Schwache Windverhältnisse drücken Ökostromanteil

Düsseldorf (Reuters) – In Deutschland ist die Ökostromerzeugung 2021 wegen schwacher Windverhältnisse zurückgegangen.

Der Anteil sei nach vorläufigen Berechnungen auf gut 42 Prozent von knapp 46 Prozent gesunken, teilten der Branchenverband BDEW und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) am Mittwoch mit. Zwar habe die Stromerzeugung aus Solarenergie um fast fünf Prozent zugelegt, aber insbesondere die erste Jahreshälfte sei deutlich windärmer als im Vorjahr gewesen. Zudem sei der Stromverbrauch durch die konjunkturelle Erholung

angestiegen.

Die neue Bundesregierung habe sich ambitionierte Ziele für den Erneuerbaren-Ausbau gesetzt, sagte die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW, Kerstin Andreae. “Bis zum geplanten Erneuerbaren-Anteil von 80 Prozent im Jahr 2030 liegt aber noch ein großes Stück Arbeit vor uns – insbesondere mit Blick darauf, dass der Stromverbrauch in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich ansteigen wird.”

Die gesamte Stromerzeugung stieg 2021 den Angaben zufolge um fast drei Prozent auf 582 Milliarden Kilowattstunden. Davon stammten 238 Milliarden aus Ökostromanlagen. Größter Posten war dabei Strom von Windkraftanlagen an Land. Sie produzierten 92 Milliarden Kilowattstunden. Im Jahr zuvor seien es noch 105 Milliarden gewesen. Photovoltaikanlagen hätten 51 Milliarden Kilowattstunden erzeugt – rund zwei Milliarden mehr als im Jahr zuvor. Die Erzeugung von Offshore-Windanlagen sank auf 25 Milliarden von zuvor 27 Milliarden Kilowattstunden.

Bayer steht wegen Monsanto-Übernahme wohl Anleger-Prozess ins Haus

Frankfurt (Reuters) – Bayer sieht sich wegen der umstrittenen Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto möglicherweise mit einem milliardenschweren Anleger-Musterverfahren konfrontiert.

Die auf solche Fälle spezialisierte Tilp Rechtsanwaltsgesellschaft vertritt nach eigenen Angaben vom Mittwoch mehr als 250 institutionelle Investoren und eine Vielzahl Privatanleger. Diese sähen sich von Bayer über die wirtschaftlichen Risiken der 63 Milliarden Dollar teuren Akquisition getäuscht und forderten Schadenersatz. Das Gesamtvolumen dieser Klagen betrage mehr als eine Milliarde Euro, erklärte die Anwaltskanzlei. Sie hat das Kapitalanleger-Musterverfahren (KapMuG) angestoßen, bei dem Einzelklagen zur selben Frage gebündelt und exemplarisch an einem Fall vor Gericht geklärt werden sollen.

Bayer hat seine Aktionäre nach der Ansicht von Tilp vor allem über die Risiken der in den USA anhängigen Verbraucherklagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup getäuscht, die sich der Konzern mit der Monsanto-Übernahme 2016 ins Haus holte. Dadurch sei der Aktienkurs massiv gesunken. Bayer hält die Klagen für unbegründet. “Bayer hat die Gesetze eingehalten und ist seinen Veröffentlichungspflichten nachgekommen”, teilte der Konzern mit. Untersuchungen unabhängiger Experten hätten ergeben, dass der Bayer-Vorstand bei der Übernahme pflichtgemäß gehandelt habe. “Entsprechend werden wir uns rechtlich verteidigen.” In den USA muss sich Bayer gegen tausende Klagen von Roundup-Nutzern wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Mittels wehren. Bayer hat das stets zurückgewiesen.

ERSTER VERFAHRENSSCHRITT

Das Landgericht Köln habe nun entschieden, dass der Antrag der Anwaltskanzlei auf Einleitung eines Kapitalanleger-Musterverfahrens in dieser Sache im Bundesanzeiger veröffentlicht werde, teilte Tilp mit. Das ist ein erster Verfahrensschritt. Gibt es genug gleichgerichtete Anträge, legt das Oberlandesgericht einen Musterkläger fest, mit dem der Prozess dann exemplarisch geführt wird. Das Landgericht Köln bestätigte, die 22. Zivilkammer habe beschlossen, dass der Musterverfahrensantrag im Bundesanzeiger öffentlich bekannt gemacht wird (Az. 251/20).

Die Möglichkeit eines Kapitalanleger-Musterverfahrens nach dem Vorbild von Sammelklagen in den USA gibt es in Deutschland erst seit 2005. Das Verfahren war geschaffen worden, um die Flut an Anlegerklagen nach dem sogenannten dritten Börsengang der Deutschen Telekom bewältigen zu können. Der Mammutprozess gegen den Bonner Konzern soll nun nach fast zwei Jahrzehnten mit einem Vergleichsangebot für die Kläger zu Ende gebracht werden.

Mit dem KapMuG soll Klägern die Möglichkeit gegeben werden, gebündelt bestimmte Rechtsfragen mit kapitalmarktrechtlichem Bezug vor Gericht klären zu lassen. In einem solchen Fall befasst sich das Oberlandesgericht Braunschweig seit nunmehr drei Jahren mit milliardenschweren Anlegerklagen wegen erlittener Kursverluste im Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal. Hier ist die Fondsgesellschaft Deka Investment der Sparkassen Musterklägerin. Im Rechtsstreit über Schadensersatz für Daimler-Aktionäre im Zusammenhang mit der Dieselaffäre hatte das OLG Stuttgart jüngst einen Privatanleger als Musterkläger festgelegt.

Brand in Hongkonger Hochhaus gelöscht – Menschen auf Dach gefangen

Hongkong (Reuters) – Bei einem Brand in einem Hochhaus in Hongkong sind nach Angaben der Polizei 13 Menschen verletzt worden.

Rund 150 Menschen seien auf dem Dach des World Trade Centres gefangen gewesen, bevor der Brand gelöscht werden konnte, teilten Polizei und Feuerwehr am Mittwoch mit.

Das 39 Stockwerke hohe Gebäude beherbergt Restaurants, Büros und Läden und befindet sich im Geschäfts- und Einkaufsviertel Causeway Bay der chinesischen Metropole. Der Brand sei um die Mittagszeit in einem Hauswirtschaftsraum auf einer unteren Ebene des Einkaufszentrums in dem Gebäude ausgebrochen, berichteten mehrere Medien. Die Ursache war zunächst unklar. “Das Feuer wurde um 16.30 Uhr gelöscht”, teilte die Feuerwehr mit.

Die Feuerwehr war mit zwei Hochleistungspumpen im Einsatz. Mit Leitern und Atemgeräten versuchte sie, zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Der Sender RTHK berichtete unter Berufung auf die Polizei, rund Hundert Menschen seien aus einem Restaurant in die oberste Etage geflüchtet, als das Feuer ausbrach und sich Rauch in dem Gebäude verbreitete. Büroangestellte, Beschäftigte und Käufer eilten aus dem Hochhaus und brachten sich in Sicherheit. Der Bereich um das World Trade Centre im vielbesuchten Einkaufsviertel war abgesperrt.

Generali will bis 2024 bis zu 6,1 Mrd Euro ausschütten

Mailand (Reuters) – Der italienische Versicherungskonzern Generali will in den nächsten drei Jahren bis zu 6,1 Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten.

Der unter Druck zweier Großaktionäre stehende Vorstandschef Philippe Donnet versprach am Dienstag bei der Vorstellung der Strategie für die nächsten Jahre 5,2 bis 5,6 Milliarden Euro an Dividenden. Dazu soll ein Aktienrückkauf über 500 Millionen Euro kommen – der erste seit 15 Jahren. Daneben soll genügend Geld für Zukäufe übrigbleiben: drei Milliarden Euro hat Donnet dafür reserviert. “Fusionen und Übernahmen bleiben ein Werkzeug, um Wert für die Aktionäre zu schaffen”, sagte er. Generali sehe sich in Europa und Asien um, um das Versicherungs- und Kapitalanlage-Geschäft auszubauen. In der Vermögensverwaltung kämen auch die USA und Großbritannien als Zielmärkte in Frage.

Von den vier Milliarden Euro, die Donnet in der vergangenen Strategie-Phase für Übernahmen zur Verfügung hatte, hat er nur 85 Prozent ausgegeben – zu wenig, wie seine Kritiker sagen. Im April 2022 steht die Vertragsverlängerung des Franzosen an. Der größte Aktionär, die italienische Handelsbank Mediobanca, steht hinter ihm. Die beiden Großaktionäre Francesco Gaetano Caltagirone und Leonardo del Vecchio sind aber unzufrieden. Im Verwaltungsrat stimmten zwei Insidern zufolge 11 von 13 Mitgliedern für Donnets Strategie. Caltagirone habe dagegen gestimmt, der Vertreter del Vecchios, des Gründers des Brillenkonzerns Luxottica, habe bei der Sitzung gefehlt. Caltagirone war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Nach Donnets Strategie soll sich Generali als “lebenslanger Partner” (“Lifetime Partner”) seiner 68 Millionen Kunden in mehr als 50 Ländern profilieren. Die Beitragseinnahmen in der Sachversicherung (ohne Auto) sollen bis 2024 im Schnitt um mehr als vier Prozent pro Jahr wachsen. Dabei will Generali vor allem Mittelständler verstärkt ansprechen. In Europa liegt der Fokus auf der privaten Pflegeversicherung, in den USA auf der Reiseversicherung. Den Gewinn je Aktie will Donnet um sechs bis acht Prozent pro Jahr nach oben schrauben.

Der größere Konkurrent Allianz hatte kürzlich seine Pläne für die nächsten Jahre vorgestellt. Vorstandschef Oliver Bäte hatte dabei eine Steigerung des Gewinns je Aktie um fünf bis sieben Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt. Allein für Dividenden stünden 14 Milliarden Euro bereit – Aktienrückkäufe kommen noch dazu. Die Beiträge sollen um vier Prozent pro Jahr zulegen.

Industrie streicht Jobs – weit weniger Personal als vor der Krise

Berlin (Reuters) – In der deutschen Industrie sind im Oktober Jobs verloren gegangen.

Die Zahl der Beschäftigten sank zum September um 8000 oder 0,1 Prozent und binnen Jahresfrist um 30.000 oder 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ende Oktober waren damit knapp 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten tätig. Dies waren weiter deutlich weniger als vor der Corona-Krise: Im Oktober 2021 waren 195.000 oder 3,4 Prozent weniger Personen beschäftigt als im Oktober 2019. Die Industrie leidet derzeit unter Lieferengpässen und hohen Energiekosten.

Die Zahl der Beschäftigten sank zum Vorjahr in vielen Wirtschaftsbereichen des Verarbeitenden Gewerbes. Am stärksten war der Rückgang in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit jeweils 2,4 Prozent. Bei Produzenten von Metallerzeugnissen und im Maschinenbau gab es ein Minus von jeweils 2,0 Prozent. Deutlich um 4,6 Prozent stieg die Beschäftigtenzahl zum Oktober 2020 in der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln. Grund dafür ist dem Amt zufolge, dass für Beschäftigte von Schlachthöfen ab Januar 2021 viele Leiharbeitsverträge in Festverträge umgewandelt wurden und dieses Personal seitdem in der Industrie-Statistik erfasst wird und nicht mehr bei den Dienstleistern.

Die im Oktober geleisteten Arbeitsstunden sanken zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 679 Millionen Stunden, allerdings gab es auch einen Arbeitstag weniger als im Oktober 2020. Die Entgelte für die Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe lagen bei rund 23,2 Milliarden Euro und damit 1,3 Prozent über Vorjahr.

Zara-Mutter Inditex und H&M trotzen Corona-Pandemie

Madrid/Stockholm (Reuters) – Die beiden führenden Modehändler Inditex und H&M haben die Corona-Krise hinter sich gelassen.

Trotz noch bestehender Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie verbuchten beide Konzerne deutliche Zuwächse und erreichten dabei Vorkrisenniveau. Für Rückenwind sorgte der Onlinehandel, wie die Zara-Mutter Inditex am Mittwoch mitteilte. Zudem sei das Weihnachtsgeschäft mit Schwung gestartet. So seien im Zeitraum November bis 10. Dezember die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent gestiegen, gegenüber dem Vorkrisenniveau im Jahr 2019 um zehn Prozent.

“Diese Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend und zeigen einmal mehr die Solidität unseres Geschäftsmodells”, erklärte Inditex-Chef Pablo Isla mit Blick auf das integrierte Filial- und Onlinegeschäft. Der spanische Modekonzern mit seinen Marken wie Zara, Bershka oder Massimo Dutti verbuchte in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus von 37 Prozent auf 19,33 Milliarden Euro; dabei legte der Onlinehandel um 28 Prozent zu verglichen mit 2020 und gegenüber 2019 sogar um 124 Prozent. Der Nettogewinn schnellte in den ersten neun Monaten um 273 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro in die Höhe.

H&M AUF WACHSTUMSKURS TROTZ FILIALSCHLIEßUNGEN

Auch der zweitgrößte Modehändler hinter Inditex legte zu. Im Zeitraum September bis November stiegen die Erlöse um acht Prozent auf 56,8 Milliarden Kronen (5,5 Milliarden Euro). “Trotz anhaltender Beschränkungen und der negativen Folgen der Pandemie lag der Umsatz der H&M-Gruppe in Lokalwährungen wieder auf dem Niveau des vierten Quartals 2019”, teilten die Schweden mit. “Die Kunden zeigen, dass sie die Kollektionen schätzen und einkaufen können, wo, wann und wie sie wollen.” Zum Quartalsende waren rund 115 Filialen aufgrund von Corona-Beschränkungen geschlossen – überwiegend in Österreich und der Slowakei. Am Anfang des Quartals waren es rund 100 Geschäfte überwiegend in Südostasien.

Banker fürchten schwierigeres Geschäftsumfeld in Hongkong und China

Hongkong (Reuters) – Banker und Vermögensverwalter in Hongkong und China stellen sich einer Umfrage zufolge auf schlechtere Arbeitsbedingungen in den kommenden drei Jahren ein.

Wie die Asiatische Vereinigung der Finanzmarkt- und Wertpapierbranche (Asifma) am Mittwoch mitteilte, rechnen 46 Prozent ihrer Mitglieder in Hongkong mit einem schwierigeren Geschäftsumfeld und mehr Druck durch die Aufsichtsbehörden. Für die Volksrepublik teilen demnach 37 Prozent der Befragten diese Einschätzung. Unter Chinas Präsident Xi Jinping werden derzeit die Auflagen für viele Wirtschaftszweige verschärft, in der Finanzbranche blieben sie bisher allerdings praktisch unverändert.

China und Hongkong waren in der Asifma-Befragung die einzigen asiatischen Märkte, in denen eine Mehrheit eine Verschlechterung erwartet. In allen anderen Regionen gehen die Befragten davon aus, dass sich die Bedingungen verbessern oder gleichbleiben. Der befürchtete Gegenwind in der Volksrepublik und der Sonderverwaltungszone hält die Banker und Vermögensverwalter aber nicht davon ab, in beiden Märkten zu expandieren: 84 Prozent der Befragten wollen ihr Geschäft in China ausbauen, 54 Prozent planen dies in Hongkong. Der Verband vertritt große internationale Finanzkonzerne.

Mitglieder der Branchenvereinigung sähen in China viel Positives bei der Entwicklung des Marktes, sagte Asifma-Chef Mark Austen. Allerdings stelle die jüngste Regulierungsoffensive Firmen vor neue Herausforderungen. Seit Monaten nehmen chinesische Behörden Branchen wie den Immobilien- und den Technologiesektor stärker an die Kandare, um Finanzrisiken im Zaum zu halten. Einige Beobachter sprechen sogar von einer Mini-Revolution, mit der der mächtige Staatschef Xi die Auswüchse des Kapitalismus beschneiden und das Land zu seinen sozialistischen Wurzeln zurückführen will.

Billigere Häuser und weniger Neubau – Chinas Immobilienmarkt unter Druck

Peking (Reuters) – Chinas Immobilienmarkt gerät immer mehr unter Druck.

Mitten in der Zitterpartie um den Branchenriesen Evergrande meldeten die Statistikbehörden am Mittwoch einen weitreichenden Abwärtstrend auf dem Häusermarkt. So sanken die Preise für neue Eigenheime im November im Vergleich zu Oktober um 0,3 Prozent. Das ist der größte Rückgang seit Februar 2015. Nur in neun von 70 Städten gingen die Preise im Monatsvergleich überhaupt noch nach oben. Der Umsatz beim Verkauf neuer Eigenheime schrumpfte im Vergleich zum November 2020 sogar um 16,3 Prozent. In diesem Zeitraum gingen auch Neubau und Investitionen zurück: Die Fläche neu begonnener Projekte verringerte sich um 21 Prozent, die Investitionen von Entwicklern um 4,3 Prozent.

Der Immobilien-Schock sei längst noch nicht überwunden, urteilten Experten wie der Chefökonom des Vermögensverwalters Zhonghai Shengrong Capital Management, Zhang Yi. Der Druck auf den Markt resultiere vor allem aus der Schuldenkrise bei einigen Entwicklern und den jüngsten Maßnahmen der chinesischen Regierung. Vergangene Woche hatten sowohl der Immobilienkonzern Evergrande als auch sein Rivale Kaisa die Frist für die Rückzahlung einer Auslandsanleihe verpasst. Um Finanzrisiken zu begrenzen, deckeln die chinesischen Behörden unter anderem die Kreditvergabe an Immobilienentwickler.

Eine stärkere Regulierung auch anderer Branchen gehört zum Vorstoß von Chinas mächtigem Staatschefs Xi Jinping, der nach Einschätzung von Beobachtern die Auswüchse des Kapitalismus beschneiden und die Volksrepublik zu ihren sozialistischen Wurzeln zurückführen will. Erst am Freitag erklärten Vertreter der Regierung, sie wollten sich verstärkt für die Bedürfnisse von Eigenheim-Käufern einsetzen. “Häuser sind zum Wohnen da, nicht zum Spekulieren”, hieß es in Peking.

EU droht Russland im Ukraine-Konflikt mit beispiellosen Maßnahmen

Brüssel/Berlin/Rom (Reuters) – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen droht Russland für den Fall einer weiteren Zuspitzung des Ukraine-Konflikts mit bislang beispiellosen, schwerwiegenden Folgen.

Die Europäische Union könne auf jede weitere Aggression mit einer Verschärfung oder Ausweitung bereits bestehender Sanktionen reagieren, sagte von der Leyen am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg. “Und natürlich sind wir bereit, zusätzliche, nie dagewesenen Maßnahmen mit ernsten Konsequenzen für Russland zu ergreifen.” Parallel unterstrich Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin an Russland gerichtet, dass jegliche Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine “einen hohen Preis” haben werde. Und Italiens Ministerpräsident Mario Draghi forderte in Rom, dass die EU auf ihrem Gipfel in Brüssel am Donnerstag einstimmig ihre “Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine erneuern” müsse.

Die Ukraine wirft Russland vor, rund 100.000 Soldaten in Vorbereitung einer möglichen Militäroffensive zusammenzuziehen. Sie befürchtet, dass der seit Jahren schwelende Konflikt im Osten der Ukraine zu einem offenen Krieg mit Russland werden könnte. Vom EU-Gipfel am Donnerstag soll nach Angaben deutscher Regierungsvertreter ein klares Signal zur Unterstützung der Ukraine ausgehen. Es werde eine deutliche Ansage an Moskau geben, die Ukraine nicht anzugreifen und wieder auf einen Dialogkurs zu gehen, hieß es am Dienstag in Berlin.

Kanzler sichert EU-Partnern und USA enge Zusammenarbeit zu

Berlin (Reuters) – Bundeskanzler Olaf Scholz hat den europäischen Partnern und den USA eine zuverlässige Zusammenarbeit mit seiner Regierung zugesichert.

“Das Gelingen Europas ist unser wichtigstes nationales Anliegen”, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in seiner ersten Regierungserklärung im Bundestag. Deutschland habe eine besondere Verantwortung für das Gelingen des europäischen Projekts. Ziele seien Zusammenhalt und Souveränität Europas. “So haben es meine Vorgängerin und meine Vorgänger gehalten und das wird auch mein Handeln leiten.” Scholz forderte, dass es zur Regel werden müsse, “dass wir in Europa mit qualifizierter Mehrheit entscheiden, auch auf den Gebieten, wo dies heute noch nicht der Fall ist.”

Deutschland werde an der Seite der EU-Kommission stehen, wenn es darum gehe, die Werte der Union umzusetzen, sagte er in Anspielung auf Rechtsstaatsstreit mit Polen. Frankreich sei der engste Partner. “Die Bundesregierung wird keinen europapolitischen Vorstoß unternehmen ohne engste Konsultation mit unseren französischen Freunden.”

Der Kanzler betonte zudem die transatlantische Nähe. “Die deutsch-amerikanische Freundschaft und die Nato sind das unverzichtbare Fundament unserer Sicherheit.” Deutschland werde investieren, um die nötigen Nato-Fähigkeiten bereitzustellen, sagte er, ohne die Verpflichtung der Nato-Staaten, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung aufzuwenden, zu erwähnen.

Scholz äußerte sich kritisch zu Russland und China. “Wir müssen unsere Chinapolitik an dem China ausrichten, das wir real vorfinden”, sagte er mit Blick auf Streitigkeiten über Menschenrechte und Handel. “Jede Verletzung territorialer Integrität wird ihren Preis – einen hohen Preis! – haben”, sagte angesichts des Konflikts zwischen Russland mit der Ukraine.