Gold – Da ist der Startschuss

Zwar gelang den bullischen Marktkräften vorübergehend ein Vorstoß bis knapp über die 200-Tagelinie, insgesamt spielte sich das Kursgeschehen aber vor allem zwischen 1.795 USD und 1.810 USD ab. Die runde psychologische Marke von 1.800 USD wurde dabei immer wieder zum Spielball der bullischen als auch bärischen Akteure.

Mit dem gestrigen FED-Zinsentscheid und der anschließenden Pressekonferenz scheint dieses für den Frühsommer durchaus typische Verwirrspiel nun endlich zu Ende gegangen zu sein. So schießt der Goldpreis an diesem Donnerstag um fast 30 USD nach oben und erobert somit bislang zumindest intraday seine 200-Tagelinie zurück.

Angesichts eines neuen technischen Kaufsignals in Verbindung mit der exzellenten saisonalen Ausgangslage dürfte gestern Abend mindestens der Startschuss für die Sommerrally im Edelmetall-Sektor erfolgt sein. Im Zweifelsfall sind nun Kurse in Richtung 1.880 US-Dollar und eventuell sogar 1.950 US-Dollar in den kommenden Wochen möglich.

Im großen Bild befindet sich der Goldpreis ausgehend vom Doppeltief bei 1.676 US-Dollar weiterhin in der Erholung als Antwort auf die vorangegangene Korrektur, welche wiederum im August 2020 beim neuen Allzeithoch (2.075 US-Dollar) aufgrund der damals überschäumenden Euphorie notwendig wurde.

Damit wären in diesem Herbst auch Kurse um 2.000 US-Dollar denkbar. In jedem Fall stehen dem gesamten Edelmetall Sektor zumindest ein bis drei bullische Monate bevor!

Warnhinweis: Es treiben sich jede Menge Betrüger herum, die aus der Panik und Not noch Gewinn schlagen wollen.

Hier aktuelle Fakeshop Warnungen von GOLD.DE

Goldpreis Wochenchart in US-Dollar – Dreieck und umgekehrte SKS-Formation

Auf dem Wochenchart nimmt die Korrektur der letzten 12 Monate zunehmend die Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation an. In diesem Fall läge die entscheidende Nackenlinie aktuell um ca. 1.900 US-Dollar. Kurse darüber wurde die erfolgreiche Auflösung dieser bullischen Formation signalisieren und Mindestziele bis in den Bereich zwischen 2.025 und 2.075 US-Dollar aktivieren.

Gleichzeitig läuft der Goldpreis seit eineinhalb Jahren in ein großes Dreieck hinein und nähert sich nun der Dreieckspitze. D.h. es steht eine Entscheidung an. Zwar hat ein Ausbruch nach oben im Gesamtumfeld (Crack-Up-Bomm) eindeutig eine höhere Wahrscheinlichkeit, trotzdem ist hier noch nichts in Stein gemeißelt.

Die Serie der höheren Tiefs lässt auf Sicht der kommenden Wochen aber zumindest einen Test der oberen (roten) Begrenzungslinie im Bereich um ca. 1.880 US-Dollar erwarten. Auf der Unterseite darf der Goldpreis nun nicht mehr unter 1.775 US-Dollar fallen, sonst wäre das Dreieck bärisch aufgelöst.

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – 200-Tagelinie als Sprungbrett

Auf dem Tageschart konsolidierte der Goldpreis wie erwartet in der Nähe seiner leicht fallenden 200-Tagelinie (1.820 US-Dollar). Damit wurde die zwischenzeitlich überkaufte Stochastik wieder mehr als neutralisiert, so dass der Oszillator nun ein frisches Kaufsignal liefern konnte.

Zwar blockiert das obere Bollinger Band (1.827 US-Dollar) kurzfristig die Bullen noch am Vorankommen, es scheint aber nur noch eine Frage der Zeit, bis diese ermuntert durch den gestrigen Startschuss hier weiter nach oben drücken werden. Klares erstes Kursziel ist die Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch und dem letzten Hochpunkt von Anfang Juni im Bereich von ca. 1.880 US-Dollar.

Darüber hinaus liegen die nächsten Kursziele bei ca. 1.920 US-Dollar und 1.950 US-Dollar. Im Hintergrund wartet zudem die große und runde Marke von 2.000 US-Dollar.

Zusammengefasst scheint der tiefe Rücksetzer vom Juni mittlerweile verdaut. Höchstwahrscheinlich hat am Mittwoch-Abend die Sommer-Rally am Goldmarkt begonnen. Die nächsten Wochen sollten daher von steigenden Kursen geprägt sein. Dabei könnte die 200-Tagelinie als Sprungbrett bzw. Trampolin in Richtung 1.880 US-Dollar und 1.920 US-Dollar dienen.

Mit etwas Glück können die Edelmetalle im August so viel Dynamik erzeugen, dass es tatsächlich auch für ein Wiedersehen mit der Marke von 2.000 US-Dollar im Herbst reicht. Allerdings folgten in der Vergangenheit auf derartige Wiedersehen dann meist tiefe Rücksetzer.

Der Fahrplan sieht daher so aus, dass Gold gut Chance auf eine Erholung in Richtung von 2.020 US-Dollar hat, um dann im Anschluss wieder bis auf ca. 1.850 US-Dollar zurückzusetzen.

Kauflimit bei 1.525 Euro

Mit etwas Glück kommt der Goldpreis in Euro nochmal auf seine 200-Tagelinie (1.515 Euro) zurück. Deutlich tiefere Kurse sind jedoch nicht mehr zu erwarten. Mit unseren Kauflimits bei 1.525 US-Dollar und 1.480 US-Dollar konnte man in den letzten zwei Monaten die Tiefs ganz ordentlich abfischen. Ab jetzt gilt es diszipliniert zu sein, um nicht den steigenden Kursen hinterherzulaufen.

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

www.goldnewsletter.de

www.midastouch-consulting.com

Quelle: GOLD.DE

©Florian Grummes & Gold.de

Quelle: Gold.de

Goldnewsletter.de

Kostenloser Newsletter

Bitcoin – Risk-Off dominiert die Märkte

Diese Erholung kam in den vergangenen drei Monaten allerdings nur zögerlich voran und war vor allem von einem verwirrenden Hin- und Her gekennzeichnet. Erst ab Mitte März konnten die Bullen etwas mehr Momentum auf der Oberseite entfachen.

Dabei erreichte der Bitcoin wie in unserer letzten Analyse erwartet mit 48.234 USD ziemlich genau seine 200-Tagelinie (aktuell 47.623 USD). Vom Januar-Tief bedeutete das eine Erholung von gut 46% innerhalb von zwei Monaten.

Das Wiedersehen mit seiner 200-Tagelinie endete für den Bitcoin jedoch in einer herben Enttäuschung, denn es folgte postwendend und zügig ein scharfer Abverkauf bis auf ein Tief bei 37.700 USD am 26. April. Damit ist der Bitcoin tief in seine Bodenbildungszone vom Januar und Februar zurückgefallen und handelt derzeit weit entfernt von seinem Allzeithoch bei 69.000 USD.

Neben der seit dem Allzeithoch vom 10.November 2021 intakten korrektiven Struktur (Krypto-Winter) sorgten in den letzten Wochen erneut die stark steigenden Zinsen für Verwerfungen in allen Marktsektoren. Die dadurch zunehmende „Risk-Off-Einstellung“ unter den Marktteilnehmer wirkt sich dementsprechend besonders stark auf den Krypto-Sektor aus.

Ein Ende dieses Stresses ist nicht abzusehen, sondern könnte ungeachtet von zwischenzeitlichen Gegenbewegungen in den kommenden Monaten weiter an Fahrt gewinnen.

Wochenchart: Fragwürdige Erholung

Bitcoin in USD, Wochenchart vom 27. April 2022. Quelle: Tradingview

Seit dem Doppeltop bei 65.000 USD und 69.000 USD sowie dem anschließenden Crash bis auf 32.950 USD kommt der Bitcoin nur langsam auf die Beine. Die Erholung seit Ende Januar verläuft in einem flachen Aufwärtstrendkanal, welcher als eine Art bärische Flagge klassifiziert werden kann.

Die Erholung bis auf knapp über 48.000 USD scheiterte exakt am 38,2%-Retracement und signalisiert eindeutig Schwäche. Das neuerliche Verkaufssignal bei der Wochenstochastik bestätigt dies.

Bricht der Bitcoin aus dem flachen Aufwärtstrendkanal nach unten aus, wäre schnell Platz bis ca. 30.000 USD und tiefer. Positive Signale auf dem Wochenchart sind hingegen Mangelware. Allenfalls wäre die breite Unterstützungszone zwischen ca. 38.000 USD und 42.000 USD zu nennen, aus der jederzeit nochmals eine Erholung erfolgen könnte.

Insgesamt ist der Wochenchart bärisch und bestätigt übergeordnet mittlerweile eindeutig einen negativen Zyklus. Bricht der Aufwärtstrendkanal, dürfte sich der Abverkauf beim Bitcoin und den Altcoins beschleunigen.

Tageschart: Wie lange hält der flache Aufwärtstrendkanal noch?

Bitcoin in USD, Tageschart vom 27. April 2022. Quelle: Tradingview

Auf dem Tageschart wiegt das Scheitern an der 200-Tagelinie (47.630 USD) schwer. Schnell ging es in den letzten drei Wochen um über 10.000 USD gen Süden, ohne dass den Bullen unterdessen eine nachhaltige Gegenbewegung gelungen wäre.

Aktuell können sich die Notierungen gerade noch im Aufwärtstrendkanal halten. Bullisch ist das Ganze aber sicherlich nicht. Mit dem unteren Bollinger Band (38.185 USD) wackelt zudem eine weitere Unterstützung. Sollten die Bullen die grundsätzlich überverkaufte Lage aber doch zu einer Gegenbewegung nutzen können, hätte diese bis ca. 42.500 USD und bestenfalls bis ca. 44.200 USD Platz.

Zusammengefasst ist der Tageschart bärisch, aber leicht überverkauft. Da die Stimmung im Krypto-Sektor als auch insgesamt an den Finanzmärkten derzeit ziemlich schlecht und leicht panisch ist, wäre eine überraschende Erholung durchaus denkbar. Am übergeordneten Abwärtstrend dürfte dies aber nichts ändern.

Sentiment Bitcoin

Crypto Fear & Greed Index vom 27. April 2022. Quelle: Lookintobitcoin

Der Crypto Fear & Greed Index notiert aktuell bei 21 von 100 Punkten und signalisiert damit hohe Angst unter den Marktteilnehmern.

Crypto Fear & Greed Index vom 3. April 2022. Quelle: Lookintobitcoin

Im größeren Bild sind beim Crypto Fear & Greed schon seit Mitte November keine grünen Vorzeichen mehr zu erkennen. Vergleicht man den Verlauf der letzten fünf Monate mit der Entwicklung im Jahr 2018 wird schnell klar, dass dem Krypto-Sektor ähnlich wie damals kein optimistisches Sentiment mehr gelingt und wir deswegen von einem etablierten Bärenmarkt ausgehen müssen.

Daher liefert die schlechte Stimmung aktuell auch keine antizyklische Kaufchance, sondern bestätigt vielmehr das Bärenmarkt-Regime.

Insgesamt ergibt unsere Sentiment-Analyse trotz der ausgebombten Stimmung aktuell kein antizyklisches Kaufsignal, sondern mahnt zur Vorsicht und Zurückhaltung. Bislang endete noch jeder Krypto-Bärenmarkt mit einem üblen finalen Ausverkauf, bei dem sich viele Altcoins schnell nochmal gedrittelt oder gar geviertelt haben.

Saisonalität Bitcoin

Bitcoin Saisonalität vom 27. April 2022. Quelle: Seasonax

Basierend auf dem saisonalen Muster der letzten 11 Jahre sollte sich der Bitcoin aktuell eigentlich am Beginn einer mehrmonatigen Aufwärtswelle befinden. Statistisch ist die saisonale Komponente zudem noch bis ca. Mitte Juni sehr günstig. Gut möglich, dass der Bitcoin nach dem scharfen Abverkauf daher nun in den kommenden Wochen zumindest eine halbwegs solide Gegenbewegung zustande bringt.

Bislang hat sich das Marktgeschehen in diesem Jahr jedoch nicht an das saisonale Muster gehalten.

Bitcoin gegen Gold

Bitcoin/Gold-Ratio, Wochenchart vom 27.April 2022. Quelle: Tradingview

Nach einem Verlust von über 50% gegen das Gold konnte sich das Bitcoin/Gold-Ratio bis Ende März immerhin bis auf einen Wert von knapp 25 erholen. Dort konnte sich das Ratio aber nicht lange halten, sondern scheiterte letztlich knapp unter dem 38,2%-Retracement (25,42) der vorangegangenen Abwärtswelle.

Bei Kursen von derzeit ca. 38.900 USD für einen Bitcoin und ca. 1.900 USD für eine Feinunze Gold muss man für einen Bitcoin gut 20,50 Unzen Gold bezahlen. Andersherum gesagt kostet eine Feinunze Gold aktuell ca. 0,0488 Bitcoin.

Der Wochenchart für das Bitcoin/Gold-Ratio deutet weitere Schwäche für den Bitcoin an, denn die Erholung war letztlich eher mau und das Ratio nähert sich einer wichtigen Unterstützungslinie. Die Stochastik hat zudem ein neues Verkaufssignal aktiviert.

Ungeachtet kurzfristiger Erholungen könnte das Ratio daher mittelfristig unter die große Unterstützung zwischen 18 und 16 fallen. Dann wäre eine Fortsetzung der Korrektur in Richtung von ca. 10 möglich.

Grundsätzlich sollte man sowohl in Edelmetallen als auch in Bitcoins investiert sein. D.h. mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens sollte man in physische Edelmetalle anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin zunächst wenigstens 1% bis 5% halten sollte.

Wer mit den Kryptowährungen und Bitcoin genügend Erfahrung gesammelt sowie das langfristige Potenzial erkannt hat und gleichzeitig die extreme Volatilität akzeptiert, kann individuell sicherlich auch wesentlich höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren.

Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien, Immobilien und idealerweise auch in Edelmetallen investiert ist, sind maximal 5% im immer noch spekulativen und vor allem hochvolatilen Bitcoin ein erster sinnvoller Richtwert.

Zusammengefasst scheint die Erholung beim Bitcoin/Gold-Ratio beendet. Auf Sicht der kommenden Monate könnte der Markt die Unterstützung zwischen 16 und 18 anlaufen und testen. Das bedeutet, dass der Goldpreis den Bitcoin bis zum Ende des Kryptowinters outperformen wird.

Makro-Update: An den Anleihemärkten ist eine Lawine ins Rollen gekommen

Globaler Anleihenmarkt vom 24.April 2022. ©Holger Zschaepitz

Das Platzen der größten Anleihen-Blase aller Zeiten sorgt in den letzten Monaten für zunehmenden Stress im gesamten Finanzsystem. Getrieben von der Zinserhöhungsrhetorik der amerikanischen Zentralbank und den explodierten Inflationszahlen sind seit dem Allzeithoch Mitte des letzten Jahres bereits gut 7 Mrd. USD vernichtet worden.

Das sorgt für enormen Druck auf die Aktien-, Kredit- und Immobilienmärkte. Es scheint, als ob eine Lawine ins Rollen gekommen ist.

US-Government Bond 10-years, vom 25. April 2022. ©Midas Touch Consulting

Seit 1981 befand sich die Rendite auf zehnjährigen US-Staatsanleihen in einem nicht enden wollenden Abwärtstrend. Jeder der gegen die sinken Zinsen spekuliert hatte, wurde gnadenlos eines Besseren belehrt. Nun sieht es jedoch so aus, als ob dieser Mega-Trend im März 2020 mit absoluten Rekord-Niedrigzinsen geendet hat.

Seitdem hat sich die Rendite für die zehnjährigen US-Staatsanleihen fast verachtfacht und kratzt an der Oberkante des 41-jährigen Abwärtstrendkanals. Sollte es sich um eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation handeln, wäre ein Anstieg der US-Renditen bis auf 10% in den nächsten Jahren durchaus möglich.

Die scharfe Erholung macht zudem den Eindruck, als ob die Fed die Kontrolle über den Bondmarkt verloren hat. Vor allem institutionelle Investoren dürften auf gigantischen Verlusten sitzen.

Aus dieser Perspektive macht der starke Druck in allen Marktsegmenten Sinn und dürfte sich mittelfristig weiter hochschaukeln. Die zuletzt extrem hohen Inflationsdaten dürften aufgrund der um sich greifenden Krise bis zum Jahresende auch deutlich zurückgehen.

Und auch die Rohstoffmärkte erscheinen nach der starken Rally in den letzten zwei Jahren überhitzt und reif für eine gesunde Korrektur.

Cyclical Cost-Conditions Index, vom 23. April 2022. ©Michael Kantrowitz

Wir nehmen die aktuelle Lage sehr ernst und erwarten bis zum Herbst eine Verschärfung der „Risk-Off Mentalität“ und einen üblen Liquiditäts-Crunch, denn jeder Marktteilnehmer ist nun bemüht, seine Schäfchen noch irgendwie ins Trockene zu bringen. Vor allem die kollabierenden Aktienmärkte und die Tech-Stocks dürften ungeachtet kurzfristiger Erholungen unter Druck bleiben.

Der Bitcoin sowie der gesamte Krypto-Sektor als hochspekulative „Risk-On Vehikel“ dürften ebenfalls massiv in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wer jetzt eine hohe Cash-Position aufgebaut hat und diese bis zum Herbst durchhalten kann, dürfte geniale Einstiegschance in allen Märkten präsentiert bekommen.

Fazit: Bitcoin – Risk-Off dominiert die Märkte

An den Finanzmärkten dominiert zunehmend die Flucht in Cash, nachdem die Bondmärkte implodieren, die Tech-Aktien (Meta -51%, Netflix -71%, PayPal -73%) teilweise brutal abgeschlachtet wurden und der US-Dollar als einziger zulegen kann. Auch die Rohstoff- und Edelmetallpreise geraten zunehmend unter Druck. Es riecht nach dem Sommer 2008!

Kurzfristig könnte es trotzdem zu einer Reaktion bzw. Erholung kommen, die den Bitcoin zurück über 40.000 USD und in Richtung 42.000 bis 44.000 USD oder sogar höher führen könnte. Schließlich kommt es in jedem Bärenmarkt immer wieder zu scharfen, aber irreführenden Erholungen.

Diese werden durch einen vorübergehende Short-Squeeze ausgelöst, bei dem Leerverkäufer ihre Positionen eindecken müssen. Die scharfen Erholungen brechen dann aber schnell wieder in sich zusammen. Beim Bitcoin war derartiges seit Januar noch nicht zu beobachten. Die nächste größere Erholung wäre also eine Verkaufschance!

Im großen Bild handelt der Bitcoin noch immer in der großen Seitwärtsrange zwischen grob gesagt 30.000 USD und 65.000 USD. Die Zeichen mehren sich, dass in den kommenden Monaten ungeachtet zwischengeschalteter Erholungen zu einem neuerlichen Test der Unterseite um 30.000 USD kommen könnte. Es empfiehlt sich derzeit eine sehr defensive Herangehensweise an die Finanzmärkte.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

Quelle: www.celticgold.eu

 

Silber – Seitwärts zwischen 24 und 26 US-Dollar

Der große „Run“ auf die 30-Dollar Marke fand bislang allerdings nicht statt. Stattdessen fiel Silber in den letzten drei Wochen wieder um gut 11% zurück und erreichte am Dienstag dieser Woche mit Kursen um 23,97 US-Dollar ein vorübergehendes Tief. 

Trotzdem handelt der Silberpreis momentan oberhalb seiner 50-Tagelinie (24,32 US-Dollar) als auch oberhalb seiner 200-Tagelinie (23,91 US-Dollar). Der Aufwärtstrend seit Mitte Dezember ist damit weiterhin intakt. Die derzeitige Konstellation regt die Phantasie allerdings nicht gerade an, sondern hat eher einen konsolidierenden Charakter.

Die Chance auf eine neuerliche Erholung in Richtung der Marke von ca. 26 US-Dollar ist zwar zweifelsohne vorhanden, ein Ausbruch über die entscheidende Marke von 30 US-Dollar ist aber weit und breit nicht zu sehen. Damit bleibt es mal wieder beim Appell an die Geduld und das Vertrauen, denn im langfristigen Bild ist Silber stark unterbewertet.

Vermutlich wird es im Laufe dieses Jahres allerdings noch deutlich günstigere Kurse geben, zu denen man dann seine physischen Bestände weiter aufstocken kann.

Silber in US-Dollar, Tageschart – Erholungschance bis ca. 26 US-Dollar

Wir hatten vor vier Wochen auf den hartnäckigen Widerstand im Bereich zwischen 25,50 US-Dollar und 26,50 US-Dollar hingewiesen. Gleichzeitig vermuteten wir noch Aufwärtspotenzial für den Silberpreis.

Im Zuge der scharfen Rally am Goldmarkt konnte Silber dann kurzzeitig tatsächlich bis auf fast 27 US-Dollar vordringen, musste diesen Anstieg aber schnell wieder zurückgeben. Nur am 8.März gelang mit 26,35 US-Dollar ein Schlusskurs oberhalb der runden Marke von 26 US-Dollar. Die folgende Korrektur führte die Silber-Notierungen zügig zurück bis zur 200-Tagelinie (23,91 US-Dollar).

Dieser wichtige gleitende Durchschnitt fällt noch immer täglich um wenige Cent und spiegelt damit schon die Gesamtsituation am Silbermarkt wider. Silber konsolidiert und dümpelt übergeordnet weiterhin seitwärts. Es fehlt einfach das nachhaltige Vertrauen in einen Aufwärtstrend. Daher können sich derzeit weder Momentum noch ein Eigenleben entwickeln.

Stattdessen ist Silber vollständig von der Kursentwicklung am Goldmarkt abhängig. Derartige Phase sind am Silbermarkt keine Seltenheit, sondern stellen den Normalzustand dar. Nur in den Schlussphasen einer größeren Aufwärtsbewegung im Edelmetall-Sektor präsentiert Silber ein dynamisches und fulminantes Eigenleben.

Entweder steht daher die Schlussphase der seit August 2021 laufenden Goldrally noch aus, oder aber die starke Aufwärtsbewegung am Goldmarkt war „lediglich“ eine Gegenbewegung innerhalb der übergeordneten Korrektur, die nur durch den Bedarf nach einem sicheren Hafen im Zuge der Ukraine-Krise vorübergehend verschärft wurde.

Ein neues Allzeithoch hatte der Goldpreis vor drei Wochen knapp verpasst. Aktuell handelt Gold mit 1.936 US-Dollar doch recht deutlich unterhalb dieser Marke und das Kursgeschehen der letzten drei Wochen war nicht gerade bullisch, sondern klar korrektiv.

Silber hingegen handelt noch viel deutlicher unterhalb seines Allzeithochs von knapp 50 US-Dollar. Und auch die entscheidende Widerstandsmarke von 30 US-Dollar liegt klar oberhalb des aktuellen Kursgeschehens. Immerhin liefert der Stochastik-Oszillator auf dem Tageschart schon seit gut einer Woche ein Kaufsignal.

Das obere Bollinger Band (26,16 US-Dollar) ließe zudem genügend Spielraum für eine neuerliche Erholung zu. Gleichzeitig laufen die Bollinger Bänder auf dem Tageschart seitwärts und definieren damit zu 95%iger Wahrscheinlichkeit ein Kursgeschehen zwischen ca. 24 und 26 US-Dollar auf Sicht der kommenden Tage und vermutlich auch Wochen.

Sollte sich der Goldpreis nochmal zu einer Erholung in Richtung von ca. 1.965 US-Dollar aufschwingen können, hätte Silber sehr gute Chance bis auf zumindest ca. 26 US-Dollar anzusteigen. Im allerbesten Fall kommt es am Silbermarkt doch noch zu einer Übertreibung, wenn sich der Goldpreis bis auf knapp über 2.000 US-Dollar erholen können sollte.

Dann wäre in diesem Frühling doch noch der fulminanten „Schlussspurt auf der Zielgeraden“ möglich. Darauf wetten würden wir derzeit allerdings nicht wollen. Zu zerfahren und komplex ist die aktuelle Situation an den Finanzmärkten. Nach unten sind die Edelmetallpreise aber zunächst wohl auch gut unterstützt, denn die geopolitischen Verwerfungen und die russische Attacken auf den Petrodollar dürften für eine konstante physische Nachfrage am Goldmarkt sorgen.

Zusammengefasst hat der Tageschart ein aktives Kaufsignal und Silber hat damit gute Chancen, nochmal bis ca. 26 US-Dollar ansteigen zu können. Grundsätzlich befinden sich die Edelmetalle mittlerweile aber in der schwierigen saisonalen Frühlingsphase.

Hier gilt es besonders geduldig und vorsichtig zu agieren, denn nachhaltige Aufwärtstrends sind zwischen März und Juli sehr selten. Im ganz großen Bild läuft Silber weiterhin zwischen 20 US-Dollar und 30 US-Dollar weiterhin seitwärts.

Erst wenn der nachhaltige Ausbruch über die starke Widerstandszone um 30 US-Dollar gelingt, dürfte sich der übergeordnete Bullenmarkt fortsetzen. Bis dahin bleibt es bei der seitwärts verlaufenden Streckfolter, die auch durchaus nochmal einen Test der unteren Unterstützung um ca. 20 US-Dollar oder etwas tiefer mit sich bringen könnte.

 Silber in Euro: Kein neues Kauflimit

Unser Kauflimit von 19,40 Euro hatte letztmals am 4.februar gegriffen. Seitdem empfiehlt sich die Seitenlinie und geduldiges Abwarten. Höchstwahrscheinlich wird sich erst im Frühsommer wieder eine günstige Kaufgelegenheit ergeben.

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

www.goldnewsletter.de

www.cashkurs-gold.de

Quelle: GOLD.DE

 

Silber – Rally noch nicht auf der Zielgeraden

Der Silberpreis zeigte sich währenddessen zwar weniger fulminant, verzeichnete aber mit einem Anstieg von 21,40 US-Dollar bis auf zuletzt 25,60 US-Dollar ein recht ansehnliches Plus von 19,6%. 

Trotzdem war bis dato noch keine eigenständige Dynamik am Silbermarkt zu beobachten. Diese stellt sich typischerweise immer erst im letzten Fünftel einer umfassenden Rally im Edelmetall Sektor ein.

Insofern kann man davon ausgehen, dass die Aufwärtsbewegung beim Gold, Silber und den Minenaktien noch nicht zu Ende ist, sondern dass hier in den kommenden Wochen erst noch ein großes Finale ansteht. Erst wenn der Silberpreis nach vorne prescht, ist erfahrungsgemäß Vorsicht geboten, denn dieses Verhalten zeigt er immer erst auf der Zielgeraden.

Gold/Silber-Ratio, Wochenchart – Ziele liegen bei ca. 73 und evtl. 70

Während die Kursentwicklung des Silberpreises im vergangenen Jahr sicherlich für jede Menge Frustration und Enttäuschung gesorgt hatte, bringt der Blick auf das Gold/Silber-Ratio eine relative Stärke des Silbers gegen das Gold hervor. Nach der volatilen Übertreibung zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 schoss das Ratio zunächst bis auf unglaubliche 125 nach oben.

In den folgenden 11 Monaten holten die Silberbullen aber zum Gegenschlag aus und drückten das Ratio bis auf fast 62. Diese scharfe Bewegung wurde seit Anfang Februar 2021 schrittweise verdaut und korrigiert. Dabei erholte sich das Ratio aber noch nicht mal bis an das klassische minimal Ziel einer Gegenbewegung. Stattdessen hat sich das Gold/Silber-Ratio die ganzen Zeit über deutlich unterhalb des 38,2%-Retracements (ca. 87) gehalten, womit man dem Silber eine relative Stärke attestieren kann.

Sollte es nun in den kommenden Wochen (wie fast immer typischerweise im Frühling) zum großen Finale der seit Dezember bzw. Mitte Augst laufenden Rally kommen, könnte das Ratio problemlos bis auf Werte um 73 fallen. Sollten die Silberbullen vorübergehend richtig aufdrehen, sind auch Werte um 70 und etwas tiefer denkbar. Übersetzt auf die Preise würde das bei einem Goldpreis von ca. 2.000 US-Dollar mindestens 27,40 US-Dollar bzw. 28,50 US-Dollar für den Silberpreis bedeuten.

Silber in US-Dollar, Tageschart – Ausbruch über die Abwärtstrendlinie deutet sich an

Auf dem Tageschart hat der Silberpreis unsere Marschroute von vor vier Wochen mustergültig nachvollzogen. Damals erschien uns ein Anstieg bis auf ca. 25,50 US-Dollar schon als ausreichend für ein kleines Finale am Silbermarkt. Mittlerweile hat sich aber die geopolitische Lage derart verschoben, dass wohl doch noch deutlich mehr auf der Oberseite auf Sicht der kommenden Wochen möglich sein dürfte. Da insbesondere auch der Goldpreis aktuell in einem bullischen Dreieck konsolidiert, dürfte sich die Rally in Kürze fortsetzen.

Die seit gut einem Jahr gültige Abwärtstrendlinie hat die Silberbullen zwar momentan etwas ausgebremst, allerdings klammert sich der Silberpreis seit nunmehr drei Handelstagen an dieser Abwärtstrendlinie fest. Dabei macht er nicht den Eindruck, als ob er hier nachhaltig loslassen möchte.

Tatsächlich könnte sich das Gerangel um diese Trendlinie noch ein paar Tage hinziehen, im Anschluss sollte es aber zum Ausbruch nach oben kommen. In diesem Fall könnten dann tatsächlich die notwendigen Kräfte für den Sprint auf der Zielgeraden freigesetzt werden können. Zwar ist die Stochastik auf dem Tageschart schon wieder leicht überkauft, ein Umkehrsignal liegt hier aber bislang nicht vor.

Als ein technisches Kursziel kann man das 61,8%-Retracement im Bereich um 28 US-Dollar benennen. Darüber hinaus könnte sogar auch die psychologische Marke von 30,00 US-Dollar wieder ins Visier geraten.

Bis dorthin wäre allerdings ein großer Kraftakt der Bullen notwendig, denn bereits die Zone zwischen 25,50 US-Dollar und 26,50 US-Dollar ist ein hartnäckiger und kraftkostender Widerstand. Sollte dem Silberpreis zunächst bzw. vorübergehend doch die Luft ausgehen, sollten Rücksetzer spätestens um die 200-Tagelinie (24,15 US-Dollar) aufgefangen werden.

 Zusammengefasst ist der Tageschart bullisch und Silber sollte in Kürze den Sprung über die Abwärtstrendlinie schaffen. Dann wäre eine Verschärfung der Aufwärtsbewegung und ein zügiger Anstieg bis auf ca. 28 US-Dollar zu erwarten. Gleichzeitig würden zeitweise parabolisch steigende Silberpreise aber auch das vorübergehende Ende der Rally im Edelmetall Sektor einläuten. 

Im großen Bild läuft Silber weiterhin zwischen 20 US-Dollar und 30 US-Dollar seitwärts. Erst wenn der nachhaltige Ausbruch über die starke Widerstandszone um 30 US-Dollar gelingt, dürfte sich der übergeordnete Bullenmarkt fortsetzen.

 Silber in Euro: Kauflimit bei 19,40 Euro wurde ausgeführt

Am 4.Februar hat unser Kauflimit von 19,40 Euro nochmals gegriffen. Angesichts der stark gestiegenen Kurse empfiehlt sich momentan die Seitenlinie und Geduld. Bis zum Frühsommer wird sich aber sicherlich wieder eine günstige Kaufgelegenheit ergeben.

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

www.goldnewsletter.de

www.cashkurs-gold.de

Quelle: GOLD.DE

Saisonalität begünstigt weitere Aufwärtswelle

So erreichten die Notierungen am 24. Januar mit 1.853 US-Dollar ein 2-Monats-Hoch. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Goldpreis innerhalb von nur sechs Wochen um 100 US-Dollar bzw. 5,79 % von den Tiefstständen im Dezember erholt.

Diese Zuwächse zogen jedoch bei Preisen um 1.850 US-Dollar einige Gewinnmitnahmen nach sich. Im Anschluss an die FOMC-Sitzung der letzten Woche wurde Gold drei Tage hintereinander hart abverkauft. Dieser gnadenlose Ausverkauf endete erst bei 1.780 USD und machte fast alle Gewinne seit Mitte Dezember zunichte. Es handelte sich um das klassische Muster “der Bulle geht die Treppe hinauf und der Bär springt aus dem Fenster”, welches ein typisches Verhalten innerhalb eines Aufwärtstrends ist.

Daher und genau aus diesem Grund hat der tiefe Rückschlag die Erholung des Goldmarktes nicht unbedingt beendet. Natürlich steckt der gesamte Edelmetallsektor im größeren Bild noch immer in dieser hartnäckigen Korrektur, die seit August 2020 andauert. Kurzfristig hat der Rücksetzer jedoch zu einer überverkauften Situation geführt und einmal mehr bewiesen, dass es bei Preisen unter 1.800 US-Dollar offensichtlich Kaufinteresse gibt.

US-Dollar Index, Tageschart vom 3. Februar 2022. Falscher Ausbruch?

US-Dollar Index, Tageschart vom 3. Februar 2022.

Es sieht auch so aus, als ob der US-Dollar am vergangenen Donnerstag ein wichtiges Hoch erreicht hat und sich nun nach unten bewegt, was für Gold natürlich sehr förderlich wäre. Alle erwarten, dass der US-Dollar steigt, da die FED die Zinsen anheben wird. Aber der US-Dollar hat dieses Szenario einer Zinserhöhung inkl. der Reduzierung (Tapering) der Anleihen-Käufe durch die Fed bereits seit mehreren Monaten diskontiert bzw. eingepreist.

Tatsächlich hat der US-Dollar-Index seit Mai 2021 um 8,8 % zugelegt! Während der jüngsten FOMC-Sitzung könnte das große institutionelle Geld jedoch den scheinbaren Ausbruch genutzt haben, um Dollar-Long Positionen in einem günstigen Setup mit hohem Handelsvolumen zu verkaufen. Gleichzeitig war die Stimmung an den Aktienmärkten extrem negativ. Daher hat die vergangene Woche wahrscheinlich ein Top im US-Dollar und eine volatile Bodenbildung an den Aktienmärkten ausgelöst.

US-Dollar Index, Monatschart vom 3. Februar 2022. Tiefere Hochpunkte!

US-Dollar Index, Monatschart vom 3. Februar 2022.

Im ganz großen Bild würde ein Top im US-Dollar die Serie der niedrigeren Hochs für den Dollar fortsetzen. Außerdem bewegt sich der US-Dollar seit 2001 innerhalb eines riesigen Dreiecks. Nach einer Serie von drei tieferen Hochpunkten seit Dezember 2016 würde ein Test der unteren Begrenzung des Dreiecks dem Goldpreis in den kommenden Jahren extremen Rückenwind verleihen. Auch wenn es im Moment schwerfällt, bärische Argumente für den Dollar zu finden, sieht es technisch so aus, als könnte der Dollar in eine größere Korrektur abtauchen.

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Februar 2020. Das Verhalten von Gold ändert sich.

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Februar 2022.

Für Gold wäre ein schwächerer US-Dollar mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr hilfreich. Tatsächlich stellen wir seit Anfang dieser Handelswoche eine kontinuierliche Veränderung im Verhalten des Goldes fest. Wir sind beeindruckt von seiner Intraday-Stärke! Jeder kleine Rücksetzer um und unter 1.800 US-Dollar wurde ziemlich schnell wieder aufgekauft. Bisher hat der Goldpreis allerdings nur 38,2 % des heftigen Ausverkaufs der letzten Woche wieder aufgeholt und handelt derzeit ziemlich genau an seiner gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (1.805 USD).

Das neue Kaufsignal des Slow Stochastic Oszillators auf dem Tageschart verspricht jedoch weiteres Aufwärtspotenzial. Wir vermuten daher, dass der Goldpreis in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Im nächsten Schritt müsste der Goldpreis zunächst den 38,2 %-Widerstand bei 1.808,50 USD überwinden, um dann seine Erholung in Richtung 1.830 USD fortsetzen zu können.

In jedem Fall ist die saisonale Komponente zumindest bis Ende Februar sehr günstig. Daher sind auch noch höhere Kursziele denkbar. Allerdings muss der Goldpreis aus seinem Dreieck ausbrechen und 1.850 USD überwinden. Erst dann würde sich ein nachhaltigeres bullisches Momentum einstellen, welches bis ins Frühjahr hinein anhalten könnte.

Sollte Gold hingegen die Marke von 1.780 US-Dollar unterschreiten, könnte die Erholung seit Mitte Dezember bereits wieder vorbei sein und die mittelfristige Korrektur dürfte sich wieder fortsetzen.

Fazit: Saisonalität begünstigt weitere Aufwärtswelle

Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Saisonalität zunächst eine weitere Aufwärtswelle am Goldmarkt begünstigt. Somit wäre eine weitere Rallye in Richtung von mindestens 1.830 USD realistisch. Wir sind kurzfristig bullisch, mittelfristig neutral bis skeptisch und langfristig sehr bullisch für Gold und die Edelmetalle.

Folgen Sie uns in unserem Telegrammkanal.

Wenn Sie regelmäßig Informationen über unser Goldmodell, Edelmetalle und Kryptowährungen erhalten möchten, können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

 

Gold – Saisonalität begünstigt nochmalige Erholung

Rückblick

Tatsächlich fand der Goldpreis am 15.Dezember bei 1.753 USD einen wichtigen Tiefpunkt und konnte seitdem die überverkaufte Ausgangslage sowie die allgemeine Aufgabestimmung als auch die günstige saisonale Vorgabe zu einer größeren Erholungsrally nutzen. Diese mittlerweile seit sechs Woche laufende Erholung erreichte am Dienstag mit Kursen knapp über 1.853 USD ein neues Verlaufshoch. Unterm Strich stand zu diesem Zeitpunkt ein Plus von rund 100 USD bzw. 5,79% seit dem Dezembertief zu Buche.

Gold in US-Dollar, 4h-Chart vom 28. Januar 2022. Quelle: Tradingview

Der FED-Zinsentscheid sowie die anschließende FED-Pressekonferenz sorgten dann aber am Mittwoch für Gewinnmitnahmen, die in der Folge zu einem fast ungebremsten Kursrutsch bis auf 1.780 USD führten. Damit ist die Erholung am Goldmarkt zwar noch nicht zwangsläufig beendet, der kurzfristige Aufwärtstrend wackelt aber gewaltig. Zudem steckt der gesamte Edelmetall-Sektor übergeordnet weiterhin in der seit dem August 2020 laufenden Konsolidierung bzw. Korrektur.

Chartanalyse Gold in US-Dollar

Wochenchart: Neutral

Gold in US-Dollar, Wochenchart vom 28. Januar 2022. Quelle: Tradingview

Seit dem Hoch im August 2020 steckt der Goldpreis in einer Korrektur. Diese Korrektur ist die Antwort auf die vorangegangene, zweijährige Rally, welche den Goldpreis von 1.160 USD bis auf 2.075 USD ansteigen ließ. Im Laufe des letzten Jahres verkleinerte sich die Handelsspanne am Goldmarkt im Rahmen dieser trickreichen Korrektur Schritt für Schritt.

Dadurch laufen die Kurse mittlerweile in die Spitze eines großen Dreiecks hinein. Eine Entscheidung scheint näher zu rücken und könnte zumindest dem weiteren Jahresverlauf ihren Stempel aufdrücken. Allerdings mussten bereits diverse Dreiecksansätze im Zuge der zähen Seitwärtskorrektur wieder ad acta gelegt werden, so dass die potenzielle Formation mit Vorsicht zu genießen ist.

Trotzdem können wir davon ausgehen, dass ein neuerlicher Kursanstieg über 1.850 USD wohl den Ausbruch nach oben signalisieren würde. Auf der Unterseite hingegen ist die Lage nicht so eindeutig, denn die vielen langen Dochte erschweren die Definition einer klaren Unterstützungslinie. Man kann aber von einem Unterstützungsbereich zwischen 1.765 USD und 1.780 USD sprechen. Das Dezember-Tief wartet zudem bei 1.753 USD.

Und um 1.740 USD liefert der übergeordnete Aufwärtstrendkanal in dunkelgrün eine weitere Unterstützung. Somit kann die gesamte Zone zwischen 1.740 USD und 1.780 USD als äußerst kritische Unterstützung für den Goldpreis definiert werden. Die Bären werden hier höchstwahrscheinlich nicht ungehindert einfach durchmarschieren können. Unterhalb des Dezembertiefs (1.753 USD) werden die Alarmsirenen aber immer lauter.

Der Stochastik-Oszillator bewegt sich aktuell seitwärts und ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Extrembereichen. Insgesamt ist der Wochenchart damit neutral und lässt auf Sicht der kommenden ein bis zwei Monate ein Kursgeschehen zwischen 1.750 USD und 1.850 vermuten.

Tageschart: leicht steigende 200-Tagelinie

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 28. Januar 2022. Quelle: Tradingview

Der üble Kurssturz in den letzten drei Handelstagen hat die Goldbullen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Natürlich kann man argumentieren, dass der Goldpreis nach dem Zinsentschied und im Umfeld kollabierender Aktienmärkte unbedingt Schwäche zeigen musste, sonst wäre ja das Vertrauen in das Finanzsystem gefährdet.

Fakt ist aber, dass die Bären die Goldnotierungen direkt von 1.853 USD bis auf 1.780 USD in den Keller drücken konnten, ohne dass es zu einer Reaktion geschweige denn einer Gegenwehr gekommen wäre. Angesichts der leicht steigenden 200-Tagelinie (1.805 USD), der stark überverkauften Lage auf den kurzfristigen Zeiteinheiten als auch aufgrund der breiten und soliden Unterstützungszone zwischen 1.740 und 1.780 USD, sollte eine Erholung eigentlich kurz bevorstehen.

Die eklatante Schwäche in dem ohnehin sehr angespannten Marktumfeld wirft aber trotzdem Fragen auf. In den letzten 15 Jahren konnte sich der Goldpreis einem Liquiditätscrunch an den Finanzmärkten nie entziehen. Vielmehr gingen es immer zusammen mit den Aktienmärkten in den Keller. Allerdings war der Goldpreis dann immer der erste der sich zügig wieder erholte.

Wir wollen einen Crash nicht beschreien, sondern sehen natürlich auch die kurzfristigen Chancen. Dazu müsste der Goldpreis nun aber zügig eine Reaktion zeigen und zumindest seine 200-Tagelinie schnell zurückerobern. Dann stünden die Chancen für eine nochmaligen Erholung in Richtung 1,830 USD und evtl. auch 1.850 USD recht gut.

Terminmarktstruktur Gold

Commitments of Traders Report für den Gold-Future vom 26. Januar 2022. Quelle: Sentimenttrader

Trotz der leicht gestiegenen Preise verringerte sich die kumulierte Netto-Shortposition der kommerziellen Marktteilnehmer zuletzt leicht auf 221.068 leerverkaufte Kontrakte. Übergeordnet bleibt es damit bei einer neutralen Ausgangslage am Terminmarkt.

Erst wenn die Netto-Leerverkaufsposition der professionellen Händler Größenordnungen unterhalb von 100.000 Kontrakten erreicht, kann man von einer antizyklischen und langfristigen Einstiegschance sprechen.

Zusammengefasst liefert der CoT-Report ein neutrales Signal und steht damit einem nachhaltigen Aufwärtstrend entgegen. Eine neuerliche Erholung ist auf Basis der aktuellen Terminmarktdaten aber gut möglich.

Sentiment Gold

Sentiment Optix für Gold vom 26. Januar 2022. Quelle: Sentimenttrader

Das Sentiment am Goldmarkt befindet sich seit über einem Jahr in der neutralen und wenig aussagekräftigen Mittelzone. Weiterhin fehlt eine völlige Kapitulation auf der Unterseite. Ebenso wenig gelang eine optimistische Übertreibung auf der Oberseite. Vielmehr mäandern die Stimmung am Goldmarkt genau wie der Goldpreis seitwärts.

Insgesamt liefert damit auch die Sentiment-Analyse ein neutrales Bild. Die Behauptung, dass die Korrektur am Goldmarkt erst durch eine finale Sentiment-Kapitulation beendet werden kann, steht jedoch berechtigt im Raum.

Saisonalität Gold

Saisonalität für den Goldpreis über die letzten 54 Jahre. Stand 26. Januar 2022. Quelle: Sentimenttrader

Die saisonale Komponente gibt weiterhin grünes Licht und lässt damit bis Ende Februar eine Fortsetzung der Erholung am Goldmarkt problemlos zu. Nach einem starken Jahresauftakt konnten sich die Bullen in der Vergangenheit meist bis Mitte oder Ende Februar am Ruder halten. Der März hingegen ist traditionell ein eher schwieriger Monat für den Goldpreis. Zwischen April und Juni waren dann häufig weitere Rückschläge innerhalb einer zähen Seitwärtsphase zu beobachten.

Zusammengefasst hat der Goldpreis aus der saisonalen Perspektive heraus gute Chancen seine Rally bis weit in den Februar hinein fortzusetzen.

Makro-Update und Crack-Up-Boom

 

US-FED-Bilanz Inflation vom 19.Januar 2022 ©Holger Zschaepitz

Nachdem so ziemlich alle Zentralbanken weltweit ihre Bilanzsummen seit der Finanzkrise 2008 in gewaltigem Maße immer weiter ausgeweitet haben, sorgte der Corona-Crash im März 2020 nochmals für eine Beschleunigung dieser Liquiditätsausweitungen. Insgesamt hat sich die Bilanzsumme der amerikanischen FED seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 mittlerweile fast verneunfacht. Und auch gegenüber der Vorwoche stiegen die Assets um weitere 80 Mrd. USD auf ein neues Allzeithoch von 8.868 Mrd. USD an.

Ebenso erreichte zuletzt auch die EZB-Bilanz mit 8.594 Mrd. Euro mal wieder ein neues Allzeithoch. Die Bilanzsumme der Eurozone zog um weitere 20,7 Mrd. Euro innerhalb von nur einer Woche an. Die EZB-Bilanz entspricht nun 82% des BIP der Eurozone, die der FED hingegen nur 38.2% des BIP der USA. Im Vergleich zu Japan (Bilanzsumme der Bank of Japan entspricht 135% des BIP Japans) hätten beiden Zentralbanken noch jede Menge Luft, um die Bilanz weiter aufzublähen. Der Wahnsinn könnte also unverblümt weitergehen.

Produzentenpreisindex gegen Konsumentenpreisindex vom 20.Januar 2022 ©Holger Zschaepitz

Gleichzeitig zieht aber die Inflation weltweit immer stärker an. So nimmt der Inflationsdruck beispielsweise auch in Deutschland weiter zu, denn im Dezember stieg der deutsche Produzentenpreisindex gegenüber dem Vorjahr um atemberaubende 24,2% an! Alle Schätzungen der sogenannten Experten wurden damit mal wieder deutlich übertroffen. Gleichzeitig war dies der höchste Anstieg seit Beginn der statistischen Aufzeichnung im Jahr 1949!

Die sogenannten Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation, denn statistisch werden die Preise ab Fabrik geführt, also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Diese Verbraucherpreise bzw. der Konsumentenpreisindex stiegen zuletzt bereits um 5,3% an. Angesichts der davongeeilten Produzentenpreise wird die Inflation in Deutschland also weiter anziehen.

Um sich dem Inflationsdruck entgegenzustellen hatte die FED in den USA im letzten Frühsommer damit begonnen, sowohl über Zinserhöhungen als auch über ein Zurückfahren des Quantitative Easing (Tapering) zu reden. Insbesondere den Goldpreis hatte das im Juni und August stark getroffen. Seit November haben nun jedoch alle Finanzmarktsektoren damit begonnen, Zinserhöhungen sowie eine Verlangsamung der Wertpapierkäufe durch die Fed einzupreisen.

Die Fed selber hat bislang nur geredet, aber noch gar nicht gehandelt. Trotzdem kamen insbesondere die Aktienmärkte in den letzten vier Wochen stark unter Druck. Im Vorfeld der FOMC-Sitzung erreichte die Panik am Dienstag an der Nasdaq historische Ausmaße. Mittlerweile dürfte eine größere Erholung angelaufen sein, während der Goldpreis seinem Charakter als sicherer Hafen nur vorübergehend gerecht wurde.

Ein Bild, das Text enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Insgesamt bleiben Inflation und Angebotsengpässe hoch, während die Fed mehrere Zinserhöhungen andeutet. Aus dem Rückenwind aufgrund niedriger Zinssätze, staatlicher Konjunkturmaßnahmen und kräftiger Gewinnanstiege könnte aber schon bald ein heftiger Gegenwind werden, wenn die Aktienmärkte dazu übergehen sollten, eine Rezession einzupreisen. Sobald sich hier die Korrektur verschärft, wird die Fed genau wie im 4.Quartal 2018 zum Zurückrudern bzw. zur Umkehr gezwungen sein werden. Bis es jedoch so weit ist, könnte der Leidensdruck unter den Anlegern wohl erst noch größer werden.

Fazit: Gold – Saisonalität begünstigt nochmalige Erholung

Nach einer soliden, aber keinesfalls atemberaubenden Erholung gab der Goldpreis fast alle Gewinne der letzten sechs Wochen innerhalb von nur drei Handelstagen wieder ab. Allein dieser Umstand beschreibt den Goldmarkt aktuell schon recht gut und ist ein eindeutiges Warnsignal. Ein übergeordneter und etablierter Aufwärtstrend fehlt weiterhin, stattdessen bleibt es bei dem verwirrenden und trendlosen Hin- und Her.

Diese schwierige Seitwärtsphase eignet sich primär, um physische Gold- und Silber-Positionen zu günstigen Preisen konsequent weiter auszubauen. Für eine spekulativere Herangehensweise liefert der Edelmetall-Sektor aber aktuell überhaupt gar keinen Anlass. Man ist stattdessen gut beraten, geduldig und sehr vorsichtig zu agieren, denn die im August 2020 begonnen Korrektur scheint noch immer nicht eindeutig ausgestanden zu sein. Die derzeit äußerst wackelige Ausgangslage an den Finanzmärkten sollte zudem nicht unterschätzt werden.

Tatsächlich wäre nicht überraschend, wenn es zur nachhaltigen Trendwende erst noch eine echte Kapitulation im Edelmetall-Sektor benötigen würde. So zäh wie sich der Goldpreis seit Monaten hinzieht, müssen wir realistischer Weise eventuell sogar ein bis zwei weitere Jahre dafür einplanen. Der wichtige 8-Jahres-Zyklus lässt jedenfalls erst für 2023 einen entscheidenden Tiefpunkt am Goldmarkt erwarten.

Kurzfristig liefert der scharfe Kursrutsch in den letzten drei Handelstagen jedoch fast schon wieder eine überverkaufte Stochastik auf dem Tageschart. Solange die Unterstützung um 1.780 USD auf Tagesschlusskurs-Basis hält, ist schon in Kürze eine neuerliche Erholung denkbar. Dabei müssten dann aber die 200-Tagelinie (1.805 USD) als auch die Widerstandszone um 1.810 USD unbedingt klar zurückerobert werden.

Andernfalls könnte sich die Rutschpartie der letzten Tage in dem aktuell äußerst schwierigen Marktumfeld schnell auszuweiten. Hinzu kommt das chinesische Neujahrsfest. In dieser Zeit ruhen in China der Börsenhandel und damit auch der Goldmarkt. Gleichzeitig gilt die „Golden Week“ für Goldhändler als die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Insgesamt stehen angesichts der positiven Saisonalität die Chancen für eine nochmalige Erholung in Richtung von 1.830 bis 1.850 USD momentan noch etwas besser.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

Quelle: www.celticgold.eu

Bitcoin – Scharfe Erholung kann jederzeit starten

Rückblick

Die meiste Zeit über handelte der Bitcoin aber zwischen 30.000 USD und 60.000 USD. Kurse oberhalb von 60.000 USD wurden erstmals an wenigen Handelstagen im Frühjahr gesehen. Im Oktober und November hingegen waren es dann trotz kurzer Unterbrechungen immerhin schon fast vier Wochen, an denen sich die fünfstelligen Kurse mit einer 6 schmücken konnten.

In den letzten zwei Monaten übernahmen dann allerdings die Bären das Preisgeschehen und der Bitcoin-Kurs handelt aktuell mit nur noch 41.500 USD leicht unterhalb der Mitte dieser großen Handelsspanne. Die leicht steigende 200-Tagelinie (48.140 USD) konnte die Bären in den letzten vier Wochen nur vorübergehend aufhalten, denn seit dem Jahresauftakt ging es für die Bitcoin-Notierungen eine deutliche Etage tiefer. Trotz der heftigen Korrektur kann man durchaus behaupten, dass sich die Marktteilnehmer ungeachtet des wilden Hin und Hers in 2021 an Bitcoin Kurse um 50.000 USD gewöhnt haben!

Wir hatten in diesem durch Handelsjahr im Rückblick meist ein gutes Händchen bei der Analyse. Dabei konnten wir sowohl die neuen Allzeithochs als auch die „Altcoin-Season“ im Frühling richtig prognostizieren. Ebenso hatten wir absolut pünktlich am Top im Mai rechtzeitig vor einer scharfen Korrektur gewarnt und wurden im Juni und Juli zu den Tiefstkursen um und unterhalb von 30.000 USD wieder antizyklisch bullisch. Die anschließende Erholung bis auf 52.000 USD hatten wir ebenfalls recht gut antizipiert.

Dass der Bitcoin dann aber Ende September ausgehend von dem erwarteten Rücksetzer bereits um 39.500 USD so schnell drehte und hart innerhalb von nur sechs Wochen um 73,8% auf ein neues Allzeithoch bei 69.000 USD (Bitstamp) schießen würde, hat uns dann doch ziemlich überrascht. Obwohl das Platzen der chinesischen Immobilien-Blase die Märkte bis heute belastet, haben wir gerade noch rechtzeitig in der ersten Oktoberwoche um 48.000 USD auf das „dem Markt zuhören“ besonnen und das Segel herumgerissen.

Allerdings wurden wir dann im November erneut auf dem falschen Fuß erwischt, als die Bitcoin-Rally doch etwas abrupt bei 69.000 USD stoppte und die Bitcoin-Kurse seitdem um fast 40% abrutschten.

Mit Kursen um 47.500 USD war 2021 insgesamt ein sehr erfolgreiches Jahr für den Bitcoin. Das neue Jahr hingegen beginnt mit einem Blutbad und hohen Panikwerten. Die Zahl der Zweifler ist dramatisch in die Höhe geschnellt und das Ende des Krypto-Bullenmarktes wird an jeder Ecke ausgerufen.

Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar

Bitcoin in USD, Wochenchart vom 7.Januar 2022. Quelle: Tradingview

Ausgehend von einem neuen Allzeithoch bei 69.000 USD setzen die Bitcoin-Notierungen seit dem 10.November deutlich zurück. Das Tief wurde heute bei 40.938 USD gesehen. Bereits am 4.Dezember waren die Bitcoin-Notierungen in einem Flashcrash bis auf 41.967 USD zurückgefallen. Bislang hält sich die Korrektur mit einem Minus von 40,6% noch im normalen Rahmen eines Krypto-Bullenmarktes. Trotzdem ist der technische Schaden nicht unerheblich, so dass die Möglichkeit eines übergeordneten Trendwechsels durchaus vorhanden wäre.

Gleichzeitig hat der Rücksetzer die Wochen-Stochastik allerdings bis an die überverkaufte Zone geführt und somit die heiß gelaufene Lage vom November vollständig bereinigt. Zusammen mit der Unterstützungszone zwischen 40.000 und 42.000 USD sowie dem unteren Wochen-Bollinger Band (38.963 USD) sollte sich das verbliebene Abwärtspotenzial als sehr überschaubar herausstellen.

Zusammengefasst befindet sich der Wochenchart in einem Abwärtstrend. Gleichzeitig haben die Bitcoin-Notierungen eine sehr solide Unterstützungszone erreicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Erholung überwiegt daher auf Sicht der kommenden Wochen eindeutig.

Bitcoin in USD, Tageschart vom 7.Januar 2022. Quelle: Tradingview

Der Tageschart ist stark überverkauft, während die Kursbewegung der letzten drei Wochen in einen bullischen Keil lief. Damit sollte die Korrektur kurz vor dem Abschluss stehen. Evtl. reizen die Bären das Unterstützungsband zwischen 40.000 und 42.000 USD noch etwas deutlicher aus. Auch kann der Bitcoin locker ein paar Tage oder länger benötigen, um die Trendwende einzuleiten.

Eine Reaktion bzw. eine Gegenbewegung wird als Antwort auf die deutlichen Verluste aber immer absehbarer. Das erste Ziel wäre dabei die 200-Tagelinie (48.150 USD). Darüber hinaus wären das 38,2%-Retracement bei 51.658 USD sowie das 61,8%-Retracement bei 58.280 USD die nächsten logischen Ziele.

Zusammengefasst ist der Tageschart kurzfristig noch bärisch. Aufgrund der überverkauften Lage sollte nun aber schon in Kürze eine scharfe Erholung starten.

Sentiment Bitcoin

Crypto Fear & Greed Index vom 8.Januar 2022. Quelle: Crypto Fear & Greed Index

Aufgrund des jüngsten Preisrutsches ist die Stimmung unter den Krypto-Anlegern endgültig im Keller angekommen. So meldet der Crypto Fear & Greed Index aktuell deutlich erhöhte Angstzustände. Zwar lassen sich damit noch keine exakten Tiefpunkte bestimmen, dennoch kann man davon ausgehen, dass der Krypto- Krypto in diesen Tagen ein wichtiges Tief auslotet, und dass eine Trendwende bzw. Erholung immer wahrscheinlicher wird bzw. kurz bevorsteht.

Crypto Fear & Greed Index langfristig vom 7.Januar 2022. Quelle: Sentimentrader

Der langfristige Vergleich zeigt eindeutig den extrem hohen Pessimismus.

Crypto Optix vom 7.Januar 2022. Quelle: Sentimentrader

Auch der Crypto Optix von Sentimentrader meldet eine antizyklisch vielversprechende Ausgangslage, da die Bereinigung im Krypto-Sektor kurzfristig bereits weit fortgeschritten ist.

Insgesamt liefert die Sentiment-Analyse ein klares Kaufsignal! Der Kursrutsch der letzten Tage kann in diesem Zusammenhang als finaler Ausverlauf und Kapitulation bezeichnet werden. Im nächsten Schritt sollte das Stimmungs-Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen.

Bitcoin gegen Gold

Bitcoin/Gold-Ratio vom 7.Januar 2022. Quelle: Tradingview

Bei Kursen von derzeit ca. 42.200 USD für einen Bitcoin und 1.790 USD für eine Feinunze Gold liegt das Bitcoin/Gold-Ratio aktuell bei 23,6. D.h. man muss für einen Bitcoin derzeit fast 24 Unzen Gold bezahlen. Andersherum gesagt kostet eine Feinunze Gold aktuell ca. 0,042 Bitcoin.

Damit hat der Bitcoin seit seinem letzten Top am 10.November um fast 39% gegen Gold verloren. Ausschlaggebend war dabei einzig und allein die Korrektur beim Bitcoin, denn Gold hat sich mit 1.790 USD praktisch nicht bewegt. Auch wenn kurzfristig die Korrektur (noch) intakt ist, bleibt es übergeordnet beim etablierten Aufwärtstrend des Bitcoins gegen das Gold. Weiterhin läuft das Ratio potenziell in ein aufsteigendes Dreieck hinein, dessen Auflösung nach oben wohl nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Falls es dazu kommt, könnte der Bitcoin problemlos auf 80 bis 95 Unzen Gold steigen.

Grundsätzlich sollte man sowohl in Edelmetallen als auch in Bitcoins investiert sein. D.h. mindestens 10% und besser 25% seines Gesamtvermögens sollte man in physische Edelmetalle anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin zunächst wenigstens 1% bis 5% halten sollte.

Wer mit den Kryptowährungen und Bitcoin genügend Erfahrung gesammelt hat und das Potenzial erkannt hat, kann individuell sicherlich auch wesentlich höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren. Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien und Immobilien investiert ist, sind maximal 5% im immer noch spekulativen und vor allem hochvolatilen Bitcoin aber ein erster Richtwert.

Aufgrund der stark überverkauften Lage sollte sich der Bitcoin schon bald wieder deutlich gegen das Gold verteuern. Im besten Fall zieht das Ratio dabei schnell wieder bis auf Werte um 35 Unzen Gold an. Bleibt der Bitcoin hingegen in seiner Korrektur gefangen, wäre eine Erholung bis in den Bereich um 30 Unzen Gold realistisch.

Makro-Update: Zentralbanker bluffen weiter

Nach einem Rückgang von 19% im Dezember ist auch der Jahresauftakt 2022 bislang nichts für schwache Nerven. Dabei sorgten politische Unruhen in Kasachstan möglicherweise für eine Zuspitzung, denn in der ehemaligen Sowjetrepublik befindet sich die zweitgrößte Bitcoin-Mining-Industrie der Welt.

Nachdem das staatliche Unternehmen Kazakhtelecom das Internet des zentralasiatischen Landes abgeschaltet hatte, fiel die Bitcoin Hash-Rate um 13,4 %. Damit wird das Bitcoin-Netzwerk nach dem Mining-Verbot in China zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate auf eine harte Probe gestellt. Kurzfristig ist das für Anleger sicherlich schmerzlich, mittel- und langfristig hingegen sorgen diese Verwerfungen jedoch für ein noch stabileres und dezentralisierteres Netzwerk.

Während der Bitcoin also in der ersten Januarwoche zwischenzeitlich weitere 12,5% bzw. fast 6.000 USD verlor, stürzten zuletzt auch die großen US-Tech-Aktien ab. Dabei fiel Tesla beispielsweise um über 15%. Hintergrund der Verkaufspanik an den Aktienmärkten scheint die Andeutung der Fed gewesen zu sein, die Zinsen aggressiver anheben zu wollen als bisher angenommen.

Ein Bild, das Text, Bildschirm, Screenshot enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Fed Bilanzsumme vs. Fed Zinssatz vom 5.Januar 2022. ©Holger Zschaepitz

So hatten sich einige der Fed-Mitglieder in der letzten Sitzung offensichtlich für eine “erhebliche” Reduzierung der Bilanz ausgesprochen. Zudem weist das Fed-Protokoll auf die Möglichkeit einer früheren Zinserhöhung hin.

Die gesamte Zinserhöhungs- und Tapering-Diskussion erstreckt sich jedoch bereits über mehr als sechs Monate und dürfte mittlerweile weitestgehend in dem deutlich gestiegenen US-Dollar eingepreist sein. Immerhin federt der stärkere US-Dollar den Inflationsdruck in den USA etwas ab. In den Emerging Markets (z.B. Türkei oder Kasachstan) verschärft der stärkere US-Dollar hingegen den Inflationsdruck.

Gleichzeitig steckt die Fed weiterhin in einer Sackgasse, denn der offizielle Zinssatz liegt bei minimalen 0,25%, während sich die FED-Bilanzsumme in den letzten 12 Jahren mehr als verachtfacht hat. Angesichts der verheerenden Lockdown-Politik und dem deflationären Druck aus China aufgrund der geplatzten Immobilienblase ist ein Ende der lockeren Geldpolitik eigentlich undenkbar.

Im besten Fall würden steigende Zinsen zu schwersten Verwerfungen in der Realwirtschaft führen. Im schlechtesten Fall hingegen könnten schnell steigende Zinsen die fragile Weltwirtschaft auch komplett zum Einsturz bringen. Kein Zentralbanker wird dafür die Verantwortung übernehmen wollen. Daher wird man immer den Weg des geringsten Schmerzes und des geringsten Widerstandes wählen.

Wir vermuten daher, dass es bei einem Zinserhöhungs- und Tapering-Geschwätz bleiben wird und man stattdessen wieder mit schwer zu durchschaubaren neuen Worthülsen das Offensichtliche geschickt verschleiern wird. Insbesondere im „Zeit erkaufen“ sind die Zentralbanker Meister ihres Fachs. Nachhaltige und echte Lösung hingegen haben sie noch nie präsentiert.

EZB Bilanzsumme, vom 31.Dezember 2021. ©Holger Zschaepitz

Anstatt sich also von den Zentralbankern ein- ums andere Mal bluffen zu lassen, empfiehlt sich vielmehr der nüchterne Blick auf das veröffentlichte Zahlenmaterial. So stieg die FED-Bilanzsumme zum 31.Dezember auf ein neues Allzeithoch bei 8.757 Mrd. USD.

Gleichzeitig explodierte die EZB-Bilanzsumme in der letzten Woche des Jahres 2021 um 54 Mrd. EUR so stark wie seit August nicht mehr an. Mit 8.566,4 Mrd. EUR hat die EZB-Bilanzsumme zudem mal wieder ein neues Allzeithoch erreicht. Die Gesamtaktiva entsprechen nun 82,1 % des BIP der Eurozone.

Insgesamt ist ein Ende der weltweit lockeren Geldpolitik nicht absehbar. Wir erwarten vielmehr eine Beschleunigung in 2022.

Fazit: Stark überverkauft. Bitcoin – Scharfe Erholung kann jederzeit starten

Die zweimonatige Korrektur im Krypto-Sektor verschärfte sich in den letzten Tagen nochmals und führte zu einem Ausverkauf bis auf 41.000 USD. Die angespannte Lage in Kasachstan dürfte die Kapitulation erzwungen haben. Gleichzeitig zeigen die On-Chain Daten aber, dass das Bitcoin-Angebot bei den tiefen Preisen sehr illiquide geworden ist.

Gleichzeitig sind die Bitcoin-Shortpositionen der Privatanleger in den letzten Tagen deutlich angestiegen. Zusammen mit der technisch stark überverkauften Lage und dem panischen Sentiment ergibt sich damit eine äußerst explosive Mischung.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass heute bei 40.938 USD (Bitstamp) ein wichtiges Tief gesehen wurde, ist hoch. Zusammen mit dem Tief vom 4.Dezember bei 41.967 USD (Bitstamp) würde sich ein solides Doppeltief ergeben, welches in jedem Fall eine deutliche Erholung einleiten sollte.

Allerdings wird erst der Charakter dieser anstehenden Erholung Aufschluss darüber geben können, ob der Bitcoin und damit der gesamte Krypto-Sektor in den letzten Wochen in einen Bärenmarkt gerutscht sind, oder ob es sich um bei dem Rückgang von 40,67% um den letzten Rücksetzer vor dem großen Finale handelt.

Eine schnelle und scharfe Erholung (Short-Squeeze) in Richtung 55.000 bis 60.000 USD spricht eher für eine Bärenmarktrally, während eine langsamere und zähere Erholung hingegen besser zu einem intakten Bullenmarkt passen würde.

Insgesamt präsentiert sich aktuell eine klare Kaufchance beim Bitcoin und damit beim Krypto-Sektor insgesamt. Die nächsten Wochen sollten Klarheit bringen, ob der Bullenmarkt weitergeht oder ob der Sektor womöglich schon in einem Bärenmarkt steckt.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

Quelle: www.celticgold.eu

 

Ohne Furcht zu Silberreichtum

Dies impliziert die Notwendigkeit von Beständigkeit. Das ist beim Trading nicht anders. Von einem Trader wird verlangt, dass er ein hohes Maß an nahezu fehlerfreier Ausführung eines Handelssystems konsequent wiederholt. Man sagt, dass sich Michael Jordan, eine milliardenschwere Sportikone im Basketball, durch seine Konzentration von anderen Sportlern unterschied. Er konzentrierte sich darauf, “jetzt hier zu sein”.

Er beherrschte es, nichts anderes in seinen Geist zu lassen als die Entschlossenheit, in der Gegenwart zu sein. Ohne Raum für Projektionen in die Vergangenheit oder Zukunft gab es keinen Platz für Zweifel oder die Angst, dass sein Handeln scheitern könnte. Ohne Furcht zu Silberreichtum.

Vor zwei Wochen haben wir die folgende Grafik in unserem wöchentlichen Silber-Chartbuch veröffentlicht, nachdem wir ein starkes Argument für eine Hausse bei Silber dargestellt hatten:

Silber Wochenchart vom 3. Dezember 2021

Silber in US-Dollar, Tageschart Wochenchart vom 3. Dezember 2021

Damals schrieben wir: „Der obige Wochenchart verdeutlicht, dass wir zwar in die “Einkaufszone” für Silber eingetreten sind, aber die Wahrscheinlichkeit besteht, dass wir einen schnellen Ausbruch nach unten erleben, wie wir ihn Ende September gesehen haben.”

Silber Wochenchart, ohne Furcht zu Silberreichtum

Silber in US-Dollar, Wochenchart vom 18. Dezember 2021

Wir haben die künftige Entwicklung des Marktes richtig eingeschätzt. Außerdem folgten wir den Grundsätzen einer konsequenten Analyse unseres Umfelds, des Marktes und unserer selbst. Wir bewegten uns zuversichtlich in Richtung der höchsten Wahrscheinlichkeiten und versuchten, Zweifel auf ein Minimum zu beschränken.

Silber Stundenchart, gut positioniert

Silber in US-Dollar, Stundenchart vom 18. Dezember 2021

Diese Sequenz ermöglichte einen risikoarmen Einstieg am 15.12.2021. Das Einstiegsniveau von 21,47 USD ermöglichte eine Teilgewinnmitnahme von 2,75 % auf die Hälfte unserer Positionsgröße bei 22,06 USD. Wir nutzen wie immer unsere risikoarme Quad-Exit-Strategie, um das Risiko und damit die Angst vor Gewinneinbußen zu reduzieren.

Mit dem Rest der Position sind wir gut positioniert, und der Stopp wurde auf ein kostendeckendes Einstiegsniveau angehoben.

Silber Monatschart, die Mühe wert

Silber in US-Dollar, Monatschart vom 18. Dezember 2021

Der obige Monatschart zeigt unsere geplanten zwei Ziele für diesen Handel. Bei einem Einstieg bei 21,47 USD und einem anfänglich engen Stopp bei 21,22 USD lag unser Chance/Risiko-Verhältnis in Richtung unseres ersten Gewinnmitnahme Ziels bei etwa 2,37:1. Für das nächste Ziel bei 27,35 USD beträgt es 23:1 und für das letzte Ziel bei 47,20 USD beträgt es 103:1.

Mit anderen Worten: Durch eine umfassende Planung und das Stapeln von Wahrscheinlichkeiten waren wir in der Lage, einen Handel zu identifizieren, der zum Zeitpunkt des Einstiegs ein Risiko von etwa einem Prozent aufwies. Weiterhin haben wir das Risiko durch frühzeitige Teilgewinnmitnahmen schnell gemindert. Dennoch haben wir immer noch ein Gewinnpotenzial von den letzten 25 % der Positionsgröße, das möglicherweise zu einem Gewinn von 120 % führt.

Wenn man nur höchstwahrscheinliche und hochprofitable Trades wie diese tätigt, ist das ebenfalls vertrauensbildend und beseitigt die Angst.

Ohne Furcht zu Silberreichtum

Michael Jordans Leistung, nur im gegenwärtigen Moment zu spielen, steht der Leistung von Mönchen und sogenannten erleuchteten Wesen in nichts nach. Es braucht eine lange Karriere, um eine solche Fähigkeit zu erreichen. Es zeigt, dass der Handel mehr ist als nur das Drücken eines Knopfes oder die Extraktion eines mathematischen Vorteilesystems.

Handel ist Psychologie und erfordert viele Fähigkeiten, um die notwendige Beständigkeit zu erreichen und das Dilemma zu überwinden, dass man nur so gut ist wie seine letzte Aktion. Glück allein bringt Sie in diesem Spiel nicht weiter.

Es ist nicht unsere Absicht, Sie zu entmutigen, ganz im Gegenteil. Oft kann der Handel überwältigend sein, und manchmal ist man niedergeschlagen und denkt: „Warum kann ich das nicht tun, warum habe ich wieder meine eigenen Regeln verraten?” Der Handel ist schwierig, er erfordert Zeit und Geschick. Lassen Sie nicht zu, dass Angst und Zweifel Ihr Handeln diktieren. Sie können es schaffen!

Folgen Sie uns in unserem Telegrammkanal.

Wenn Sie regelmäßig Informationen über unser Goldmodell, Edelmetalle und Kryptowährungen erhalten möchten, können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

 

Gold – Erholung steht an

Rückblick

Am Goldmarkt nähert sich ein schwieriges und sehr herausforderndes Handelsjahr dem Ende zu. Die meisten Edelmetallinvestoren dürften schwer enttäuscht worden sein.

Begonnen hatte das Jahr 2021 allerdings recht fulminant, denn der Goldpreis kletterte zum Jahresauftakt zügig bis auf 1.960 USD. Diese Kursmarke stellte rückblickend jedoch bereits am 6.Januar auch das Jahreshoch dar! In den folgenden 11,5 Monaten gelang es dem Goldpreis nicht, diese Kurse auch nur annährend wieder zu erreichen.

Stattdessen kamen die Notierungen in der Folge erheblich unter Druck und fanden erst Anfang und dann nochmals Ende März um 1.680 USD mit einem Doppeltief den Boden. Interessanterweise wurde das Tief vom 8.März bei 1.677 USD bis heute nicht mehr unterschritten. Die anschließende Erholung brachte die Goldpreise innerhalb von zwei Monaten zurück über die runde Marke von 1.900 USD. Aber schon am 1.Juni startete erneut eine heftige Abverkaufswelle, welche den Goldpreis innerhalb von gerade einmal vier Wochen um 150 USD in die Tiefe drückte.

Im Anschluss bemühten sich die Goldbullen in der saisonal eigentlich günstigen Frühsommerphase um eine größere Erholung. Allerdings scheiterten sie mit diesem Unterfangen dreimal an der starken Widerstandszone um 1.830 USD bis 1.835 USD. Dadurch hatte sich erneut genügend bärischer Druck aufgebaut, welcher sich dann im Flashcrash am 9. August mit einem brutalen Kurzsturz innerhalb weniger Minuten und einem erneuten Test der Marke von 1.677 USD entlud.

Trotz dieser kompletten Marktbereinigung konnten sich die Gold-Bullen nur mühsam von diesem Schock erholen und der Goldpreis handelte in den folgenden drei Monaten vor allem zwischen 1.760 und 1.815 USD seitwärts. Erst Anfang November gelang dann der schnelle Ausbruch aus dieser zähen Seitwärtsphase und damit dann auch der Sprung über die 15-monatige Abwärtstrendlinie.

Schnell folgte ein Anstieg bis auf 1.877 USD. Allerdings, und das ist bezeichnend für den immer noch intakten Korrektur-Zyklus seit dem Allzeithoch vom August 2020, machten die Gold-Notierungen innerhalb weniger Tage erneut eine harte Kehrtwendung und vielen noch schneller als sie zuvor gestiegen waren.

Seit diesem letzten Abverkauf von 1.877 USD runter bis auf 1.762 USD hängt der Goldpreis nun festgezurrt und wie gelähmt seit drei Wochen primär in einer engen Handelsspanne zwischen 1.775 und 1.785 USD. Der Markt scheint auf den kommenden FED-Zinsentscheid zu warten.

Insgesamt hat Gold im Jahr 2021 nicht viel zu Stande gebracht. Die meiste Zeit ging es seitwärts und konfus ohne nachhaltigen Trend durch den Chart. Diese tückischen Marktphasen sind die allergefährlichsten. Physische Investoren können das Seitwärtsgeschiebe problemlos aussitzen.

Wer aber als Trader mit Hebel unterwegs war, hatte nichts zu lachen. Entweder änderten sich die Bewegungen am Goldmarkt schnell und abrupt oder es passierte tage- und manchmal auch wochenlang fast gar nichts, während die Handelsspannen in sich zusammenschrumpften.

Chartanalyse Gold in US-Dollar

Wochenchart: Bodenbildung um 1.780 USD?

Gold in US-Dollar, Wochenchart vom 13. Dezember 2021. Quelle: Tradingview

Trotz der 15-monatigen Korrektur konnte sich der Goldpreis auf dem Wochenchart in diesem Jahr problemlos oberhalb des im Dezember 2015 gestarteten Aufwärtstrendkanals halten. Auch der steilere, im Sommer 2018 begonnene, Aufwärtstrendkanal ist weiterhin intakt und wäre erst bei Kursen unterhalb von 1.700 USD gebrochen. Die Unterstützung zwischen 1.760 und 1.780 USD hat in den letzten drei Wochen bislang gehalten. Die Wochenstochastik ist aktuell neutral und zieht sich seit Monaten langsam etwas enger zusammen.

Insgesamt handelt Gold auf dem Wochenchart derzeit ungefähr in der Mitte seiner beiden Bollinger Bänder. Damit ist die Ausgangslage neutral. Eine Bodenbildung um 1.780 USD hat eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit.

Tageschart: Bodenbildung um 1.780 USD?

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 13. Dezember 2021. Quelle: Tradingview

Auf dem Tages-Chart sucht der Goldpreis seit gut drei Wochen um seine leicht steigende 200-Tagelinie (1.793 USD) nach Halt. Zumindest der Blickkontakt konnte gewahrt werden, so dass eine Rückeroberung dieses gleitenden Durchschnitts weiterhin gut möglich ist.

Trotz des gescheiterten Ausbruchs im November findet das momentane Kursgeschehen nicht weiter entfernt von der Abwärtstrendlinie statt. Ein weiterer Angriff auf diesen Widerstand erscheint somit absehbar. Die Tagesstochastik hat aus der überverkauften Zone nach oben gedreht und liefert ein neues Kaufsignal.

Zusammengefasst überwiegen auf dem Tageschart die Chancen für eine in Bälde startende neuerliche Erholung. Diese könnte im ersten Schritt bis ca. 1.815 USD laufen. Im zweiten Schritt müssten die Bullen dann die Abwärtstrendlinie aus dem Weg räumen, womit weiteres Anstiegspotenzial für Anstiege bis 1.830 USD und 1.870 USD freigesetzt werden würde.

Im allerbesten Fall gelingt dem Goldpreis in den kommenden zwei bis vier Monaten ein Anstieg bis zur psychologischen Marke von ca. 1.900 USD. Auf der Unterseite muss die Unterstützung zwischen 1.760 USD und 1.780 USD unbedingt gehalten werden. Andernfalls drohen weitere Rücksetzer bis auf 1.720 USD und 1.680 USD.

Terminmarktstruktur Gold

Commitments of Traders Report für den Gold-Future vom 12. Dezember 2021. Quelle: Sentimenttrader

Die kumulierte Netto-Shortposition der kommerziellen Marktteilnehmer am Goldterminmarkt lag zum 7.Dezember bei 245.623 leerverkauften Kontrakten. Damit hat sich die Ausgangslage zwar aufgrund des deutlichen Preisrückgangs in den letzten Wochen durchaus verbessert, insgesamt bewegt sich die Konstellation aber weiterhin in einem neutral einzustufenden Fahrwasser.

Noch immer fehlt die klare antizyklische Engstelle am Terminmarkt, bei der die professionellen Händler ihre Netto-Leerverkaufsposition zumindest bis auf unter 100.000 Kontrakten abgebaut haben sollten. Bis dahin wäre es vom aktuellen Niveau immer noch ein weiter Weg, der wohl nur mit einem Preisrückgang in die Region um 1.625 USD vonstatten gehen könnte. Solange es dazu nicht kommt, wird es jede Aufwärtsbewegung vermutlich schwer haben.

Zusammengefasst liefert der CoT-Report ein neutrales Signal und steht damit einem nachhaltigen Aufwärtstrend entgegen. Vorübergehende Erholungen über einen Zeitraum von ca. ein bis drei Monaten sind auf Basis der aktuellen Terminmarktdaten aber derzeit möglich.

Sentiment Gold

Sentiment Optix für Gold. Stand 12. Dezember 2021. Quelle: Sentimenttrader

Das Sentiment am Goldmarkt befindet sich seit über einem Jahr in der neutralen und wenig aussagekräftigen Mittelzone. Weiterhin fehlt eine völlige Kapitulation bzw. zumindest ein hoher Pessimismus, um die Korrektur zu beenden. Diesen hohen Pessimismus sah man zuletzt im Frühling 2019, woraufhin der Goldpreis von 1.265 USD innerhalb von 15 Monaten um über 800 USD bis auf 2.075 USD ansteigen konnte.

Ein Bild, das Text, Zeitung enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

D.h. im großen Bild fehlt beim Sentiment-Analysebaustein weiterhin die totale Aufgabestimmung. Diese ist nun mal nur mit tief gefallenen Preisen zu erreichen.

Kurzfristig allerdings hat der Optix seine Jahrestiefststände fast erreicht. Gleichzeitig frägt die Mainstream-Presse aktuell passend „Warum schützt Gold gerade nicht vor Inflation“.

Kurzfristig betrachtet liegt damit nun ein antizyklisches Kaufsignal vor, welches eine Erholungsrally in den kommenden ein bis drei Monaten ermöglichen sollte.

Quelle Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.Dezember 2021

Saisonalität Gold

Saisonalität für den Goldpreis über die letzten 53 Jahre. Stand 12. Dezember 2021. Quelle: Sentimenttrader

Wie so oft in den letzten Jahren wurden die Edelmetall-Investoren auch im 4.Quartal 2021 aufgrund der schwachen Kursentwicklung bei den Gold- und Silberpreisen erheblich auf die Probe gestellt. Allerdings kam es in der Vergangenheit im Umfeld der letzten FED-Sitzung zwischen Mitte November und Mitte Dezember fast immer zu einem finalen Ausverkauf und im Anschluss dann auch zu einem wichtigen Tief- und Trendwendepunkt. In diesem Jahr deutet alles auf den 15. oder 16.Dezember hin. Im Anschluss an den FED-Zinsentscheid und die FED-Pressekonferenz wäre in der angelaufenen Handelswoche also der Beginn einer Erholung äußerst typisch.

Statistisch betrachtet zeigt sich der Goldpreis in den letzten zwei Wochen des Jahres meist stark, denn über die Feiertage ist das Handelsvolumen im Westen sehr gering, während in Asien und insbesondere in China bzw. Indien mehr oder weniger normal gehandelt wird. Auch sollte das „tax loss selling“ bei den Minenaktien mittlerweile so gut wie abgeschlossen sein.

Insgesamt dreht die saisonale Komponente in wenigen Tagen auf „sehr bullisch“ und unterstützt damit die Edelmetallpreise ab Mitte Dezember. Typischerweise ist insbesondere der Januar ein sehr positiver Monat für den Goldpreis, aber die günstige Phase hält bis Ende Februar an.

Makro-Update und Crack-Up-Boom

US-Inflation vom 30.November 2021 ©Holger Zschaepitz

Am vergangenen Freitag wurde für den Monat November ein Anstieg der US-Inflation auf 6,8% gemeldet. Dies ist der schnellste Preisanstieg seit 1982. Damals war Ronald Reagan US-Präsident und die US-Aktienmärkte starteten nach einer 16-jährigen Konsolidierungsphase einen neuen Bullenmarkt. Heute hingegen hängen die Finanzmärkte bereits seit über einem Jahrzehnt, wenn nicht sogar seit mehr als zwei Jahrzehnten am Tropf der Zentralbanken. Die Abhängigkeit ist enorm und eine Abkehr von der Geldschwemme ist undenkbar.

Trotzdem lässt sich die große Mehrheit der Marktteilnehmer noch immer von der Fed und den anderen Zentralbanken bluffen und glaubt blind die Märchen dieser Clowns. Während aber weltweit die Inflationszahlen aufgrund der gigantischen Geldmengenausweitungen und den Angebotsengpässen durch die Decke gehen, steigt gleichzeitig der US-Dollar immer weiter an. Hier schaukelt sich seit dem Frühsommer ein übler US-Dollar Short Squeeze immer weiter hoch.

Der dahinterstehende Mechanismus ist nicht ganz einfach zu durchschauen und gerade “Goldbugs” tun sich damit oft etwas schwer. Global betrachtet ist der US-Dollar trotz allem nach wie vor die wichtigste Reservewährung und damit auch das wichtigste internationale Tauschmittel sowie wichtigstes Wertaufbewahrungsmittel für fast alle großen Länder.

Völlig unabhängig davon verwenden viele dieser Länder im Inland trotzdem ihre eigene Währung. Auch der internationale Öl-Handel sowie zahlreiche andere Rohstoffe werden in US-Dollar fakturiert bzw. abgerechnet. Wenn Frankreich zum Beispiel Öl von Saudi-Arabien kauft, bezahlt es nicht in seiner eigenen Währung EUR, sondern in USD. Durch diesen Mechanismus besteht seit Jahrzehnten praktisch pausenlos eine solide Nachfrage nach US-Dollar.

Das große Risiko dieses „US-Dollar-Systems“ besteht jedoch darin, dass viele ausländische Regierungen und Unternehmen Kredite in US-Dollar aufnehmen, obwohl der größte Teil ihrer Einnahmen in der jeweiligen Landeswährung entsteht. Die Kreditgeber dieser US-Dollars sind dabei oft nicht einmal US-Institutionen. Auch ausländische Kreditgeber vergeben oft Kredite an ausländische Kreditnehmer in Dollar.

Dadurch entsteht für den Kreditnehmer ein Währungsrisiko, eine Diskrepanz zwischen der Währung seiner Einnahmen und der Währung seiner Schulden. Kreditnehmer tun dies, weil sie für einen Kredit in Dollar niedrigere Zinssätze als in der eigenen Landeswährung zahlen müssen. Manchmal sind auf Dollar lautende Anleihen und Kredite auch die einzige Möglichkeit, um überhaupt an Liquidität zu kommen.

Somit trägt nicht der Kreditgeber das Währungsrisiko, sondern der Kreditnehmer. Auf diese Weise geht der Kreditnehmer im Grunde genommen eine Leerverkaufsposition gegenüber dem US-Dollar ein, ganz egal ob er will oder nicht. Wenn der Dollar nun stärker wird, ist das für ihn ein Nachteil, denn seine Schulden steigen im Verhältnis zu seinen Einkünften in der Landeswährung. Wenn der US-Dollar hingegen schwächer wird, wird der Kreditnehmer teilweise entschuldet, weil seine Schulden im Verhältnis zu seinen Einnahmen in der Landeswährung sinken.

Ein Bild, das Text, drinnen, schwarz, silbern enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Türkische Lira seit Dezember 2020. Stand 13.Dezember 2021.©Holger Zschaepitz

Blickt man beispielsweise auf den dramatischen Währungsverfall der türkischen Lira, kann man sich die eskalierende Flucht aus den Währungen der Schwellenländer hinein in den US-Dollar gut vorstellen. Seit Jahresanfang haben die Türken fast 50% ihrer Kaufkraft gegen den US-Dollar verloren.

Auch andere Emerging Markets-Währungen wie der argentinische Peso, der thailändische Baht oder auch der ungarische Forint sind in diesem Jahr deutlich unter Druck geraten. Die Evergrande-Pleite und der Zusammenbruch der Immobilienblase in China dürften ebenso zu dem schwelenden Flächenbrand beigetragen haben. Insgesamt kann der “US-Dollar Short Squeeze” trotz einer technisch stark überkauften Lage durchaus noch weitergehen.

Früher oder später wird die amerikanische Fed dann allerdings reagieren und erneut zurückrudern müssen. Sonst droht aufgrund der US-Dollar Stärke plötzlich eine deflationäre Implosion an den Aktienmärkten und im gesamten Finanzsystem. Derartige Schockwellen würde das globale Kartenhaus aber nicht mehr überleben.

Höchstwahrscheinlich wird die Fed daher schon in Kürze das sogenannte „Tapering“ und die „Zinserhöhungen“ bis auf weiteres nach hinten verschieben. Zur Erklärung wird man sich sicherlich wieder irgendein Geschwätz mit kompliziert klingenden Wörtern einfallen lassen. Insgesamt ist ein Ende der weltweit lockeren Geldpolitik also völlig undenkbar.

Ebenso wird es bis auf weiteres auch bei den Versorgungsengpässen bleiben. Damit wird die Teuerung sowohl monetär als auch durch Mangel und obendrein durch die psychologische Inflationsspirale immer weiter befeuert werden. Zwischenzeitliche Volatilität und damit einhergehende krasse Rücksetzer muss der Anleger und Investor in diesen verrückten Zeiten in allen Sektoren geduldig durchstehen.

Fazit: Gold – Erholung steht an

Mit Gold und Silber kann man sich jedenfalls gegen jedwedes Szenario gut schützen. Das muss mittel- und längerfristig allerdings nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Edelmetallpreise immer eins zu eins der Inflation folgen und in den kommenden Jahren durch die Decke gehen werden.

Höchstwahrscheinlich werden sich die exponentiellen Geldmengen-Ausweitungen immer weiter fortsetzen und sich zunehmend beschleunigen. Dann sind deutliche höhere Gold- und Silberpreise zu erwarten. Falls das System hingegen implodieren sollte, werden Gold und Silber ihre Geldfunktion voll ausspielen können und man wird froh sein, sie zu besitzen, wenn fast alles andere auf null abgeschrieben werden muss.

Im größeren Bild müssen sich die Gold- und Silberfans jedoch zunächst weiter gedulden, denn das eindeutige Ende der monatelangen Korrektur ist noch nicht besiegelt. Vielmehr liefert der wichtigste Zyklus am Goldmarkt ca. alle 8 Jahre ein entscheidendes Tief. Zuletzt war dies im Dezember 2015 bei 1.045 USD der Fall. Das heißt, die Korrektur am Goldmarkt könnte sich in den nächsten ein bis zwei Jahren noch ausweiten, bevor es zur Trendwende und schließlich zur Fortsetzung des übergeordneten Bullenmarktes kommt.

Kurzfristig stehen die Chancen aber für eine Erholung in den kommenden Wochen bis in das neue Jahr und evtl. sogar bis zum Frühling recht gut. Allerding sollte sich erst im Anschluss an den Fed-Zinsentscheid am Mittwoch schrittweise klarer zeigen, wie es weitergeht. Eine Rally in Richtung 1.815 USD und 1.830 USD hat eine klar erhöhte Wahrscheinlichkeit. Darüber hinaus wären im Januar und Februar eventuell auch 1.870 USD und im besten Fall sogar 1.910 USD zu erreichen. Dazu müssten die Bullen aber ganze Arbeit leisten.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

Quelle: www.celticgold.eu

Silber im Aufwind

Die Geduld ist erschöpft, und es schleichen sich Zweifel ein, ob die ganze Silber-Idee richtig ist? Die Psychologie ist der wichtigste Aspekt des Handels. Mindestens einmal pro Woche muss man die eigenen Thesen und vor allem die Erfolgswahrscheinlichkeit des eigenen Plans für den größeren Zeitrahmen neu bewerten. Nur dann ist man dem Spiel immer einen Schritt voraus und kann mit der nötigen Zuversicht und Überzeugung auf den Knopf drücken, wenn es nötig ist. Silber im Aufwind.

Was sind also die Fakten:

Silber Monatschart, Wahrscheinlichkeiten

Silber in US-Dollar, Monatschart vom 10. Dezember 2021

Tatsache ist, dass Silber in 2020 eine mehrjährige Seitwärtsspanne durchbrochen hat und stark gestiegen ist. Es hat sich nun seit über einem Jahr wieder in einer Seitwärtsspanne konsolidiert. Das ist ein bullisches Set-up!

So sehr die Emotionen auch müde machen mögen, aus der Perspektive der Wahrscheinlichkeit gilt die allgemeine Regel, dass der Ausbruch aus dieser Spanne umso bedeutender ist, je länger eine Stauung in zeitlicher Hinsicht ist. Die statistische Wahrscheinlichkeit ist auch höher, dass die Preise nach oben steigen, anstatt in den vorherigen Bereich zurückzukehren.

Nicht zu vergessen ist, dass der Kauf in der Nähe der Tiefststände einer solchen Handelsspanne das geringste Einstiegsrisiko und das beste Chancen/Risiko- Verhältnis garantiert, auch wenn die Emotionen etwas anderes sagen mögen.

2021 Silberhandel Performance

2021 Silberhandel Performance:

Eine weitere Tatsache ist, dass man nicht wissen muss, wann und ob ein Ausbruch stattfindet, um konsequent Geld aus den Märkten zu ziehen.

Der obige Chart zeigt die Silbertrades, die wir in Echtzeit im Laufe dieses Jahres in unserem kostenlosen Telegram-Kanal gepostet haben. Der systematische Ansatz konzentriert sich auf risikoarme Einstiegspunkte mit einer Methode zur Risikominderung durch unsere Quad-Ausstiegsstrategie. Seitwärts-Märkte bieten einen Einkommens-generierenden Aspekt des Handels, und ein möglicher Ausbruch aus einer Handelsspanne würde einen erheblichen Bonus bringen.

Ein Ansatz wie dieser hält die Emotionen im Zaum, da die eigene Arbeit belohnt wird, und ermöglicht deutlich höhere Gewinne, wenn die Handelsspanne durchbrochen wird.

Silber Quartalschart, Silber im Aufwind

Silber in US-Dollar, Quartalschart 10. Dezember 2021

Kurzum, auch wenn das Warten anstrengend ist und man Zweifel haben könnte, ist Silber aus der Perspektive der Wahrscheinlichkeit jetzt eine noch wahrscheinlichere Erfolgsgeschichte als vor sechs Monaten oder einem Jahr.

Was auch nicht unterschätzt werden sollte, ist die fundamentale Situation dieses Vermögenserhaltungsspiels. Die Tatsache, dass die Regierungen das Inflationsspiel so lange hinauszögern, ist wie ein zusätzlicher Treibstoff für das Silberspiel.

Die weit verbreiteten Probleme, die die Säulen dieses Versicherungsspiels sind, haben sich, wenn überhaupt, noch vergrößert. Folglich ist es sehr wahrscheinlich, dass die Silberpreise steigen werden. Aber wann? Nun, das ist schwer zu sagen, da niemand die Zukunft kennt, aber vielleicht wird dieser Frage verhältnismäßig zu viel Aufmerksamkeit gewidmet, da Versicherungen nicht nur für den nächsten Sturm gekauft werden, sondern im Prinzip erworben werden, um sich gut zu fühlen und das eigene Vermögen langfristig zu schützen.

Die obige vierteljährliche Grafik zeigt, wie die dem Silber innewohnende Volatilität in Zeiten von Marktturbulenzen, längere Phasen mit extremen Standardabweichungen überdauern kann. Der Kurs bewegt sich weit weg vom Mittelwert (rote Linie). Wir handeln derzeit in der Nähe des Mittelwerts, und die grüne Linie ganz rechts ist eine Projektion eines möglichen Kursanstiegs.

Silber Quartalschart, Quod erat demonstrandum

S&P 500 in US-Dollar, Quartalschart 10. Dezember 2021

Haben sie immer noch Zweifel? Werfen Sie einen Blick auf den obigen S&P500-Chart, der den breiten Markt repräsentiert. Sieht das wie ein gesundes Diagramm aus? Das böse Erwachen wird kommen, wenn die Besitzer der Aktien-Portfolios erkennen, wie viel ihre Fiat-Währung tatsächlich noch wert ist, wenn sie diese Investitionen auflösen.

Vergleichen Sie einfach Ihre gesamten Lebenshaltungskosten von 2020 mit 2021. Alle Positionen von Lebensmitteln bis zur Krankenversicherung, von Autogas bis zu Stromrechnungen. Berechnen Sie die prozentuale Differenz dieser beiden Zahlen und addieren Sie diesen Prozentsatz zu den durchschnittlichen Anschaffungskosten Ihres physischen Silbers, und schon haben Sie den tatsächlichen Wert Ihres Silbers.

Wie wird die Verdoppelung der Obdachlosigkeit auf eine halbe Million Menschen pro Tag, die ohne Dach über dem Kopf schlafen, berücksichtigt? Steht dieses Diagramm für großartige Zeiten, in denen wir mit Unterbrechungen der Lieferkette konfrontiert sind? Oder ist das alles nur Schall und Rauch, und wenn die Musik aufhört, werden unzählige Stühle fehlen, so dass die meisten nicht Platz nehmen können?

Silber im Aufwind

Das wesentliche Prinzip dabei ist, dass die Märkte kontraintuitiv sind. Das heißt, Ihre Gefühle könnten von Begeisterung zu Unsicherheit oder sogar Frustration umgeschlagen sein, aber die Wahrscheinlichkeitsfakten stehen in direktem Gegensatz zu Ihren Gefühlen.

Dieses Prinzip ist der eigentliche Grund dafür, dass Bewegungen aus ausgedehnten Stauzonen heraus zu beträchtlichen Bewegungen führen können. Sobald die emotional schwachen Hände ausgewaschen sind, kommen diese Ausbrüche aus einer emotionalen Perspektive überraschend. Die Bären treten zur Seite und die Bullen jagen den Preisen hinterher.

Folgen Sie uns in unserem Telegrammkanal.

Wenn Sie regelmäßig Informationen über unser Goldmodell, Edelmetalle und Kryptowährungen erhalten möchten, können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.