bereits stark. Es gibt immer weniger Verkäufer auf diesem Preisniveau, während immer neue Käufer, die an eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in den USA glauben, hinzukommen.

Mit dem Bruch von drei kurzfristigen Abwärtstrends und der Ausbildung höherer Tiefs in einem Umfeld schlechter Meldungen für Gold, sieht das Chartbild bullisch aus. Über 1.830 US-Dollar würde der letzte Abwärtstrend brechen, worauf starke Nachfrage aufkommen sollte, wogegen sich Short-Spekulanten in die steigenden Preise hinein eindecken müssten. In diesem Fall wäre ein Anstieg auf 1.980 US-Dollar binnen zwei Monaten denkbar.

Die nächste Handelswoche wird zeigen, ob dem Goldpreis der Anstieg um weitere 15 US-Dollar gelingt und so ein mittelfristiges prozyklisches Kaufsignal mit einem Ausbruch über 1.830 US-Dolalr erzeugt wird oder ob die kurze Rallye dort ihr Ende findet.

Ein Risikofaktor für den Goldpreis in US-Dollar könnte ein stärkerer US-Dollar im USD-Index sein, da die FED tapert, während die EU und andere Währungsräume diesem Beispiel noch nicht folgen. Außerdem bildete der Goldpreis in den letzten Jahren im Dezember bis Neujahr ein Tief aus, bevor der Preis mit einer Rallye in das neue Jahr starten konnte.

 


Der übergeordnete langfristige Abwärtstrend ist noch intakt

Der langfristige Abwärtstrend bei Gold in Euro wurde bereits im Mai bei 1.480 Euro gebrochen, was ein langfristiges Kaufsignal lieferte. Über ein halbes Jahr hinweg konsolidierte der Goldpreis in Euro an dieser neuen Unterstützung bei 1.480 Euro. Es bildete sich ein Abwärtstrend auf der Oberseite aus und der Preis keilte sich zunehmend ein.

Ein erneutes prozyklisches Kaufsignal gab es, nachdem der Goldpreis den blauen Abwärtstrend Mitte Oktober mit Schlusskursen über 1.540 Euro überwunden hatte. Es erfolgten bereits zwei Rücksetzer an den ehemaligen Abwärtstrend und der Ausbruch aus der Konsolidierungsformation wurde am Freitag mit einem Anstieg auf ein 10-Monatshoch bei 1.571 Euro nun auch bestätigt.

Während das Chartbild in US-Dollar eher schwer zu lesen war, so zeigten sich bei Gold in Euro sehr schöne charttechnische Muster. Solange der Goldpreis über 1.530 Euro bleibt, ist das neue mittelfristige Kaufsignal intakt. Der nächste Widerstand liegt bei 1.610 Euro je Feinunze.


Nach einem halben Jahr ist der Goldpreis aus der Konsolidierungsformation bullisch ausgebrochen

 

Chinas Exporte ziehen an – Konsumgüter für Weihnachten gefragt

Die Ausfuhren wuchsen dank der anziehenden Nachfrage nach Konsumartikeln zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft um 28,1 Prozent zum Vorjahresmonat, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Zolldaten hervorgeht. Für Ökonomen kommt das überraschend: Sie hatten nur mit einem Plus von 21,0 Prozent gerechnet, nach 25,6 Prozent im August.

“Die Exporte haben sich erneut überdurchschnittlich entwickelt”, sagte Volkswirt Erin Xin vom Bankhaus HSBC. Dahinter stecke wohl eine frühere Auslieferung von Konsumgütern für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft in den westlichen Industrieländern. Dort geht die Sorge um, angesichts von Engpässen wie etwa bei Halbleitern und gestörten globalen Lieferketten nicht rechtzeitig oder ausreichend Ware zu bekommen. So klagten im September 74 Prozent der deutschen Einzelhändler laut einer Ifo-Umfrage über Lieferprobleme. “Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch hier angekommen”, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. “Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden.”

Andere Analysten sagten, dass die Stromausfälle die Exporte bislang zwar noch nicht beeinträchtigt haben. Aber in den kommenden Monaten könnten dadurch die Produktion eingeschränkt und die Kosten für die chinesischen Hersteller in die Höhe getrieben werden. Die durch die Umstellung auf saubere Energie, die starke Nachfrage und hohe Rohstoffpreise verursachte Stromknappheit hat seit Ende September die Produktion in zahlreichen Fabriken zum Erliegen gebracht, darunter bei vielen Zulieferern von globalen Konzernen wie Apple und Tesla. Betroffen waren etwa Fabriken in den östlichen Provinzen Guangdong und Zhejiang, beides wichtige Exportstandorte.

“WELTWIRTSCHAFT WIRD STÜTZEN”

“Wir gehen allgemein davon aus, dass diese Störungen in den kommenden Monaten nachlassen werden,”, sagte Volkswirt Louis Kuijs von Oxford Economics. Die politische Führung dürfte das Wachstum betonen und dazu aufrufen, die Klimaziele in einem gemäßigteren Zeitrahmen zu verfolgen. “Auf längere Sicht dürften die Exporte durch die anhaltende Erholung der Weltwirtschaft und ein allmähliches Nachlassen der Störungen in der globalen Lieferkette im nächsten Jahr gestützt werden”, sagte Kuijis.

Chinas Importe stiegen im September mit 17,6 Prozent deutlich langsamer als noch im August mit 33,1 Prozent. “Die Aufschlüsselung zeigt einen breit angelegten Rückgang bei allen Warentypen, besonders ausgeprägt bei den eingehenden Lieferungen von Halbleitern”, sagte Analyst Julian Evans-Pritchard von Capital Economics. Geringere Einfuhrmengen von Industriemetallen seien zudem ein weiterer Beleg dafür, dass Umweltauflagen und eine Abkühlung der Bautätigkeit die Schwerindustrie belasten.

Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge bleibt China ein Zugpferd der Weltwirtschaft. In diesem Jahr soll die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 8,0 Prozent wachsen. Für 2022 werden 5,6 Prozent erwartet.

 

Insider – G20-Einigkeit bei globaler Steuerreform erst in letzter Minute

Am Ende sei dies aber gelungen, sagte ein deutscher Regierungsvertreter am Montag. Wichtig sei auch gewesen, alle europäischen Partner in dem von der Industriestaaten-Organisation OECD koordinierten Prozess an Bord zu holen. “Das ist ein erheblicher Fortschritt.” Das werde es deutlich leichter machen, einstimmig eine Richtlinie zur Umsetzung der Pläne in der EU durchzubekommen.

136 Staaten hatten sich am Freitag auf Details der Steuerreform geeinigt. Diese sieht eine Mindeststeuer für große Konzerne von 15 Prozent vor. Außerdem sollen Schwellenländer mehr Steuereinnahmen abbekommen. Die Regeln sollen bereits 2023 in Kraft treten, was als ambitioniert gilt. In Europa waren bis zuletzt Irland, Ungarn und Estland skeptisch, tragen die Pläne nun aber mit. Welche Staaten aus dem Kreis der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) erst in letzter Minute einschwenkten, sagte der Regierungsvertreter nicht.

Noch im Laufe des Oktobers soll nun auf G20-Ebene endgültig grünes Licht für die Steuerreform gegeben werden, nachdem im Sommer ein Grundgerüst gebilligt wurde. Die Pläne sollen dann nächstes Jahr in Gesetzestexte gegossen werden.

 

Britischer Energieminister warnt vor Pleiten in der Energiebranche

“Es ist denkbar, dass Unternehmen aus dem Markt verschwinden”, sagte Kwarteng am Donnerstag auf der Energiekonferenz des Landes. Er schloss staatliche Hilfe für angeschlagene Firmen aus. “Die Regierung wird gescheiterte Unternehmen nicht retten, es kann keine Belohnung für unverantwortliches Management geben.” Wegen steigender Energiegroßhandelspreise sind einige Energieversorger in Großbritannien Pleite gegangen, allein im September neun.

Der Minister versicherte, Großbritannien habe genug Gas und Strom, um die Nachfrage im Winter zu bedienen. Der britische Netzbetreiber National Grid hatte zuletzt vor Stromknappheit gewarnt.

Längerfristig werde Großbritanniens Plan, bis 2035 nur noch saubere Energie aus Wind-, Solar- oder Atomkraft zu produzieren, zum Schutz der Verbraucher beitragen, sagte Kwarteng weiter. “Die Volatilität des Gaspreises hat gezeigt, dass wir strategisch planen müssen, und Netto-Null hilft uns dabei.” Der Minister kündigte an, die Regierung bis 2024 Investitionszusagen für mindestens ein neues großes Atomkraftwerk zu machen.

Premierminister Boris Johnson hatte am Montag angekündigt, Großbritannien wolle bis 2035 “sauberen Strom” produzieren, um das Ziel des Landes zu erreichen, Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen.

Die Preise für Strom und Gas sind insbesondere durch die Konjunkturerholung nach dem Höhepunkt der Corona-Krise stark angestiegen. Das kann Experten zufolge Marktteilnehmer in die Insolvenz treiben. “Es gibt Stromlieferanten, die Verträge mit Kunden abschließen mit festen Preisen und diese Mengen nicht im Terminmarkt absichern”, hieß es bei der Unternehmensberatung Horvath & Partners.

 

Deutsche Flughäfen machen wohl erst 2024 wieder Gewinn

Die Zahl der Passagiere dürfte immer noch rund 35 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019 liegen, nach minus 71 Prozent in diesem Jahr, wie der Airportverband ADV am Dienstag mitteilte. 2023 dürfte der Wert dann nur noch rund 17 Prozent unter dem Stand vor der Virus-Pandemie liegen und 2024 rund sieben Prozent darunter. In den Jahren danach könnte das alte Niveau wieder allmählich erreicht werden. “Es geht wieder aufwärts”, sagte ADV-Präsident Stefan Schulte in Berlin. “Die Bevölkerung will wieder fliegen.” Die Branche sei ein Stück weit optimistisch.

Dennoch bringt die Corona-Krise viele Flughäfen in wirtschaftliche Bedrängnis. Nach einem Umsatzminus von 55 Prozent im Corona-Jahr 2020 rechne man auch für dieses Jahr nur mit der Hälfte der Erlöse im Vergleich zu 2019, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Nach einem Vorsteuergewinn von rund 800 Millionen Euro 2019 hätten die Airports 2020 rund 2,1 Milliarden Euro Verlust gemacht und rechneten für dieses Jahr noch einmal mit einem Minus von 1,5 Milliarden Euro. ADV-Präsident Schulte geht davon aus, dass manche Flughäfen 2024 wieder schwarze Zahlen schreiben könnten, andere wohl erst 2025. Mittelfristig werde der Luftverkehr in Europa wohl nur noch um zwei bis zweieinhalb Prozent wachsen – und damit weniger als ursprünglich erwartet und weniger als der weltweite Luftverkehr.

Zuversichtlich äußerte sich Schulte zum wieder anziehenden Markt für Geschäftsreisen. Hier werde man in den nächsten zwei, drei Jahren aber wohl nur 70 bis 80 Prozent des ursprünglichen Niveaus erreichen. Derweil liege die Luftfracht wieder über dem Stand aus der Vor-Corona-Zeit, nicht zuletzt wegen Lieferengpässen bei wichtigen Industrieprodukten auf dem Seeweg.

Während der bundesweiten Sommerferien vom 19. Juni bis 12. September zählten die deutschen Flughäfen 28,6 Millionen Passagiere. Das waren zwar fast 15 Millionen mehr als vor einem Jahr, aber nur 52 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019. Im gesamten ersten Halbjahr lag die Passagierzahl noch 86 Prozent unterm Vorjahr – es gab so wenig Fluggäste wie zuletzt 1971.

Von der künftigen Bundesregierung wünschen sich die Flughäfen Unterstützung, um den Luftverkehr klimaneutral zu machen. Die Bemühungen auf EU-Ebene müssten aber wettbewerbsneutral sein – dürften also die europäische Luftfahrtbranche nicht benachteiligen, mahnte Schulte. “Es kann nicht sein, dass es ein Konjunkturprogramm für den Nahen und Mittleren Osten wird.”

 

E-Autobauer Polestar will an Börse – Mögliche Bewertung 20 Mrd Dollar

Das schwedische Unternehmen, zu dessen Investoren Hollywoodstar Leonardo DiCaprio gehört, soll bei der Transaktion mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet werden, wie Polestar am Montag mitteilte. Der Börsengang soll über einen sogenannten SPAC – Special Purpose Acquisition Company – erfolgen. Polestar fusioniere dazu mit der Investmentfirma Gores Guggenheim des US-Milliardärs Alex Gores und werde künftig unter dem Namen Polestar Automotive Holding an der New Yorker Börse geführt.

Polestar könnte im Rahmen der Transaktion über eine Milliarde Dollar zufließen, wenn sich alle Gores-Guggenheim-Investoren beteiligen und nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Aktien zurückzugeben. 250 Millionen Dollar der Gesamtsumme sollen von institutionellen Anlegern kommen.

Der Premium-Elektroautohersteller lieferte im vergangenen Jahr rund 10.000 Fahrzeuge aus. Bis 2025 soll die Zahl der verkauften Autos auf 290.000 steigen, weitere neue Modelle sollen in den kommenden Jahren hinzukommen. Im April erhielten die Schweden von Investoren 550 Millionen Dollar.

 

Deutsche Bank vorerst mit Umbau und nicht Übernahmen beschäftigt

Die Deutsche Bank sei aktuell aber mit ihrer Transformation beschäftigt, doch bereite sie sich damit auch auf diese Entwicklung vor, sagte von Moltke am Donnerstag in einer Video-Konferenz. Die Neuausrichtung werde es dem Geldhaus erlauben, “uns in strategische Aktivitäten zu engagieren”. Wenn es einmal eine wertsteigernde Transaktion gebe, die die Wettbewerbsposition der Bank stärke, könne es Gespräche geben.

 

Windbranche legt Konzept für Wasserstoff-Produktion auf hoher See vor

Es müsse zunächst ein konkretes Ziel für “grünen” Wasserstoff aus Offshore-Windenergie festgeschrieben werden, verlangen acht Organisationen rund um die Branche in einem am Freitag veröffentlichten Papier. Die Wasserstoff-Ziele müssten dabei zusätzlich zur bestehenden Vorgabe des Offshore-Ausbaus mit 40 Gigawatt Stromleistung bis 2040 kommen. Diese entspricht rechnerisch etwa 40 AKW-Blöcken. Gefordert wird zudem, ein weit vor der Küste liegendes Seegebiet für die direkte Wasserstoff-Erzeugung mit Windstrom zu reservieren, da ein Stromanschluss auf absehbare Zeit dort nicht möglich sei. Angesichts des enormen Bedarfs an Wasserstoff gerade in der deutschen Industrie müsse die nächste Bundesregierung den Ausbau beschleunigen.

Mit Hilfe von Wind- oder Sonnenstrom erzeugter Wasserstoff gilt als zentraler klimafreundlicher Brennstoff gerade für die Industrie. Während etwa bei Autos der direkte elektrische Antrieb favorisiert wird, fehlen klimafreundliche Lösungen für Schwerlaster, die Schifffahrt sowie Chemie-, Stahl- und Zementindustrie.

Da der Wind auf hoher See kräftiger und stetiger weht und die Akzeptanzprobleme für die riesigen Anlagen geringer sind, kommt der Offshore-Technologie in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle zu. Mit der direkten Wasserstoff-Produktion auf dem Meer wird auch das zentrale Problem, der Strom-Leitungsanschluss, entschärft. Wasserstoff könnte dann mit Tankschiffen an Land gebracht werden.

Die acht Organisationen, darunter der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO) und die IG Metall Küste, halten aber auch eine Nordsee-Wasserstoffleitung für sinnvoll. Damit könnten nicht nur Anlagen in deutschen Gewässern, sondern auch Windparks anderer Nordsee-Anrainer angeschlossen werden.

Mit ihrer Wasserstoff-Strategie hat die Bundesregierung bisher neun Milliarden Euro für den Aufbau von Produktions- oder Transportanlagen in Aussicht gestellt. Zusammen mit Privat-Investoren sollen so über 30 Milliarden Euro fließen. Klar ist allerdings, dass wegen des großen Bedarfs mittelfristig Wasserstoff etwa aus sonnen- und windreichen Gegenden Südeuropas oder Afrikas importiert werden muss. Erneuerbare Energien aus Deutschland werden dies allein nicht leisten können, weil für die Wasserstoff-Produktion sehr große Mengen benötigt werden. Es gilt daher als sicher, dass auch künftig Deutschland den Großteil seiner Energie importieren muss.

 

Chipmangel lässt Absatz von Volkswagen um 22 Prozent einbrechen

Im August brachte der Konzern weltweit 616.500 Fahrzeuge zu den Kunden, 22 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit gingen die Auslieferungen den zweiten Monat in Folge auf Talfahrt. Am stärksten war der Rückgang im vergangenen Monat in China, dem größten Absatzmarkt des Autobauers. Dort schrumpften die Auslieferungen um ein Drittel. Auch in Europa und Amerika setzten die Wolfsburger im vergangenen Monat deutlich weniger Fahrzeuge ab als vor Jahresfrist.

Unter den Pkw-Marken des Konzerns schlug sich Seat mit einem Minus von 0,7 Prozent noch vergleichsweise gut. Dagegen brachen die Auslieferungen bei der tschechischen Schwester Skoda um 34 Prozent ein. Auch Porsche schlug weniger Fahrzeuge los (minus 18,5 Prozent). Audi verkaufte 20 Prozent weniger von seinen Oberklassefahrzeugen. Die Kernmarke VW büßte fast ein Viertel ein. Dagegen legten die Lkw- und Bus-Hersteller MAN und Scania beim Absatz kräftig zu. Insgesamt lieferte der Konzern seit Jahresbeginn 6,3 Millionen Fahrzeuge aus, plus 13 Prozent.

 

Berliner Sprachlern-Anbieter Babbel peilt Börsengang an

Das Vorhaben sei noch in diesem Jahr geplant, teilte Babbel am Dienstag mit. “Wir stemmen den ersten Börsengang eines auf Bildung fokussierten Technologieunternehmens in Deutschland”, sagte Firmenchef Arne Schepker der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, dabei mindestens 180 Millionen Euro einzusammeln. Insidern zufolge könnte die 2007 gegründete Firma bei der Neuemission auf einen Wert zwischen einer und zwei Milliarde Euro kommen.

Babbel beendet mit der Ankündigung die Sommerpause an der Frankfurter Börse, vor der bereits mehr als 15 Unternehmen in diesem Jahr den Sprung auf das Parkett geschafft und damit zusammen mehr als neun Milliarden Euro eingesammelt hatten. Dazu gehörte unter anderen der Online-Brillenversand Mister Spex aus der Hauptstadt.

Spätestens seit der Corona-Krise, die viele Schüler und Studenten an den heimischen Schreibtisch zwang, sind Lern-Startups gefragt. Babbel setzte im vergangenen Jahr rund 147 Millionen Euro um und kam von Januar bis Juni auf ein Plus von 18 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der große Babbel-Konkurrent aus den USA, Duolingo, der rund 40 Millionen aktive Nutzer monatlich zählt, feierte im Juli ein fulminantes Börsendebüt an der Wall Street und wurde mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Die Lernplattform GoStudent sammelte 205 Millionen Euro bei Investoren wie der japanischen Softbank und der chinesischen Tencent ein und wird seither mit mehr als 1,4 Milliarden Euro bewertet.

Unter der Marke “Babbel” – abgeleitet vom hessischen Dialektwort für sprechen – bietet das Unternehmen in seiner App auf Abo-Basis Sprachkurse, Vokabel- und Rechtschreib-Tests in 15 Sprachen an. Zudem investierte Babbel bereits in eine Sprachreiseplattform und neue Lernmethoden wie Podcasts und Live-Tutoring-Klassen durch Muttersprachler. Mit den Einnahmen aus dem von BNP Paribas und Morgan Stanley begleiteten Börsengang will das Unternehmen sein Angebot unter anderem weiter ausbauen. “Wir sehen auch großes Potenzial im Firmenkundengeschäft. Zudem wollen wir weiter in den USA expandieren. Dort sind wir eins der wenigen Startups aus Deutschland, das dort erfolgreich ist”, sagte Schepker.